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Zugang zum Netz: Freifunk richtet WLAN in Flüchtlingsunterkünften ein

22/03/2016
by Barbara HILLER
Sprache: DE

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Öffentlicher Hotspot am Mangfallplatz in München.
Öffentlicher Hotspot am Mangfallplatz in München. Bild: EPALE Deutschland

von Barbara Hiller, Team EPALE Deutschland

 

Es gibt ungefähr 100 Flüchtlingsunterkünfte in München und Umgebung. Lediglich 5-10 davon bieten Internetanschluss, aber das wird sich ändern, denn die Stadt kooperiert nun mit Freifunk. Die Initiative versteht sich als offene Community, die mit Hilfe von privaten Routern öffentliches WLAN aufbaut.

Lars Mentrup ist Mitglied des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, einem der 25 Münchner "Stadtteil-Parlamente". Mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge in seinem Bezirk wurde er darauf aufmerksam, dass sie dringend Internetanschluss brauchen. Auf der Suche nach einer Lösung überzeugt ihn das Konzept der Freifunker, weil es kostengünstig und technisch einfach ist. 

Mit dem Konzept der Freifunker kann vor allem das Problem der sogenannten Störerhaftung umgangen werden. Dieses Gesetz verhindert die Einrichtung von kostenlosem Netzzugang in Deutschland.

Im Interview mit EPALE Deutschland erklärt Lars Mentrup wie es funktioniert: privates und offenes Netz laufen getrennt und der Datenverkehr wird ins Ausland geleitet.

Audio: Lars Mentrup über das rechtliche Problem der Störerhaftung und die Lösung von Freifunk (2 min)
 
Es ist ganz einfach als Privatperson einen Freifunk-Router aufzustellen. Dann "betreibt man einen Knoten" und ist selbst Freifunker. Es gibt keine Hürden fürs Mitmachen und keine Gebühren. Ein Grund warum die Community so schnell wächst. Informationen dazu: Webseite Freifunk.net

Weitere Informationen
 

11-05-2016
Süddeutsche Zeitung: "Freies WLAN für alle. Regierung schafft Störerhaftung ab".

Freifunk: Zusammenarbeit mit Geflüchteten
- Liste bisheriger Projekte

Internet ist gleich mit Essen
Studie des Deutschen Kinderhilfswerks zur Bedeutung von digitalen Medien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Flüchten mit Facebook statt Schleuser
Zündfunk Netzkongress auf Youtube  von Sammy Khamis, Mitarbeiter bei BR2 Zündfunk

Asylplus: Flüchtlinge brauchen die Möglichkeit zum Selbstlernen
EPALE-Beitrag über einen Verein, der Computerzentren für Geflüchtete einrichtet.

Dennoch gelingt es nicht immer, die Verantwortlichen in der Politik von der Zuverlässigkeit der Methode zu überzeugen. Wenn die Bedenken zu groß sind, übernimmt Freifunk als Verein sogar das Haftungsrisiko. Das wäre vermutlich gar nicht nötig, denn das "Providerprivileg" des Telemediengesetzes gibt zusätzlichen Schutz.

Audio: Lars Mentrup über Haftungsrisiko und "Providerprivileg"  ( 3:17 min)
 
 

Inzwischen haben die Münchner Freifunker eine Übereinkunft mit der Kommunalpolitik geschlossen. Ehrenamtliche Freifunker werden nach und nach in den Flüchtlingsunterkünften WLAN einrichten, und die Stadt bezuschusst die Kosten für Geräte und Serverbetrieb. Auch mit der Bezirksregierung von Oberbayern sind die Freifunker im Gespräch.

Audio: Lars Mentrup über die Einrichtung von WLAN-Zugang in Münchner Flüchtlingsunterkünftgen (1:20 min)

 

Als nächstes wird Freifunk München eine zentrale Ankunftszentrum in der Maria-Probst Straße mit WLAN ausstatten. Die Zahl der Ankommenden beträgt dort an manchen Tagent bis zu 1200 Menschen. Sie haben dann gleich Netz und können eine Nachricht an ihre Familie schicken. (Zur Bedeutung von Smartphones für Geflüchtete:

 

Geflüchtete bedienen sich in Deutschland meist an öffentlichen Hotspots oder finden heraus, wo jemand einen privaten Knoten betreibt. "Das spricht sich herum", sagt Lars Mentrup. Neben der Kommunikation mit Angehörigen ist Internet für Geflüchtete genauso wie für jeden anderen die Voraussetzung für Zugang zu Information und für das Online-Lernen. Freifunk ist in ganz Deutschland aktiv. Mehrere Landesregierungen und Städte unterstützen die Initiative bei der Einrichtung von Internetzugang für Flüchtlinge.

 

Barbara Hiller hat Agrarwissenschaften studiert und zusätzlich einen Master in Education an der britischen Fernuniversität Open University abgeschlossen. Ihr Interesse gilt besonders der Bildung und dem Lernen in Naturwissenschaften. Sie ist Mitarbeiterin des Teams EPALE Deutschland und arbeitet außerdem in der Nationalen Agentur beim BIBB für das Förderprogramm Erasmus+.

 

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