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Blog

Die Macht einer einzelnen Person —eine Stimme

25/04/2019
by Michael kenny
Sprache: DE
Document available also in: EN CS EL PL HU RO ET

Lesedauer circa 5 Minuten - Lesen, liken, kommentieren!

Originalsprache: Englisch

/epale/de/file/epale-climate-change-adult-learningEPALE Climate Change Adult Learning

EPALE Climate Change Adult Learning

Erwachsenen- und Gemeinschaftsbildner Michael Kenny von der Universität Maynooth macht sich Gedanken über die Rolle der Erwachsenenbildung bei der Steigerung des Umweltbewusstseins und bei der Anpassung an den Klimawandel.

Die Erwachsenenbildung hat die weltweite Herausforderung des Klimawandels (noch) nicht in Angriff genommen. Obwohl mehr als 97% der Wissenschaftler*innen die Beweislage als eindeutig einschätzen und die Ergebnisse der Klimaforschung stichhaltiger sind, als sonst in der Wissenschaft üblich,  wird das Thema in der Erwachsenen- und Berufsbildung vermieden oder zugunsten „dringlicherer Angelegenheiten“ links liegen gelassen. Sind wir Klimaverweigerer? Oder sehe ich das falsch?

Natürlich ist die Zeit, die in politische Themen der Erwachsenen- und Berufsbildung wie Teilhabe, Förderung, Inklusion, Entwicklung, Integration usw. investiert wird, wichtig. Allerdings wird politischer Fortschritt bald redundant, wenn wir weiterhin unsere Erde so unbedacht verschmutzen. Das beunruhigt mich! Sind Sie auch beunruhigt?

Ich finde es schwierig, mir die Auswirkungen grundlegender Klimaveränderungen auszumalen. Ich führe ein komfortables Leben und erwarte positive Entwicklungen von nachfolgenden Generationen. Ich blicke der Zukunft so positiv entgegen, dass ich mein Leben damit verbringe, andere Menschen bei ihrem Versuch zu unterstützen, ihr Leben durch Bildung zu verbessern und durch diese Bildung aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen. Nun stehe ich vor der unangenehmen Möglichkeit, gar der unvermeidbaren Tatsache, dass diese strahlende Zukunft, die ich anderen immer habe verkaufen wollen, eher herausfordernd, wenn nicht sogar düster, sein wird.

Als studierter Wissenschaftler kenne ich viele der Forschungsergebnisse, die auf eine globale Klimaveränderung hinweisen. Ich habe die Bücher gelesen und den Redner*innen zugehört. Trotzdem hat es den Einfluss einer einzelnen Person gebraucht, um mich wirklich zum Nachdenken zu bringen: Greta Thunberg [1] (schauen Sie sich Gretas TED-Talk an, 11 Minuten).

Greta könnte meine Tochter sein. Mittlerweile sogar meine Enkelin. Sie verfolgt keine Agenda außer ihrer eigenen Zukunft. Doch sie hat den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen. Sie fragt, was all das schulische Lernen bringen soll, wenn Schüler*innen mit dem Gelernten nichts anfangen?

Ich kenne den Ort Beira in Mosambik und auch die Nsange-Region im südlichen Malawi. Als humanitärer Helfer habe ich in diesem Teil der Welt einige Jahre verbracht. 1,4 Millionen Menschen, darunter 0,4 Millionen Kinder, in dieser südöstlichen Region von Afrika (394 Quadratkilometer bzw. 152 Quadratmeilen) haben aufgrund eines unerwarteten Zyklons und Überflutungen alles verloren. „Alles“ schließt auch ihre grundlegenden Lebensmittelerträge für das kommende Jahr mit ein. Ihnen bleibt nichts. Vor drei Jahren verbrachte ich einige Zeit mit Menschen in der Beira-Region von Mosambik, die aufgrund der Überflutungen von dort hatten fliehen müssen. Ich erinnere mich noch daran, wie sie mich fragten: „Wo kam das ganze Wasser her?“ Sie waren damals in einem Zustand der Schockstarre. Jetzt ist es noch schlimmer.

Flood Mozambique

Das Ausmaß der Überflutungen, in rot dargestellt, um die Hafenstadt Beira in Mosambik herum am 19. März 2019. European Space Agency

Wie stehen denn wir Erwachsenenbildner*innen zu dem Ganzen? Wie reagieren wir darauf?

In seinem Blog-Beitrag vom November 2018 schrieb Professor Alan Tuckett: „Wie die von der UN festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung zeigen, bedeutet der Umgang mit dem Klimawandel auch das Lernen und Aneignen neuer Verhaltensmuster durch Erwachsene“. Er betonte: “Derartige Veränderungen treffen immer diejenigen am härtesten, die geringqualifiziert sind, nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen oder Migrant*innen sind, die noch kein fließendes Englisch sprechen sowie viele Menschen mit Behinderung“. Weiter sagt er: „...Die Zeit ist reif für eine rapide Ausweitung von Investitionen seitens der Regierung, der Arbeitgeber*innen sowie Einzelner.“

Es gibt noch so viel mehr, was ich hinzufügen könnte:

  • 2018 waren 62 Millionen Menschen von Naturgefahren betroffen, von denen die meisten mit extremen Wetter- und Klimaereignissen in Verbindung stehen.
  • In den USA, Europa und Japan werden 1600 Todesfälle mit Hitzewellen und Flächenbränden assoziiert.
  • Und so weiter und so fort.

Aber genug damit! Ein Blog-Beitrag sollte eine Frage in den Raum werfen, zum kritischen Nachdenken anregen, und letztendlich  zu einer Antwort auf diese gestellte Frage einladen—auch wenn diese Antwort aus einem einzigen Wort besteht.

Greta hat mir die Macht der Einzelnen gezeigt. Einzelne mit ehrlicher und kritischer Stimme.

Also bin ich gerade dabei, meinen persönlichen Beitrag als einzelner Erwachsenenbildner neu zu begreifen.

[1] Greta Thunberg ist eine schwedische Schülerin, die Bekanntheit  als Initiatorin der im November 2018 angefangenen Schulstreikbewegung „Fridays for Future“ erlangt hat. Nach der COP24-Konferenz im Dezember 2018 erfuhr sie weltweit Beachtung.


/epale/de/file/michael-kennyMichael Kenny

Michael Kenny
Über den Autor: Michael Kenny ist ein Erwachsenen- und Gemeinschaftsbildner mit besonders ausgeprägtem Interesse an gesellschaftlicher Partizipation. Er wuchs als Kind in einer Migrant*innenfamilie auf einem ländlichen Bauernhof im Westen Irlands auf. Er hat einen Abschluss in Agrarwissenschaften (BAgrSc 1980), einen Master in Rural Development („ländliche Entwicklung“) (MAgrSc 1990) sowie ein Diplom der Höheren Bildung (HDHE 1998). Er besitzt Erfahrung in der Jugendarbeit, der Gemeinwesenarbeit in Irland und Afrika (7 Jahre) und hat sich weitreichend in formalen, non-formalen und freiwilligen ländlichen und städtischen Organisationen engagiert.


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1 - 8 von 8 anzeigen
  • Bild des Benutzers Michael kenny
    I mentioned (See previous post: As an update: On Monday 29th) that elected Councillors/Municipal Authority elected representatives in Wicklow (a county in the East coast of Ireland) will debate on April 29th a motion to declare a Climate and Biodiversity Emergency.

    Please note that Wicklow County Council has become the first local authority in Ireland to declare “a biodiversity and climate-change emergency” (See https://www.irishtimes.com/news/environment/wicklow-council-declares-bio...). This motion recognises the need to respond more urgently to the threat of climate breakdown and the global decline of species.

    The unanimous decision of municipal councillors was taken on April 29th coincides with similar declarations made in the UK, Scottish and Welsh parliaments – and by cities such as London and Manchester.

    Councillors were gently pushed to adopt this motion after they were briefed by local students who participated in recent school strikes for climate action in Wicklow and all over Ireland. The students recent school strikes for climate action was inspired by Greta Tunberg (https://www.youtube.com/watch?v=VFkQSGyeCWg) speaking out on climate justice.

    We are seeing one of the benefits of being part of Europe, of having a global perspective, and of learning from each other.

    I made my own contribution to the understanding of elected Councillors/Municipal Authority elected representatives in Wicklow by writing to each councillor in advance of the vote. Here is the text of what I wrote:
     *************** 
    I write to you in relation to the upcoming debate on Monday 29th April, on a motion to declare a Climate and Biodiversity Emergency prompted, I understand, by Wicklow youth recent Global Climate Strike on March 15th, which urged our politicians to start acting. I understand your motion is a first step in recognising that Wicklow, Ireland and the world is facing ecological challenge of great import, which threatens life on the planet. If the motion was passed it would urge Wicklow County Council to act to protect and re-wild Wicklow as if there is an emergency. If passed, it would also be the first local authority in Ireland to do so – a brave step.

    I am an academic in the Department of Adult & Community Education, Maynooth University (Ollscoil na hÉireann Má Nuad). As you will see from my attached biography I am a rural farmers’ son and I have extensive experience in Africa where I see the horrible effects of climate change. I am an adult educator in Ireland and indeed have engaged with some of the elected officials and staff (Deirdre Whitfield, Margaret Malone) of Wicklow County Council.

    Being informed for this debate is essential. I wish to refer you to a readable paper by my colleague Dr Conor Murphy of ICARUS in Maynooth University. This paper from dropbox at https://www.dropbox.com/s/s6z3cm1f2qbm1ub/Conor%20Murphy%20Final1.pdf?dl=0 and the associated video https://www.youtube.com/watch?v=J-o5bpLmXJk from the Citizens Assembly will provide relevant information for you.

    Dr. Conor Murphy - Session 1: The Science of Climate Change - Citizens' Assembly Session 1:The Science of Climate Change - Dr. Conor Murphy, Maynooth University - Eighth Meeting of the Citizens' Assembly - How the State can make Ireland a leader ... https://www.youtube.com/watch?v=J-o5bpLmXJk 

    As a former town councillor (http://www.meathchronicle.ie/news/roundup/articles/2012/06/13/4010852-ke...) I know the leadership impact of an adopted County Council motion.

    Lastly, I have no hesitation in saying I worry for my grandchildren.

    I hope this information guides you and I wish you well.

    Yours sincerely
    **********
    This may be of assistance to EPALE Blog readers. 

    Comment and feedback welcomed.

    Michael 
  • Bild des Benutzers Marta Kosińska
    What is striking for me, writing from the perspective of citizen of Poland and EPALE Ambassador, is the very difference of the basic experiences of adult educators. In the central Europe (and it is still Europe) the every day life experience of climate change is far more difficult and urgent than in the Western countries. So I could not write "I have a comfortable life and I have positive expectations for my next generations", because I have not theese, and in my everyday life I breathe very bad, polluted air, and eat very bad food (although trying to find a good one). My conclusion is, that depending on what place on the Earth we live, we have very different basic experiences about a climate change and these determine tools of adult environmental education and its basic critical categories we construct. Sometimes we have to refer or even create some kind of environmental imagination, and sometimes we don't have to do this, because we deal with very hard everyday experience of polluted environment. Education based on experience and education based on imagination - maybe as critical educators we should build coalitions to exhange these perspectives in Europe?
  • Bild des Benutzers Michael kenny

    Dear Marta, Apologies for my delay in replying.

    Indeed those of us who live in Western Europe and particularly those of us living on the most Westerly island (Ireland) fanned by moist South-Westerly prevailing wind and kept warm by the North Atlantic Drift current are not concientised fully about the impacts of climate change. Many of us think this is an issue for others to solve. Further, many adults, even parents, thank that they can pass this issue on to the next generation with no guilt for having done so little. This was said to me on a number of occasions.

    I note that there are a small but powerful group in Ireland who are getting increasingly angry that there is no much talk about climate change because they are deniers. I presume many others are seeing the same.

    Martha, you are living with day to day consequences of environmental degradation. You say “In the central Europe (and it is still Europe) the every day life experience of climate change is far more difficult and urgent than in the Western countries.” You also say “… I could not write ‘I have a comfortable life and I have positive expectations for my next generations’".

    The recent Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) See https://www.theguardian.com/environment/2019/may/03/climate-crisis-is-about-to-put-humanity-at-risk-un-scientists-warn and the UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) See https://www.theguardian.com/environment/2018/oct/08/global-warming-must-not-exceed-15c-warns-landmark-un-report warnings add greater urgency to our task.

    In defence of balance and positivity I say we must focus on what we can do. You say “… maybe as critical educators we should build coalitions to exchange these perspectives in Europe?”. I agree.

    As educators we are leaders. We must be ahead of the population and, in this case, be ahead of the politicians. We must know our data/information. We must insert the information in the courses we teach and we must educate a critically conscious people who will lead the response.

    Thank you for your post Martha.

  • Bild des Benutzers Michael kenny
    As an update:

    On Monday 29th April, elected Councillors/Local authority elected representatives in Wicklow (a county in the east coast of Ireland) will debate a motion to declare a Climate And Biodiversity Emergency. This is largely due to the amazing efforts by County Wicklow young in the recent Global Climate Strike on March 15th, which have urged our politicians to start acting.

    Supported by President Higgins and former President Mary Robinson, this motion would be a first step in recognising that Wicklow, Ireland and the world is facing ecological collapse, which threatens all life on the planet. If passed, it would force Wicklow County Council to act as if there is an emergency and to start protecting and rewilding Wicklow. If passed, it would also be the first local authority in Ireland to do this, and would put pressure on other councils to follow.

    This is a very important step - Councillors need to know they have our support.

    You will find a very succinct and interesting paper from my colleague Conor murphy of ICARUS at short paper to the citizens assembly
    The associated video is also online 

    Michael
  • Bild des Benutzers Simon BROEK
    Very thought-provoking blog Michael! I am wondering whether climate change as such should be a central topic, or whether this should be dealt with in a more holistic way under critical thinking: interpret information about the world around us; question your own views and beliefs; and change your behaviour to match with what you - after critical analysis - think is best. This would apply to climate change, but also to how people behave on social media, think about society and democratic values.
  • Bild des Benutzers Aisha SMITH
    If you'd like to connect with adult education practitioners who teach about the environment (and/or STEM), you can join the Community Practice Group called "Environment and Stem learning", set up by EPALE UK Ambassador, Alison McLachlan - find out more about Alison on the UK NSS page (under the 'About EPALE' - 'EPALE in your country' tab). 
  • Bild des Benutzers Michael kenny

    Thank you for your comment Simon. I had considered developing your train of thought in the blog post but it is better now that you have taken it up. A more holistic way under critical thinking and interpreting information about the world around us is always better. Indeed our approach should be based on problem pausing and problem solving saw that education for adults is about the here and now problems that people face. Theoretically I agree. But I am concerned that we years adult educators are not taking this challenge adequately seriously or urgently. We need a mass mobilisation of adult educators who will place our understanding critical assessment of the impact of climate change within every module we teach formerly, non formerly, and informally. I suggest “… climate change as such should be a central topic” but embedded within philosophy, sociology, cultural learning, agriculture, engineering, music, physical education, etc. We do this anyway because we bring our norms to learners unconsciously.  So why not do this with one of the greatest present challenge to humanity.

    Thank you.

    Michael

  • Bild des Benutzers Michael kenny

    Dear Aisha, Greetings I apologise for my delay in responding to a year post. Indeed I would be keen to link with the Community Practice Group called "Environment and Stem learning". It is these kind of linkages that are very important for our collective success as educators. This is evidence of the important networking role of EPALE.

    Do you have a direct link as I did not understand your directions above?  Thank you. Michael