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EPALE

Elektroniczna platforma na rzecz uczenia się dorosłych w Europie

 
 

Blog

Welche digitalen Lernumgebungen gibt es, und wie kann ich sie nutzen?

18/09/2015
by Christina NORWIG
Tungumál: DE
Document available also in: EN
Vom 31.8.-1.9. luden die Nationalen Koordinierungsstellen für EPALE und für die Europäische Agenda für Erwachsenenbildung zur Fachkonferenz „Erwachsenenbildung digital. Professionalisieren. Vernetzen. Gestalten“ in Berlin ein. Ergebnisse aus vier Foren zu den Schwerpunktthemen „Qualität“, „Validierung von Kompetenzen“, „Alltagskompetenzen“ und „Lernumgebungen“ werden auf EPALE dokumentiert. Alle Interessierten sind eingeladen, die Diskussion auf EPALE fortzusetzen.

 

Im Forum „Welche digitalen Lernumgebungen gibt es, und wie kann ich sie nutzen?“ wurden digitale Infrastrukturen vorgestellt, die von den Ministerien der Region Andalusien und des Landes Baden-Württemberg entwickelt wurden und von Erwachsenenbildungseinrichtungen in den Bereichen E-Learning- und Blended Learning genutzt werden. 

Der ehemalige Mitarbeiter der Abteilung für Lebenslanges Lernen der Regierung von Andalusien (Junta de Andalucía) Francisco Castillo García gab einen Überblick über die 8-jährige Entwicklung des Learning Management Systems des regionalen Netzwerks für Lebenslanges Lernen. Ziel war es, durch die Kombination von Präsenz- und Fernlernangeboten möglichst vielen Erwachsenen Zugang zu Grund- und Weiterbildungsangeboten zu gewähren. Weiterhin sollte die digitale Infrastruktur die Vernetzung der Lehrenden fördern und den Austausch, bzw. die nachhaltige Nutzung von Lehrmaterialien ermöglichen. Die Koordinierung von Inhalten und gemeinsamen Curricula erfolgt über ein System, das von dem regionalen Fernlerninstitut IEDA (Instituto de Eseñanza a Distancia de Andalucía) gepflegt wird.

Die IEDA-Mitarbeiterin María Isabel Gil Cumplido, illustrierte die praktische Anwendung der digitalen Infrastruktur für Task Based Learning. Instrumente wie Moodle oder Skype, Videokonferenzen und Gamification steigerten die Interaktion zwischen den Lernenden und Lehrenden und ermöglichten es den Lehrkräften, Feedback zu den gestellten Aufgaben zu übermitteln.

Als Vertreter des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden Württemberg präsentierte Roland Bauer den digitalen Weiterbildungscampus. Teil dessen Learning Management Systems ILIAS sind virtuelle Konferenzräume, mit denen in fächerübergreifenden Kursen Dozenten per Videoübertragung zugeschaltet werden können. Auch eine Weiterbildungsberatung per Chat wird angeboten. Die Infrastruktur steht Bildungsanbietern in Baden-Württemberg zur Verfügung, und kann auch über die Landesgrenzen hinaus in Form von verschiedenen Servicepaketen genutzt werden. Beispielsweise basiert die Lernbörse der Agentur für Arbeit auf dem entwickelten LMS. Die Nutzer profitieren von Datenschutz, Rechtssicherheit und technischer Unterstützung. Anders als das System in Andalusien stellt der digitale Weiterbildungscampus Baden-Württemberg jedoch keine gemeinsamen Curricula bereit.

Das Angebot des digitalen Weiterbildungscampus wird unter anderem auch vom Volkshochschulverband Baden-Württemberg genutzt. Dessen Mitarbeiterin Dr. Julia Gassner gab einen Einblick in die konkreten Anwendungsmöglichkeiten der bereitgestellten Infrastruktur. So können beispielsweise Materialien wie Übungen und Tests sowie Handbücher für Kursleitende und Selbstlernmodule geteilt und für landesweite Projekte genutzt werden.

Eine zentrale Botschaft aller vier Referenten sowie der Diskussionsteilnehmer war die Forderung, dass sich digitale Lernumgebungen nur dann lohnen, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten. In den Beispielen aus Andalusien und Baden-Württemberg wurde die bessere Vernetzung zwischen Institutionen, Lehrenden und Lernenden als einer dieser Vorteile identifiziert. Auch ein verbesserter Zugang zu Bildung für möglichst breite Zielgruppen wurde durch die digitalen Infrastrukturen erreicht. So konnte die Weiterbildungsbeteiligung der Lernenden in beiden Regionen gesteigert werden; besonders in Andalusien, wo in abgelegenen Gegenden die Wege zur nächsten Bildungseinrichtung oft weit sind. Für den Fall Andalusien habe, so die Referenten, nicht zuletzt die Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten begünstigt. Dass ein Learning Management System, das die digitale Bereitstellung von Lernressourcen ermöglicht, eine kostengünstige und effiziente Alternative zum Präsenzlernen ist, habe den Entwicklern der Lernumgebung schließlich auch als Argument gegenüber politischen Entscheidungsträgern gedient, so Castillo García.

Anknüpfend an einen vorhergehenden Vortrag diskutierten die Forumsteilnehmer auch über die Zukunft der Bildung. So wurde festgestellt, dass sich mit der Digitalisierung und dem freien Zugang zu Lernressourcen schon jetzt der Fokus der Erwachsenenbildung von Inhalten hin zu Dienstleistungen wie Beratung oder Moderation von Lernprozessen verlagere. Dennoch werde in Zukunft das Präenzlernen nicht verschwinden, da das Lernen vor Ort, beispielsweise in Volkshochschulen, eine hohe Attraktivität für die Lernenden besäße.

 

Was meinen Sie? Wie verändern digitale Lernumgebungen die Erwachsenenbildung? Auf welche Möglichkeiten und Herausforderungen sind Sie bei der Nutzung digitaler Lehr- und Lernangebote gestoßen? Hinterlassen Sie einen Kommentar!
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