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Blog

Validierung von Kompetenzen im Ehrenamt über den Europäischen Qualifikationsrahmen

29/04/2016
by EPALE Deutschland
Sprache: DE
Document available also in: EN ES PT BG IT FI

'Einen Ehrenamtstag für die Stadt organisieren’, ‚Im Altersheim einen Tanzkurs durchführen’, ‚Kindern am Nachmittag beim Lesen lernen helfen‘, ‚Das Management einer Jugendsportmannschaft übernehmen’ – Das sind vier Beispiele für ehrenamtliches Engagement. Es spiegelt einen klassischen Bereich informellen Lernens wider. In der Regel erwerben die ehrenamtlich Engagierten während ihrer Tätigkeiten neue Kompetenzen oder entwickeln Kompetenzen weiter. Im Mittelpunkt des EU-Projektes Destination eValidation (DesTeVa) steht die Entwicklung eines Online-Tools zur Validierung dieser informell  erworbenen Kompetenzen im Bereich des Ehrenamtes (englisch ‚volunteering‘).

Das Projekt läuft seit Oktober 2014 und wird im Rahmen des ERASMUS+-Programmes gefördert.

Das Konsortium besteht aus neun Partnern (Deutschland, Bulgarien, Finnland, Großbritannien, Italien, Portugal, Rumänien, Spanien, Türkei), die gemeinsam an der Entwicklung und Zielerreichung arbeiten.

Mit einem Online-Tool seinen Kompetenzerwerb im Ehrenamt sichtbar machen

Durch ehrenamtliche Tätigkeiten werden Kompetenzen erworben und erweitert. Dies ist den Engagierten oftmals gar nicht bewusst und es fehlt an entsprechender Würdigung und Anerkennung, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt. Das Hauptziel des Projektes ist daher die Entwicklung eines Online-Tools, mit dessen Hilfe ehrenamtlich Engagierte Ihre erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen reflektieren, festhalten und für andere sichtbar machen können.

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Im Freilwilliges Engagement erwerben Menschen zahlriechen Kompetenzen
Das Besondere ist dabei, dass die Sichtbarmachung an den Europäischen Qualifikationsrahmen bzw. den Nationalen Qualifikationsrahmen der beteiligten Partnerländer gekoppelt ist. Damit wird ein Beitrag zur Weiterentwicklung eines einheitlichen europäischen Bildungsraumes geleistet.

Über das Online-Tool wird es somit nicht nur ermöglicht, erworbene Kompetenzen im Ehrenamt sichtbar zu machen, sondern darüber hinaus erhalten die Benutzer Rückmeldung, in welcher Kompetenzstufe sie sich in ihren Nationalen Qualifikationsrahmen zuordnen können. Diese Informationen sind relevant, um individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu erkennen. Aber auch zukünftige Arbeitgeber bekommen relevante Informationen über die Fähigkeiten der Ehrenämtler.

Ausgangspunkt: Nationale und Europäischer Qualifikationsrahmen

Zunächst erfolgte eine Strukturanalyse der Nationalen Qualifikationsrahmen der einzelnen Partnerländer und deren Verbindung zum Europäischen Qualifikationsrahmen. Aufbauend darauf wurde eine Level-Matrix entwickelt, in der auch die Key Competences für lebenslanges Lernen berücksichtigt wurden. Das Konsortium entwickelte auf dieser Grundlage:

1.Reflexionsfragen, die Ehrenamtliche dazu anregen sollen, über ihre Fähigkeiten nachzudenken, diese zu konkretisieren und sich bewusst zu machen, wie diese ihnen in ihrem privaten und beruflichen Leben helfen. Die Reflexionsfragen orientieren sich an den Schlüsselkompetenzen.

2. Fragen zur Festlegung der Kompetenzstufe in Relation zum Europäischen Qualifikationsrahmen.

3. Statements, die auf das jeweilige EQF Level angepasst sind und mit deren Hilfe über eine Selbst- und Fremdeinschätzung beschrieben wird, inwiefern eine Kompetenzstufe erreicht wurde.

Über Reflexionsfragen sowie Selbst- und Fremdeinschätzung zum Zertifikat

Die Entwicklungsarbeiten mündeten in einem Online-Tool. Das Online-Tool enthält vier aufeinander aufbauende Schritte. Zunächst trägt der Nutzer seine bisherigen Aktivitäten im ehrenamtlichen Bereich ein und beschreibt diese ausführlich möglichst anhand konkreter Dokumente wie Arbeitsproben u. ä. Anschließend sind Reflexionsfragen zu den einzelnen Key Competences zu beantworten (offenes Fragenformat). Es folgt die Selbsteinschätzung, für die zunächst vier Fragen zu beantworten sind, um die Zuordnung zu einem EQF Level vorzunehmen. Die darauffolgenden Statements beziehen sich auf die jeweilige Kompetenzstufe im EQF bzw. in den NQFs. Die Ehrenamtlichen nehmen dann Selbsteinschätzungen zu diversen Aussagen in jedem Kompetenzbereich vor. Im Anschluss daran haben die Freiwilligen die Möglichkeit eines Peer-Assessments. Sie können beispielsweise Vorgesetzte oder Mitengagierte per Email eingeladen, die dann ebenfalls anhand der Statements eine Einschätzung des Ehrenamtlichen vornehmen. In einem persönlichen Portfolio werden dann alle Informationen übersichtlich zusammengefasst und dargestellt. Ein entsprechendes Zertifikat wird bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erteilt (u.a. Vollständigkeit der Fragenbearbeitung, Bestätigung des gewählten Levels anhand der Statements, bestimmte Anzahl an Peer-Assessments usw.).

Anfangen!

Unter http://validationforvolunteers.eu können Sie sich selbst ein Bild vom Projekt machen und finden einen Link zur Testversion des Online-Tools. Geplant ist, am Ende der Projektlaufzeit (November 2016) allen interessierten ehrenamtlich Engagierten in Europa das Online-Tool zugänglich zu machen. Es geht darum, ein Bewusstsein für die Kompetenzen, die im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten erworben werden, zu schaffen und auf die Notwendigkeit, diese Kompetenzen zu validieren, aufmerksam zu machen. Um relevante Stakeholder dafür zu sensibilisieren und zu erreichen, werden nationale Seminare und transnationale Konferenzen während der Projektlaufzeit organisiert sowie weitere zahlreiche Disseminationstätigkeiten unternommen. Hier zu laden wir herzlich ein.

Zu den Autoren

Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz begann das beschriebene Projekt an der Universität Paderborn als  Juniorprofessor. Herr Gerholz hat seit Sommersemester 2016 die Professur für Wirtschaftspädagogik an der Universität Bamberg inne. Trotz des Wechsels ist er weiter im Projekt engagiert und aktiv. Silvia Zehr betreut das Projekt als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

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1 - 4 von 4 anzeigen
  • Bild des Benutzers David Mallows

    Many thanks Christian

  • Bild des Benutzers Christian BERNHARD-SKALA

    Dear Lynne and David,

    the link of the beta version works now!

    Best,

    Christian

  • Bild des Benutzers Lynne Thompson

    Hi,

    Article very interesting, especially as I have been involved with technology volunteering here in the UK and helping volunteers gain qualifications. As David Mallows mentions, I tried the link to  the beta test (tool.validationforvolunteer.com) on three different web browsers, Internet Explorer, Chrome and Firefox same results not able to find webpage.

     

    Please let me know when this has been fixed thank you.

  • Bild des Benutzers David Mallows

    Thank you for this blog and for the link to the project website. Helping volunteers '...to reflect, to document and to visualize the competences they have gained' seems an excellent way of encouraging (and understanding) volunteering.

    One small point: I tried to use the online tool, but the link doesn't appear to be working. 

    Best wishes

    David