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Environment for Europeans
24 April 2019 | Generaldirektion Umwelt

Vorschlag für neue Vorschriften zur Reduzierung von Mikroplastik

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Das zunehmende Vorkommen von Mikroplastik gibt Anlass zur Sorge. Denn Mikroplastik überdauert Jahrtausende, seine Entfernung ist nahezu unmöglich, und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind weitgehend unbekannt. Deshalb schlägt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) neue Grenzwerte für die Verwendung von Mikroplastik vor. Dadurch könnte die Freisetzung von Mikroplastik innerhalb von 20 Jahren um rund 400 000 Tonnen gesenkt werden. 

Unter Mikroplastik versteht man sehr kleine Partikel (< 5 mm) aus Kunststoff. Sie werden nach ihrer Quelle in verschiedene Kategorien eingeteilt. Primäres Mikroplastik wird als kleine Partikel durch das Waschen von synthetischer Kleidung, Reifenabrieb und Körperpflegeprodukte wie Gesichtspeelings freigesetzt.

Wir möchten, dass jetzt die Zeit ist, in der wir eine Kehrtwende vollziehen und sicherstellen, dass wir Verantwortung für unsere Umwelt und unsere Gesundheit übernehmen.

Sekundäres Mikroplastik entstammt der Zersetzung größerer Kunststoffgegenstände, etwa Kunststofftaschen, Flaschen und Fischereinetze. 69 % bis 81 % des in den Meeren nachweisbaren Mikroplastiks sind sekundäres Mikroplastik. Wenn es im Meer landet, wird es von den dort lebenden Tieren aufgenommen.

Im September 2018 forderte das Europäische Parlament die Europäische Kommission auf, bis 2020 ein EU-weites Verbot für bewusst zugesetztes Mikroplastik in Produkten wie Kosmetika und Reinigungsmitteln zu erlassen und Maßnahmen zur Reduzierung der Freisetzung von Mikroplastik aus Kleidung, Reifen, Farben und Zigarettenresten zu ergreifen.

Am 30. Januar 2019 hat die ECHA einen Vorschlag zur Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik sowie zur Beschränkung der Verwendung von Formaldehyd und der Siloxane D4, D5 und D6 vorgelegt. Der Vorschlag gründet auf den Erkenntnissen der ECHA zu den gesundheitlichen und ökologischen Risiken von Mikroplastik, das Produkten bewusst zugesetzt wird. 

Schutz der menschlichen Gesundheit

Nach den Erkenntnissen der ECHA sammelt sich bewusst zugesetztes Mikroplastik mit hoher Wahrscheinlichkeit im Boden. Ursache dafür ist die Konzentration von Mikroplastik in Klärschlamm, der oft als Düngemittel eingesetzt wird. Eine sehr viel kleinere Menge an Mikroplastik wird unmittelbar in Flüsse, Seen und Meere abgegeben.

Da Mikroplastik- ebenso wie Nanoplastikpartikel (noch kleinere Partikel aus der Zersetzung von Mikroplastik) sehr klein sind, können sie von Organismen leicht aufgenommen werden. So gelangen sie in die Nahrungskette. Welche Auswirkungen dies auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.

Insgesamt, so das Urteil der ECHA, reichen die Kontrollen zu den Risiken, die von Produkten ausgehen, die Mikroplastik in die Umwelt abgeben, nicht aus. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben jedoch bereits Verbote für einige Verwendungszwecke von Mikroplastik, vor allem in abwaschbaren Kosmetika, eingeführt.

Der Vorschlag der ECHA zielt jedoch auf eine viel größere Anzahl an Produkten, darunter Kosmetika, Reinigungs- und Pflegemittel, Farben und Lacke, Baumaterialien und medizinische Produkte sowie in Landwirtschaft, Gartenbau und im Öl- und Gassektor genutzte Materialien.

Die Umsetzung der Beschränkung wird voraussichtlich mit hohen Kosten einhergehen. Dies gilt für alle Sektoren, die im Vorschlag als größte Verursacher bewusst zugesetzten Mikroplastiks benannt werden, darunter die Landwirtschaft.

Einzelheiten

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Autor
Generaldirektion Umwelt

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