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News | 25 März 2015

Bienen vom Aussterben bedroht

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In den Nachrichten hört man häufig von den Gefahren für die allseits bekannte Honigbiene. Doch auch Wildbienen sind zunehmend bedroht. Eine neue Studie zum Status aller 1965 Bienenarten in Europa deutet darauf hin, dass das Bienensterben weiter verbreitet sein könnte als bisher angenommen.

Bislang widmete sich das öffentliche Interesse vornehmlich dem Rückgang der Honigbienenvölker. Doch die jüngste europäische Rote Liste der Bienen belegt, dass 9 % aller Bienenarten in Europa vom Aussterben bedroht sind. Es ist die erste Statuseinschätzung ihrer Art.

9 % aller Bienenarten in Europa vom Aussterben bedroht sind.

Es gibt rund 2000 Wildbienenarten. Oftmals sind sie durch den Verlust natürlicher Lebensräume und Habitattrennung infolge von intensiver Landwirtschaft, übermäßigem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, städtischer Entwicklung und Klimawandel bedroht. Bienen sind für ihre Nahrung auf ihren Lebensraum angewiesen. Wenn ein Ökosystem zusammenbricht, leidet folglich auch die Gesundheit der Bienen, und ihre Anfälligkeit für weitere Bedrohungen wie Pestizide steigt.

Die Rote Liste wird von der Internationalen Union zur Erhaltung der Natur (IUCN) und der Europäischen Kommission erstellt und ist ein Bericht über den Erhaltungsstatus von rund 6000 europäischen Arten, darunter Säugetiere, Reptilien, Amphibien und Insekten. Durch die Bestandsaufnahme der vom Aussterben bedrohten europäischen Arten können angemessene Erhaltungsmaßnahmen klarer definiert und besser umgesetzt werden.

Entscheidende Bedeutung der Lebensräume

Neben den 9 % der Bienenarten in Europa, die bereits vom Aussterben bedroht sind, gelten weitere 5 % als potenziell gefährdet. Bei mindestens 150 Bienenarten sinkt die Zahl der Bienenvölker und bei 244 ist sie relativ stabil.

Beunruhigend ist, dass für knapp die Hälfte aller europäischen Arten nicht genügend wissenschaftliche Daten vorliegen, um das Aussterberisiko einzuschätzen, und dass die Populationsentwicklung von 80 % noch völlig unbekannt ist. Der Bericht bekräftigt den dringenden weiteren Forschungsbedarf zum Status und möglichen Rückgang des Bienenbestands.

Diese neue Rote Liste, die Empfehlungen zum Erhalt von Arten und Lebensräumen enthält, wird in die Halbzeitbewertung der Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020 eingehen. Die Strategie formuliert unter anderem Ziele zur Umsetzung von EU-Vorschriften bezüglich Naturschutz, Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und einer nachhaltigeren Landwirtschaft – drei Voraussetzungen für eine Verbesserung der Bienenbestände.

Gut erhaltene Lebensräume und gesunde Ökosysteme sind ausschlaggebend für die Bienengesundheit. Wildblumenreiches Grünland ist hier von besonderer Bedeutung und zudem allgemein förderlich für die biologische Vielfalt, ganz zu schweigen von Erholung und Freizeit – viele Vorteile, die für den Erhalt dieser Flächen sprechen. Wildbienen sind häufig Pollenspezialisten, die nur bestimmte Pflanzen bestäuben und damit effektiver sind als Honigbienen. Ihr Rückgang kann sich daher negativ auf Kulturen wie Obst auswirken.

Die Bestäubung durch Insekten in der EU ist rund 15 Mrd. EUR jährlich wert – den wichtigsten Beitrag dazu leisten die Bienen. In den Teilen der Welt, in denen die Bienenbestände drastisch abgenommen haben, muss die Landwirtschaft die schwere Bürde der künstlichen Bestäubung auf sich nehmen.

Lebensqualität und die natürliche Umwelt stehen in einer direkten Wechselbeziehung zueinander. Die unscheinbare Biene ist eines der deutlichsten Beispiele dafür.

 

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