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„The Future of Education“ - Bericht über eine internationale Konferenz in Italien

12/07/2017
by Carmen Biel
Sprache: DE

geschrieben von Carmen Biel

 

Anfang Juni 2017 fand unter dem plakativen Titel „The Future of Education“ eine internationale Konferenz in Florenz statt.

Bereits zum siebten Mal hat die italienische Bildungseinrichtung Pixel-Online dieses Konferenzformat organisiert. Ziel ist die Vernetzung innovativer Bildungsprojekte. Lehrende, Forschende, Praktiker/innen und Projektleitende aus aller Welt erhalten die Möglichkeit, Erkenntnisse, Expertise und Erfahrungen mit innovativen Lehr-/Lernmethoden und -technologien untereinander auszutauschen.

Auch wenn die Konferenz in meinen Augen zumindest offenkundig keine Antwort auf die Frage nach der „Future of Education“ geben konnte, so kann ich aber aus meiner Perspektive sagen, dass die Konferenz ihre formulierten Ziele erreicht hat.

Ich hatte das Vergnügen für die Präsentation des BMBF geförderten Projektes EULE an der Konferenz teilzunehmen. Obwohl meine Laune aufgrund von wetterbedingten Anreiseschwierigkeiten und ungeplanter Zwischenübernachtung in München eigentlich auf dem Tiefpunkt war, zog mich diese Konferenz unerwartet schnell in ihren Bann, denn sie war nicht nur außerordentlich interessant, sondern auch um einiges größer und „internationaler“ aufgestellt, als ich es erwartet oder auch nur vermutet hatte:

Zugegeben, knapp 180 teilnehmende Personen und 114 Vorträge an zwei Tagen in insgesamt 20 verschiedenen thematisch gebündelten Sessions, drei davon jeweils zeitlich parallel, klingt erst einmal gar nicht so groß, denn „Fließbandvorträge“ und „Parallelbetrieb“ sind auf Konferenzen aufgrund der knappen zeitlichen Horizonte logischerweise sehr normal. Aber als ich las, dass diese 180 Personen aus 42 Ländern stammten, war ich sehr beeindruckt über die offensichtliche Reichweite der Konferenz. Bei so viel Input und Internationalität konnte es einem nicht langweilig werden!

Dank der Klimaanlage konnte ich trotz 37 Grad Außentemperatur entspannt im Hotel Mediterraneo am Rande des Arno sowohl den praktisch orientierten Vorträgen als auch den Berichten der Forschungs- und Entwicklungsprojekte folgen. Das Themenspektrum reichte dabei von „Kommunikationskompetenz als Schlüssel zur Bildung der Zukunft“ über „Mobilgeräte als Audience Response Systems“ bis hin zum „Einfluss von Elementen der Gamification auf die intrinsische und extrinsische Motivation“ über alle Bildungsbereiche hinweg. Über die Breite der Beiträge hier einen detaillierten Einblick geben zu wollen, wäre absolut vermessen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die interessierten Leser gerne auf das Conference Proceeding verweisen (in englischer Sprache).

Ich bin mit vielen Personen aus Theorie und Praxis in Kontakt gekommen und konnte angeregt über Ideen und Umsetzungen innovativer Lehr-/Lernmethoden diskutieren und dabei auch einiges Neues mitnehmen:

So kam ich beispielsweise mit einer Professorin aus Dubai in Kontakt, die sich zurzeit mit online-basierten summativen und formativen Assessmentformaten beschäftigt und beginnt, diese mit ihren Studierenden zu testen. Oder auch mein Austausch mit einer australischen Erwachsenenbildnerin, die von der in ihren Augen völligen Überregulierung der Erwachsenenbildung in Australien berichtete: Jeder, der dort als lehrende Person tätig sein möchte, muss eine einjährige erwachsenenpädagogische Weiterqualifizierung nachweisen. Selbst dann, wenn man – so wie sie – einen Master of Education vorlegen kann.

Für mich persönlich mindestens ebenso wichtig: neben diesen fachlich relevanten Diskussionen, die an meinen Arbeitsalltag anknüpfen, konnte ich viel über die Kulturen einiger beteiligter Länder erfahren. So habe ich mir beispielsweise nie Gedanken über traditionelle Gewänder Indonesiens gemacht, bis einer der Vortragenden in genau einem solchen erschien und zu Beginn seines Vortrages erklärte, welche Farben zu welchem Anlass getragen werden sollten. Und vielleicht liegt hierin auch genau die versteckte Antwort der Konferenz zur Zukunft der Bildung: Von- und miteinander lernen, egal woher man stammt und wohin man geht.

 

Carmen Biel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und Projektkoordinatorin des BMBF geförderten Projektes EULE.

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