Umwelt

Der neue EU-Aktionsplan für Menschen, Natur und Wirtschaft

19/07/2017

Die EU bietet einen einzigartigen Rahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt, wild lebender Tiere und der Natur. Nach einem Fitness-Checkder Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie soll nun ein neuer Aktionsplan sicherstellen, dass die Richtlinien dem Naturschutz in vollem Umfang gerecht werden, die Lebensqualität der Europäer verbessern und wirtschaftliche Vorteile bringen. 

Der neue Aktionsplan stellt 15 Maßnahmen vor, um die Anwendung der EU-Naturschutzrichtlinien an der Basis zu fördern, damit sie für die Natur, die Menschen und die Wirtschaft ihr volles Potenzial entfalten.

Der Aktionsplan schlägt ehrgeizige Verbesserungen für die Durchführung der Naturschutzrichtlinien vor.

Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei

Der Plan basiert auf dem „Fitness-Check“, der durchgeführt wurde, um zu prüfen, ob die EU-Naturschutzrichtlinien ihre Ziele erreichen. „Nach einer gründlichen Überprüfung dieser Richtlinien sind wir zu dem Schluss gekommen, dass sie ihren Zweck erfüllen“, erläuterte Frans Timmermans, der Erste Vizepräsident und EU-Kommissar für bessere Rechtsetzung. „Jetzt sorgen wir dafür, dass sie beim Schutz und der Erhaltung der reichen biologischen Vielfalt in Europa ihr Potenzial umfassend ausschöpfen.“

Der Aktionsplan enthält vier Schwerpunktbereiche: Verbesserung von Leitlinien und Wissen sowie Verknüpfung von Naturschutz und sozioökonomischen Aktivitäten und Übernahme politischer Eigenverantwortung durch die Zusammenarbeit mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden, Landbesitzern und jungen Menschen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Investitionen durch eine Aufstockung des Budgets des LIFE-Programms der EU um 10 % sowie durch Anreize für Privatinvestoren. Die Sensibilisierung der Akteure und Europäer bezüglich der Vorteile einer gesunden Natur bildet schließlich den vierten Schwerpunktbereich.

Die Kommission hat bereits eine der Zusagen erfüllt, als die EU-Organe gemeinsam den 21. Mai zum jährlichen EU-weiten Natura-2000-Tag erklärt haben

„Der Aktionsplan schlägt ehrgeizige Verbesserungen für Durchführung der Naturschutzrichtlinien vor, erläuterte Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei. Mit dem EU-weiten Natura-2000-Tag wird diesem einzigartigen Netz und seinem Wert für die Menschen und unsere Wirtschaft Anerkennung gezollt.“

Anlässlich des Natura-2000-Tages wurden in ganz Europa bereits Hunderte lokaler Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten ausgerichtet. Die Kommission hat außerdem die nächste Runde des europäischen Natura-2000-Preises eingeleitet, mit dem herausragende Leistungen bei der Verwaltung des Netzes und der Sensibilisierung für Natura 2000 anerkannt werden sollen. Der Bewerbungsschluss ist am 29. September 2017.

Die Vogelschutz- und die Habitat-Richtlinie bilden die Grundlage für Natura 2000, das weltweit größte koordinierte Netz von Schutzgebieten. Das Prinzip besteht darin, Naturschutz mit nachhaltigen menschlichen Tätigkeiten zu kombinieren und vor allem die Menschen und Gemeinden vor Ort bei der Erhaltung natürlicher Ressourcen einzubinden. Gemäß den neuesten Schätzungen trägt das Natura-2000-Netz mit einer Reihe von Ökosystemdienstleistungen wie Kohlenstoffspeicherung, Wasserreinigung, Bestäubung von Kulturpflanzen und Tourismus zwischen 1,7 und 2,5 % zum europäischen BIP bei. 

Natur und Biodiversität