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Blog

Wissensaustausch und Lernen in Malta

23/08/2018
by Mahira Spiteri
Sprache: DE
Document available also in: EN MT FR RO

(This blog post has been translated from English to German by NSS Malta)

Als Mitgliedstaat der EU hat Irland Zugang zu Mittelbeschaffungsprogrammen der EU wie Erasmus+, die Menschen beim Erwerb neuer arbeitsrelevanter Fertigkeiten unterstützen und so zu einer aktiven Bürgerschaft und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Solche Programme ermöglichen es AONTAS, unseren Mitgliedern bei der Förderung und Profilierung der Erwachsenenbildungsarbeit in Irland zur Seite zu stehen. Den Mitgliedern bietet sich außerdem die Möglichkeit, von unseren EU-Nachbarn zu lernen und neue Ideen nach Irland heimzubringen.

Im Februar 2018 reiste Lindsey Liston vom Family Resource Centre von Southill, Limerick, nach Malta, um Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Schlüsselpositionen zu treffen, die beim maltesischen Ministerium für Bildung und Beschäftigung mit der Ausarbeitung des kostenlosen Kinderbetreuungssystems befasst sind. Die Reise fand im Rahmen eines von AONTAS organisierten ERASMUS+-Projekts zur Unterstützung der beruflichen Weiterbildung von Expertinnen und Experten in der Erwachsenenbildung statt.

Lindsey Liston, FRC Southill

Lindsey Liston aus Southill, Limerick, arbeitet beim Family Resource Centre (FRC) und war während der letzten zehn Jahre in Gemeindebildungsgruppen in der Stadt Limerick involviert. Im Februar 2018 nahm Frau Liston am von der EU finanzierten und von AONTAS organisierten ERASMUS+-Projekt „Making an Impact at European Level“ teil, das die berufliche Weiterbildung im Bereich der Erwachsenenbildung tätiger Personen unterstützt.

Im Rahmen dieses Projekts reiste sie zum Ministerium für Bildung und Beschäftigung in Malta, um sich mit in der Ausarbeitung des kostenlosen Kinderbetreuungssystems führend tätigen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zu treffen. Dies sollte zur Unterstützung der Arbeit des FRC Southill beitragen.

Zweck des Besuchs waren der Austausch von Wissen und das Lernen voneinander, besonders in den Bereichen der Maßnahmen für die Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit, der elterlichen Einbindung in den Bildungsprozess, des frühen Schulabbruchs und des 2014 von der maltesischen Regierung eingeführten kostenlosen Kinderbetreuungssystems.

Türen öffnen durch Alphabetisierung

Es war mir eine große Freude, am ersten Tag Christianne Fenech und ihre Kolleginnen und Kollegen am Ministerium für Bildung und Beschäftigung zu treffen. Ein mit Programmpunkten vollgepackter Terminplan führte mich binnen weniger kurzer Tage in verschiedene Aspekte des maltesischen Bildungssystems von der Wiege bis zur Bahre ein.

Bei der Nationalen Agentur für Alphabetisierung traf ich mich mit einigen leitenden Angestellten. Ich erfuhr etwas über all die kreativen und innovativen Maßnahmen zur Unterstützung und Stärkung der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit durch Schulung, Betreuung und Programme, die im Rahmen der Früherziehung, der Schulen und der breiteren Öffentlichkeit durchgeführt werden.

Ich habe bemerkt, dass Kinder, die man im Park oder im Ort lesen sieht, Preise und Belohnungen erhalten. Die Agentur veröffentlicht Lesezeichen, um das Lesen „immer und überall“ zu fördern. Sie organisiert auch verschiedene Veranstaltungen und bietet eine eindrucksvolle Palette an entwickelten und vermittelten Programmen und Initiativen von Sommerleseprogrammen bis hin zu Schreibaktivitäten für die ganze Familie. Manches davon wäre für Irland nützlich, um unser eigenes imposantes Angebot an Alphabetisierungsinitiativen auszubauen und zu erweitern.

Kostenlose Kinderbetreuung – „Arbeit soll sich lohnen“

Aus einer irischen Perspektive war vielleicht eine der interessantesten während des Austauschs vorgestellten Initiativen das 2014 von der maltesischen Regierung eingeführte kostenlose Kinderbetreuungssystem. Die wesentlichen Bestandteile des Systems bestehen darin, dass alle Elternteile, die beruflich tätig sind oder ihren Bildungsweg absolvieren, kostenlose von Staat bezahlte Kinderbetreuung erhalten, um die Verfolgung dieses Ziels oder dieser Tätigkeit zu ermöglichen.

Dieses System hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, sodass sich die Beschäftigungszahlen in Malta wieder Richtung Vollbeschäftigung entwickeln. Die Erhöhung des Steueraufkommens durch die höhere Beschäftigungsrate und die verminderte Abhängigkeit von Sozialleistungen hat dazu geführt, dass das System sich im Endeffekt amortisiert. Der Nachteil des System liegt darin, dass es unbeabsichtigterweise jene Kinder ausschließt, die möglicherweise eine frühe Maßnahme am meisten benötigen, weil ihre Eltern eventuell arbeitslos sind und/oder gerade nicht die Möglichkeit haben, ihrer Bildung nachzugehen.

In diesem Punkt können Malta und Irland voneinander lernen. In Irland ist es uns gelungen, jene Kinder, die die Dienstleistungen am meisten benötigen, durch subventionierte Vorsorge zu unterstützen, doch wir haben möglicherweise den Aspekt, dass sich „Arbeit lohnen soll“, vernachlässigt, da es keine wirkliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung für berufstätige Eltern gibt. Eine Kombination der zwei Ansätze aus den beiden Ländern hat das Potenzial, den Schwächen in beiden Systemen entgegenzuwirken, während allen eine effektive, kostengünstige und hochqualitative Kinderbetreuung geboten wird. Dies eingehender zu untersuchen, würde jedoch allein einen weiteren Blog füllen!

Lernerfahrung durch die Reise

Insgesamt war die Reise wirklich ergiebig und eine lohnende Lernerfahrung. Das aus der Erfahrung Gelernte wird meiner derzeitigen und zukünftigen Arbeit beim FRC Southill wesentlich zugutekommen. Es hat außerdem Türen für eine zukünftige länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern geöffnet, doch war vielleicht der größte Vorteil der Teilnahme am ERASMUS+-Programm die Gelegenheit, zu erkennen bzw. daran erinnert zu werden, wo unsere Stärken liegen, sowie auch, wie wir uns hier im eigenen Land verbessern können.

Wie das in den meisten europäischen Ländern der Fall ist, tendieren wir in Irland dazu, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die nicht klappen, bzw. die Bereiche, in denen wir weniger Erfolg haben, und verlieren dabei das aus den Augen, was gut gelingt. Diese Reise hat eine passende Gelegenheit geboten, daran erinnert zu werden und über unsere Erfolge, unsere Leistungen und unsere Fortschritte zu sprechen, besonders im Bereich der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit, der elterlichen Einbindung in den Bildungsprozess, der Frühförderung und frühzeitigen Prävention und der Ungleichheit.

 

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