Skip to main content
Environment for Europeans
24 Januar 2018 | Generaldirektion Umwelt

Führende Rolle der EU beim Abkommen zum Klimawandel gewürdigt

ozone-p1140120.jpg

Die Kigali-Ergänzung zum Montreal-Protokoll der Vereinten Nationen, deren Ziel darin besteht, die Nutzung schädlicher Fluorkohlenwasserstoffgase (FKWG) zu begrenzen, tritt im Januar 2019 in Kraft. Die EU ist für ihre führende Rolle bei den Verhandlungen zu diesem internationalen Abkommen mit einem Ozone Award 2017 ausgezeichnet worden.

Das Montreal-Protokoll zum Wiener Übereinkommen über den Schutz der Ozonschicht liegt 30 Jahre zurück. Es wurde 1987 als Reaktion auf den wissenschaftlichen Nachweis eines sich bedrohlich erweiternden Lochs in der die Atmosphäre schützenden Ozonschicht vereinbart, das durch die wachsende Nutzung von Ozon abbauenden Substanzen durch die Menschheit verursacht wurde.

Die Kigali-Ergänzung beweist die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft bei der Bekämpfung des Klimawandels.

EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie,Miguel Arias Cañete

Infolgedessen erholt sich die Ozonschicht, und das Montreal-Protokoll ist als ein Beispiel für eine rasche und effektive internationale Maßnahme gelobt worden, den Planeten zu erhalten. Europa nutzt bereits keine Ozon abbauenden Substanzen mehr, und dies zehn Jahre früher, als es laut Protokoll dazu verpflichtet ist.

Allerdings hat die fortwährende Nutzung synthetischer FKWs, etwa in Kälte- und Klimaanlagen, Schaumstoffen und Aerosolen, auch wenn sie die Ozonschicht nicht schädigt, den Klimawandel beschleunigt. Die globale Erwärmung durch FKWs ist bis zu 15 000 Mal stärker als bei Kohlendioxid, und sie sind damit die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen.

In der Kigali-Ergänzung zum Montreal Protokoll, zwischen den 197 Parteien vereinbart, werden FKWs zur Liste der kontrollierten Substanzen hinzugefügt. Die politische Führungsrolle der EU bei der Erreichung des Abkommens hat ihr im Oktober 2016 den Ozone Award eingebracht, der eine Anerkennung für ihr „außerordentliches Engagement“ ist, das Montreal-Protokoll zum Erfolg zu führen.

„Die Kigali-Ergänzung beweist die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft bei der Bekämpfung des Klimawandels und zeigt, was wir zusammen erreichen können“, sagte der EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete. „Hier in Europa wird uns unsere Verpflichtung nicht nur bei der Erreichung unserer Klimaziele helfen, sondern auch neue Chancen für europäische Hersteller von Kälte- und Klimaanlagen eröffnen.“

FKWs einschränken

Die rechtlich verbindliche Ergänzung verpflichtet die Industrieländer, im Jahr 2019 mit der Verringerung von Produktion und Verbrauch von FKWs zu beginnen, wobei die weniger entwickelten Länder mittelfristig diesem Beispiel folgen. In der EU sind die FKW-Emissionen bereits zum ersten Mal seit fast 15 Jahren gesunken. Nach Schätzungen der UN-Umweltbehörde könnte diese Maßnahme weltweit die Temperatur um bis zu 0,5 °C zum Ende des Jahrhunderts senken und damit dazu beitragen, das Ziel des Übereinkommens von Paris zu erreichen, den Anstieg unter 2 °C zu halten.

Mehr als 20 Parteien, darunter mehrere Mitgliedstaaten, haben die Kigali-Ergänzung bereits ratifiziert, womit die Schwelle zur Wirksamkeit überschritten ist.

Die EU ist führend an den weltweiten Bemühungen beteiligt, die Emissionen von FKWs und weiteren fluorierten Treibhausgasen zu begrenzen. Die Europäische Kommission hat Schritt für Schritt die Kontingente der Industrie für die Nutzung von FKWs gesenkt. Insgesamt beträgt die Zuweisung 2018 lediglich 63 % der Gesamtmenge von 2015. Mit der EU-Verordnung zu fluorierten Gasen (F-Gasen) soll bis 2030 deren Nutzung um zwei Drittel sinken.

Einzelheiten

Veröffentlicht am
Autor
Generaldirektion Umwelt

Links zum Thema