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EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Blog

„Eine Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zum Lernen“

26/02/2015
by Mary-Clare O'CONNOR
Sprache: DE
Document available also in: EN FR IT PL ES

Es ist allgemein bekannt, dass die EU eine Strategie für die allgemeine und berufliche Bildung verfolgt, aber inwiefern ist die Erwachsenenbildung davon betroffen? Andrew McCoshan, Qualitätsredakteur bei EPALE, besuchte die Europäische Kommission, um das herauszufinden. Dort sprach er in der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration mit Angela Andersson, die für die Koordinierung der ET 2020 Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung verantwortlich ist.

Wenn man in der Erwachsenenbildung tätig ist, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Strategie der EU für allgemeine und berufliche Bildung – bekannt unter der Bezeichnung „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“ oder „ET 2020“ – von der alltäglichen Arbeit in der Erwachsenenbildung weit entfernt ist. 2009 ins Leben gerufen, setzt sie die Vorläuferstrategie ET 2010 fort und besteht aus einer Reihe von Zielen und Schlüsselbereichen, an denen sich die Entwicklung der allgemeinen und beruflichen Bildung orientieren soll.

Da diese Ziele für 28 Mitgliedstaaten gelten, ist es wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass sie auf recht hohem Niveau formuliert wurden. Jedoch ist die Politik der EU, wie Angela Andersson bemerkt, eigentlich sehr „praxisorientiert“. Die Umsetzung der Ziele ist weiterhin Aufgabe der Mitgliedstaaten. Eine wichtige Möglichkeit hierfür sind Arbeitsgruppen, von denen sich eine mit Erwachsenenbildung beschäftigt. Die Arbeitsgruppe bietet den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, ihre Politik auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung durch wechselseitiges Lernen und die Identifizierung von Best Practices weiter zu gestalten.

Ziele und Schlüsselbereiche von ET 2020

Strategische Ziele

Schlüsselbereiche, 2012 – 2014

Lebenslanges Lernen und Mobilität als Realität

 

Strategien für lebenslanges Lernen

Europäische Referenzinstrumente

Mobilität zu Lernzwecken

Verbesserung der Qualität und der Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung

 

Grundkompetenzen (in den Bereichen Lesen und Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik), Sprachkenntnisse

Berufliche Weiterbildung von Lehrkräften, Ausbildern und Schulleitern

Modernisierung der Hochschulbildung und Erhöhung der Hochschulabschlussquoten

Attraktivität und Relevanz der beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung

Effiziente Finanzierung und Evaluierung

 

Förderung von Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und aktiver Bürgerschaft

 

Schulabbrecher

Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung

Gerechtigkeit und Vielfalt

Förderung von Kreativität und Innovation – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Partnerschaften mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft

Bereichsübergreifende Schlüsselkompetenzen, Unternehmerausbildung, digitale Kompetenz, Medienkompetenz, innovative Lernumfelder

 

Quelle: Gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission (2012) über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung („ET 2020“) „Die allgemeine und berufliche Bildung in einem intelligenten, nachhaltigen und integrativen Europa“ (2012/C 70/05)

Die aktuelle Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung wurde Anfang 2014 gegründet. Ihr Mandat gilt noch bis zum Herbst 2015. 27 Mitgliedstaaten sowie Serbien, die Türkei, Island, Liechtenstein und Norwegen haben jeweils einen Experten in die Arbeitsgruppe entsandt, die regelmäßig zusammenkommt. Europäische Interessenträger auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sind ebenfalls beteiligt. Über die Arbeitsgruppe haben sich die Mitgliedstaaten darauf geeinigt, sich besonders mit drei Themen zu befassen: Grundbildung von Erwachsenen, die Wirksamkeit der politischen Ansätze in der Erwachsenenbildung und die bessere Verwendung neuer Medien in der Erwachsenenbildung.

Welche Ergebnisse konnte die Arbeitsgruppe erzielen? „Die Ergebnisse müssen unbedingt konkret und nützlich für politische Entscheidungsträger sein“, sagt Frau Andersson. „Die Arbeitsgruppe definiert, welche Art Ergebnisse sie erzielen möchte.“  Im Laufe ihrer Arbeit wird sie einen Leitfaden dazu erarbeiten, wie sich Maßnahmen in der Erwachsenenbildung effizienter gestalten lassen, insbesondere indem Erwachsene dabei unterstützt werden, Grundkompetenzen zu erwerben, und indem neue Technologien besser beim Lernen eingesetzt werden. Außerdem wird es Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung für politische Entscheidungsträger und Anbieter im Bereich der Erwachsenenbildung geben.

Rückmeldungen zeigen, dass die Experten sehr viel durch ihre Teilnahme lernen. „Selbst Länder mit Systemen, die als fortschrittlich angesehen werden, nehmen teil, da sie von anderen lernen und ihre Politik und ihr Angebot verbessern möchten“, bemerkt Frau Andersson. „Es wird sowohl formal als auch informell sehr viel gelernt.“

Die Arbeitsgruppe wird ihre Arbeit dieses Jahr im Oktober abschließen. Gegenwärtig wird in ET 2020 und den unterstützenden Arbeitsgruppen eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Angesichts der positiven Einschätzungen in der aktuellen ET-2020-Bewertung wird die politische Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten sicher fortgeführt werden. Und bis dahin wird die Arbeitsgruppe eine Reihe von Ergebnissen erzielt haben, die direkt für politische Entscheidungsträger relevant sind.

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