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Environment for Europeans
19 Januar 2018 | Generaldirektion Umwelt

Die „leidenschaftliche Vision“ der Stadt Nimwegen gewinnt Auszeichnung als Grüne Hauptstadt 2018

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Generaldirektion Umwelt

Die älteste Stadt der Niederlande, Nimwegen, ist in diesem Jahr nach Meinung der Jury dieses renommierten Wettbewerbs dank einer „leidenschaftlichen, klaren und überzeugenden Vision“ die Grüne Hauptstadt Europas. Beispielhafte Strategien in den Bereichen Klimaanpassung, Radfahren, Abfall- und Wasserwirtschaft sowie eine umfassende Beteiligung der Bürger machen Nimwegen nach Ansicht von Joanna Drake, der stellvertretenden Generaldirektorin der GD Umwelt der Europäischen Kommission, zu einem „echten Botschafter des Wandels“.

Mit über 2 000 Jahren Stadtgeschichte ist Nimwegen eine alte Stadt mit einer strahlenden Zukunft. Dieser Binnenhafen an der Waal, Gewinner der Auszeichnung als Grüne Hauptstadt Europas 2018, gilt als „Balkon Europas“. Die 176 000 Menschen umfassende Bevölkerung verfolgt eine Vision für eine nachhaltige Zukunft, die auf alten niederländischen Traditionen wie Wasserwirtschaft und Radfahren aufbaut.

Wir arbeiten bereits seit Jahren daran, die Stadt Nimwegen nachhaltiger aufzustellen. Unser Ziel ist, bis 2045 eine klimaneutrale Stadt zu werden.

Hubert Bruls, Bürgermeister von Nimwegen

In einem Interview mit Umwelt für Europäer erklärt der seit 2012 amtierende Bürgermeister von Nimwegen Hubert Bruls: „Wir arbeiten bereits seit Jahren daran, die Stadt Nimwegen nachhaltiger aufzustellen. Unser Ziel ist, bis 2045 eine klimaneutrale Stadt zu werden. Dies erfordert langfristige Maßnahmen und die Zusammenarbeit zahlreicher Partner, darunter Unternehmen und Einwohner.“

Radverkehr in der Stadt auf einem guten Weg

Die Fahrradkultur in den Niederlanden ist nirgends besser vertreten als in Nimwegen, das vom niederländischen Fahrradverband als Fahrradstadt der Niederlande 2016 ausgezeichnet wurde. Bis heute wurden mehr als 60 Kilometer (km) „Fahrradschnellstraßen“ errichtet, geplant sind weitere 20 km für das Streckennetz. Über 65 % der Besucher im Stadtzentrum und des Geländes der Heyendaal-Universität reisen mit dem Fahrrad an, für Strecken bis 7,5 km wird zu 37 % das Fahrrad genutzt.

Die Stadtradler haben sich aktiv an der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt Europas beteiligt. Bürgermeister Bruls sagt dazu: „Wir haben unsere Stadt im Finale gemeinsam mit unserer Universität, unseren Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern vertreten. Einwohner der Stadt Nimwegen haben an einer grünen Rallye in die anderen Gewinnerstädte (Kopenhagen, Bristol und Ljubljana) teilgenommen und sich auf nachhaltige Fortbewegungsarten wie Radfahren, Laufen und Schwimmen konzentriert. Dies hat einen guten Eindruck hinterlassen.“

Wasser- und Abfallwirtschaft

Im Mittelpunkt des Projekts „Raum für die Waal“ steht Zusammenarbeit statt Einschränkung. Es beruht auf einer langen Geschichte der niederländischen Wasserwirtschaft. Der Schwerpunkt des Projekts, das im Jahr 2011 begann und 2016 abgeschlossen wurde, lag im Ausbaggern eines zusätzlichen Kanals hinter einem bestehenden Deich. Im Endergebnis besteht nun ein besserer Hochwasserschutz, außerdem wurden Möglichkeiten für neue Wohnsiedlungsprojekte sowie ein vollkommen neuer Flusspark mit einer Insel und 1,6 km abgeschrägter Kaifläche zum Hochwasserschutz und als Erholungsgebiet geschaffen.

Das leistungsstarke Abfallwirtschaftssystem in Nimwegen hat einhergehend mit einer langfristigen Verpflichtung für die Erreichung ehrgeiziger Recyclingziele erfolgreich dazu beigetragen, das Abfallaufkommen Jahr für Jahr zu verringern. Im Rahmen der laufenden Kampagne „Sieh hin! Abfall = Rohstoff“, die auf dem Weg zu einer stärkeren Kreislaufwirtschaft jedes Jahr darum wirbt, die öffentliche Reichweite zu erhöhen, werden verschiedene Abfallströme hervorgehoben.

Im Jahr 2013 konzentrierte sich die Kampagne auf Bioabfall, mit der grundlegenden Botschaft, dass diese Materialien in ihrem Rohzustand die Grundlage für Kompost und Biogas bilden. Die Bürgerinnen und Bürger konnten mit einem Besuch der lokalen Verbrennungs- und Vergärungsanlage die Verfahren zur Umwandlung von Rohabfällen in Kompost und Biogas kennenlernen. Das Ergebnis war nicht nur kostenloser Kompost für die Einwohner, sondern auch ein neues Verständnis der dahintersteckenden Prozesse.

Für die erfolgreiche Bewerbung der Stadt Nimwegen spielte die Einbeziehung der Einwohner eine wichtige Rolle. Bürgermeister Bruls sagt: „Der Wettbewerb hat große Begeisterung entfacht. Im Jahr 2018 werden zahlreiche Bürgerinitiativen zu den ‚Herausforderungen als Grüne Hauptstadt‘ organisiert.“ Besuchen Sie www.greencapitalchallenges.nl, um Informationen zu allen Bürgerinitiativen zu erhalten.

Ein inspirierendes Vorbild

Das Beispiel Nimwegen wird weiterhin andere Städte inspirieren. Es sind für das kommende Jahr zahlreiche Aktivitäten geplant, darunter die Konferenz zur Kreislaufwirtschaft EcoProcura, der nationale Gipfel zur Kreislaufwirtschaft, die Woche für nachhaltige Mode und der Klimagipfel für Kinder in Arnheim. Darüber hinaus erklärt Bürgermeister Bruls: „Am Ende der Straße Kelfkensbos wird ein schönes, nachhaltiges Gemeindezentrum errichtet. Dieses auffällige Gebäude bietet Informationen über die nachhaltige Stadt Nimwegen und bietet besonders umweltfreundliche Wege für die Erkundung der Stadt und Region an.“

Abschließend erklärt Bürgermeister Bruls: „Als Stadtverwaltung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Stadt umweltfreundlicher, nachhaltiger und gesünder zu gestalten. Wir investieren, häufig gemeinsam mit anderen Behörden, in Initiativen wie Fahrradschnellstraßen, regionale Wärmenetze, Parks oder Wasserwirtschaft. Wir haben aber auch gelernt, dass die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern, Sozialorganisationen, Unternehmern und Forschungsinstituten dringend erforderlich ist, um einen erfolgreichen Wandel zu vollziehen.“

Er ergänzt: „Jeder Schritt lohnt sich, um eine sauberere, gesündere, sicherere und umweltfreundlichere Stadt zu werden. Wir haben etwas erreicht, das nicht nur jetzt, sondern auch für die Zukunft lohnenswert ist.“

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