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HERITAGE-PRO: Kulturerbe erhalten durch interdisziplinäre Fortbildung

14/01/2019
by Karin Drda-Kühn
Sprache: DE

Lesedauer ca. 4 Minuten


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HERITAGE-PRO
Das Erasmus+-Projekt HERITAGE-PRO ist eine Initiative, die Kulturerbe-Manager*innen und deren Kooperationspartner*innen aus Handwerk und Restaurierung gezielt unterstützen möchte, ihre für die Erhaltung des Kulturerbes relevanten Kompetenzen gemeinsam zu entwickeln und operativ umzusetzen. Das Projekt lief 2018 an und soll bis 2021 mit Unterstützung des ERASMUS+-Programms die dafür notwendigen Instrumente entwickeln.

Wir verfolgen drei Ziele:

  • Verbesserung der interdisziplinären Kompetenzen von Kulturerbe-Manager/innen
  • Verbesserung von Arbeitsprozessen im Kulturerbe-Erhalt
  • Verbesserung von Kosteneffizienz bei Erhaltungsmaßnahmen

Warum HERITAGE-PRO?

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© HERITAGE-PRO
Das europäische Kulturerbe-Management gleicht einer Ansammlung von sogenannten „Wissenssilos“. Das bedeutet, dass das für den Erhalt des Kulturerbes eingesetzte Fachpersonal zwar hoch qualifiziert ist, aber nicht für die interdisziplinäre Zusammenarbeit geschult wurde. So vernachlässigt die Ausbildung von Kunsthistoriker*innen, Architekt*innen und Kulturmanager*innen die Schulung von Querschnittskompetenzen, welcher allerdings für die erfolgreiche und kosteneffiziente Erhaltung von Kulturerbe ausnehmend wichtig ist. Spezialist*innen, die sich professionell für den Erhalt des europäischen Kulturerbes einsetzen, haben so gut wie nie gelernt, interdisziplinäres Wissen zu organisieren und zu nutzen.

Dabei ist Interdisziplinarität hier ebenso wichtig wie anspruchsvoll. Von der Baugeschichte bis hin zum Handwerk – die verschiedenen Disziplinen mit ihren unterschiedlichen Fachkenntnissen und Erwartungen zusammenzuführen, kann kostspielige Sanierungen oder die eingeschränkte Nutzung eines Kulturdenkmals vermeiden helfen. Deshalb wird ein interdisziplinärer Fortbildungsansatz dringend gebraucht, damit fachliche, soziale und Management-Kompetenzen im Kulturerbemanagement vereint werden. Zudem haben die letzten Jahre auch einen Bedarf an Instrumenten aufgezeigt, die sowohl Fachleute als auch Freiwillige in ihrer Arbeit unterstützen können. Genau hier möchte das Erasmus+-Projekt HERITAGE-PRO ansetzen.

Der HERITAGE-PRO-Ansatz

Das HERITAGE-PRO-Team entwickelt zur Erreichung der Zielsetzung ein mehrsprachiges Fortbildungsprogramm. Dieses wird berufsbegleitend angeboten und spricht dabei alle Disziplinen an, die für das erfolgreiche Management von Kulturdenkmälern in Frage kommen. Mehrsprachige Leitlinien sollen Kulturerbe-Manager*innen bei anspruchsvollen Konservierungs- und Betriebsprozessen unterstützen sollen. Ein weiterer Ansatz ist der Aufbau eines Trainingscamps, in dem künftige Kulturerbe-Manager*innen sowie junge Handwerker*innen gemeinsam qualifiziert werden.

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HERITAGE-PRO
HERITAGE-PRO wendet sich an Fachkräfte, die mit Erhaltungs- und Betriebsaufgaben betraut sind. Das sind unter anderem Kulturmanager*innen mit dem Schwerpunkt „Kulturerbe-Erhalt“ sowie Denkmalpfleger*innen, Architekt*innen, Archäolog*innen, Restaurator*innen und Kunsthistoriker*innen.

Ebenfalls angesprochen sind Fachkräfte aus dem Handwerk, die an Kulturdenkmälern arbeiten, zum Beispiel in der Heizungstechnik, Elektrik, sowie der Holz- und Steinverarbeitung. Auch Vertreter*innen aus Stadt- und Regionalplanung und aus dem Privatsektor, die sich mit dem Thema Denkmalpflege und nachhaltiges Management befassen, sind zur Teilnahme eingeladen. Zu guter Letzt gehören auch junge Menschen in der formalen Kulturmanagement-Ausbildung, z. B. an Universitäten oder in der Meisterausbildung, sowie auch Freiwillige in "Freundeskreisen" von Kulturerbe-Stätten der Zielgruppe an.

Erwartete Ergebnisse

Unser Ziel ist eine bessere Synchronisierung von Präventivmaßnahmen zum Erhalt des Kulturerbes. Dadurch bedingt können falsche Entscheidungen im Kulturerbe-Erhalt vermieden und Kosten für öffentliche und private Eigentümer*innen effizienter kalkuliert werden.

Insgesamt möchte HERITAGE-PRO mehr Verständnis für die Bedeutung interdisziplinärer und nachhaltiger Kooperation für das Europäische Kulturerbe schaffen. Der Erfolg des Projektes wird sich in einem Ausbau der Fachkompetenzen, dem Schutz der bestehenden Arbeitsplätze und der Schaffung neuer, höher qualifizierter Arbeitsplätze niederschlagen. Das wird schlussendlich die einzigartige Position Europas bei der Erhaltung des Kulturerbes weltweit stärken und fördern.

Das Projektteam von HERITAGE-PRO

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© HERITAGE-PRO
HERITAGE-PRO wird von den folgenden sechs europäischen Institutionen, Unternehmen und Netzwerken aus Deutschland, Spanien, Österreich, Schweden und Belgien umgesetzt. Davon sind allesamt in der beruflichen Bildung zum Erhalt, zur Entwicklung und zur Nutzung des kulturellen Erbes tätig:

Kultur und Arbeit e.V. – Berlin (Bad Mergentheim, Deutschland) - Koordinator

Restrade (Höganäs, Schweden)

Asociación Española de Gestores de Patrimonio Cultural (AEGPC) (Madrid, Spanien)

European network on cultural management and policy (ENCATC) (Brüssel, Belgien)

Institut für immobilienwirtschaftliche Forschung (IPRE) (Wien, Österreich)

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (Mainz, Deutschland)

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HERITAGE PRO

Projektnummer 2018-1-DE02-KA202-005018

Falls Sie noch mehr über HERITAGE-PRO erfahren möchten, finden Sie mehr Infos auf unserer Homepage, auf Facebook, unter den Twitter-Hashtags #heritage-pro und #EuropeforCulture und auf Youtube.


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HERITAGE-PRO-Projekt
Zur Autorin: Dr. Karin Drda-Kühn ist Geschäftsführerin von Kultur und Arbeit e.V.. 2010 wurde sie von der Europäischen Kommission zum "European Ambassador for Women Entrepreneurship" ernannt und leitet seit 2012 die European Mobile & Mobility Industries Alliance (EMMIA) - Policy Learning Platform (PLP). Im Jahr 2014 wurde sie zur Vorzeigeunternehmerin der Initiative "Frauen unternehmen" des Bundeswirtschaftsministeriums berufen. Seit 2017 ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe "Skills, Training and Knowledge Transfer: traditional and emerging heritage" der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission.


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