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Blog

Digitale Tools in der Erwachsenenbildung - Fluch oder Segen?

05/10/2017
by Maximilian Göllner
Sprache: DE

Kollaboratives Arbeiten auf einer digitalen Pinnwand, mit dem Handy noch schnell ein Dokument einscannen und interaktive Elemente wie Quizfragen und Feedbackmöglichkeiten in Vortragsfolien einbauen – digitale Helfer, auch Tools genannt, machen es möglich. Aber welche dieser Tools sich gewinnbringend in den Arbeits-, Lern- und Lehralltag integrieren lassen und welche Stärken und Schwächen sie mit sich bringen, erfordert einen genauen Blick hinter die Kulissen der schönen, bunten, digitalen Welt.

Die Digitalisierung schreitet mit zunehmender Geschwindigkeit voran – und das nicht nur im Privatleben: Auch in professionellen Kontexten steigt der Druck, die Sprache des Internets, der Smartphones und Computer so gut wie möglich zu beherrschen. Und wo im binären Dickicht kein Durchkommen mehr ist, kann es ratsam sein, sich mit digitalen Helfern zusammenzutun, um notwendige Informationen und Daten nutzbar zu machen.

 

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Für den passenden Einsatz digitaler Tools müssen allerdings einige Faktoren berücksichtigt werden. Das Handling des Tools für die Anwendenden ist natürlich von entscheidender Bedeutung. Doch auch der Anwendungskontext, die technischen Gegebenheiten, Fragen des Datenschutzes und die Zielgruppe sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Der Digital Index (eine jährliche Studie der Initiative D21 zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland) unterscheidet beispielsweise sechs digitale Nutzertypen: Vom „Abseitsstehenden Skeptiker“ über den „Vorsichtigen Pragmatiker“ bis hin zu den „Technik-Enthusiasten“. Abhängig vom Digitalisierungsgrad der jeweiligen Nutzergruppe ist es z.B. sinnvoll, mehr Zeit für die Einführung und Vorstellung eines Tools einzuplanen oder ebendiese kurz zu halten und an den hohen Wissensgrad der Lernenden anzupassen.

Auch sollten die ausgewählten Tools zum methodisch-didaktischen Design der Seminarphasen passen und die gewählte Arbeitsform (z.B. Kleingruppen- oder Partnerarbeit) unterstützen. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, online zu kollaborieren und außerhalb eines konkreten Lernkontextes produktiv zu arbeiten. Als hilfreiche Grundlagen digitaler Lernraumgestaltung können die online-Lernphasen nach Gilly Salmon und handlungsorientierte Lernszenarien nach Claudia Bremer beispielhaft genannt werden.

Die Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung zeigen: Digitale Tools können einen Lern- und Lehrkontext produktiver, visueller und interaktiver gestalten. Das Finden und die Einführung neuer Tools kann aber, auch aufgrund der Masse an verfügbaren, kostenlosen Angeboten im Internet, mit einigem Aufwand verbunden sein. Lehrende (und vor allem auch die Führungsebene der betreffenden Einrichtung) sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen und die nötige Zeit für Recherche, Prüfung und Anwendung investieren. Denn bei richtiger Implementierung stellen digitale Tools spannende und zukunftsgerichtete, didaktische Unterstützungsmöglichkeiten dar, die auch heterogenen Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen gerecht werden können.

Und jetzt? Eine Auswahl von Web- und Softwaretools sowie die Auslotung von Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der Erwachsenenbildung bietet ab April 2018 der zweite „EBmooc- Digitale Werkzeuge für ErwachsenenbildnerInnen“. Anmeldungen sind bereits möglich. 

Bildnachweis: CC0-Lizenz von Pixabay

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Refresh comments

Anzeige 1 - 8 of 8
  • Bild des Benutzers Christian BERNHARD-SKALA

    Lieber Max,

    aus dem Nachdenken über deinen Beitrag ist ein größerer Text geworden, den ich eben auf EPALE veröffentlicht habe. Deine Meinung würde mich sehr interessieren.

    Grüße

    Christian

  • Bild des Benutzers Maximilian Göllner

    Stark! Bin ganz bei dir und habe meine Gedanken als Kommentar ergänzt. 

  • Bild des Benutzers Christian BERNHARD-SKALA

    Hallo Max,

    ich fand dazu diesen Versuch der EU-KOM interessant, auch mal für Bildungsorganisationen ein Assessment-Tool zu entwickeln, das die organisationale Kompetenz in der Digitalisierung einschätzt (S. 5).

    Es bezieht sich zwar stark auf Schulen und ist wie meistens recht abstract und auch an vielen Stellen teil einer politischen Governance Strategie. Der Blick kann sich aber lohnen. Es integriert eine Menge Tools, die auch immer wieder auftauchen: Open Badges usw.

    Übrigens - das fand ich wirklich innovativ - ist das Dokument auch als epub downloadbar. Da könnten sich einige mal ein Beispiel dran nehmen.

    Liebe Grüße für ein schönes Wochenende

    Christian

     

     

  • Bild des Benutzers Maximilian Göllner

    Hallo Christian, 

    danke für das Fundstück. Das sieht spannend aus und die Lektüre päppelt sicherlich mein Englisch gleich mit auf! 

  • Bild des Benutzers Tino BOUBARIS
    Ich halte es für sinnvoll, dass Organisationen der Erwachsenenbildung individuelle Digitalisierungsstrategien entwickeln, um sich auf zukünftige Herausforderungen, Möglichkeiten und Entwicklungen vorbereiten zu können. Dazu brauchen die Organisationen fachliche Unterstützung und Begleitung. Es gibt viel zu tun!
  • Bild des Benutzers Maximilian Göllner

    Hallo Tino, 

    unbedingt! Wir arbeiten bei der k.o.s gerade an einem Digitalen Plug-in für das Qualitätsmanagement. Das Plug-in soll Einrichtungen zeigen, an welchen Stellen in ihrem Organisationsablauf sie sich im Bezug zum Thema Digitalisierung welche Fragen stellen und beantworten müssen. Angelehnt an die High-Level-Struktur gängiger QM-Systeme lässt sich das Plug-in auch unabhängig vom Stand des eigenen Qualitätsmanagements übertragen. 

    Wenn wir mit der Publikation fertig sind, kann ich dir gerne Beschied geben. 

    Herzliche Grüße aus dem stürmischen Berlin
    Max 

  • Bild des Benutzers Tino BOUBARIS

    Gerne! Ich bin gespannt wie das in unser QM (LQW) integriert werden kann.

  • Bild des Benutzers Maximilian Göllner

    In unseren bisherigen WSs zum Digitalen Plug-in waren bei den LQWlern vor allem QB 2, 4, 6, 7 und 8 relevant. Alle Überlegungen flossen dann als konkrete Maßnahmen in den QB 11 ...