ÖKO-INNOVATIONEN
in den Mittelpunkt der Europäischen Politik rücken
Die Menschheit steht vor vielen ökologischen Herausforderungen. Zu den größten gehört die Säuberung der Meere, die noch immer weltweit zur Müllentsorgung missbraucht werden. Eine zukunftsweisende Initiative von Organisationen aus den Niederlanden, Italien und Slowenien demonstriert, wie alte Fischernetze aus dem Meer geborgen und von Abfall in nützliche Gebrauchsgegenstände verwandelt werden können.
Die Healthy Seas Initiative begann durch die Zusammenarbeit der Gemeinde Tilburg mit der Naturschutzorganisation European Centre for Nature Conservation (ECNC), dem italienischen Unternehmen Aquafil und dem niederländischen Großhandelsunternehmen Star Sock. Im Rahmen der Initiative holen Taucher alte Netze und Fanggeräte (die so genannten Geisternetze) aus dem Meer, in denen Meereslebewesen ansonsten gefangen und getötet werden.
Zahlreiche Initiativen engagieren sich dafür, die Meere von Abfall zu befreien. Aber Healthy Seas geht noch weiter. Die geborgenen Netze werden gesäubert und die Fasern in einer Einrichtung von Aquafil recycelt und zu Garn verarbeitet. Das Unternehmen verwendet dabei den von ihm entwickelten ECONYL® Prozess. Aus dem Garn werden Socken und Teppichfliesen hergestellt. Bislang wurden Muster dieser Produkte hergestellt, und nun rüstet sich Healthy Seas für die Serienproduktion. Koru Swimwear, ein Unternehmen mit Sitz in Florida, USA, ist seit kurzem Partner der Initiative und verwendet das Garn zur Herstellung von Badebekleidung.
Laut Hanneke Wijnja von ECNC umfasst die Healthy Seas Initiative den „ gesamten Zyklus” der Abfallverwertung und Wiedereingliederung des Abfalls in das Produktionssystem. „Überall im Meer sind alte Fanggeräte“, erklärt sie. Zusätzlich haben Fischer und Gruppen, die sich um die Säuberung der Meeresumwelt kümmern, „tausende Tonnen" alter Netze geborgen, für die sie Verwendung suchen. Healthy Seas sucht den Kontakt zu diesen Gruppen, um diese Netze als Rohstoff nutzen zu können.
Healthy Seas führt derzeit Gespräche mit Einzelhändlern wie Albert Heijn und HEMA, die ihre Socken und Badebekleidung vertreiben könnten. Die Serienproduktion beginnt, wenn Verträge mit den Einzelhändlern abgeschlossen werden.
Laut Wijnja müsse es neben dem ökologischen auch ein wirtschaftliches Argument für die Healthy Seas Produkte geben. Die Organisation arbeitet noch immer an der wirtschaftlichen Grundlage, denn man wolle die Socken nicht zu teuer verkaufen. Aber bei Healthy Seas vertraut man darauf, dass die Initiative mit „den richtigen Partnern, der richtigen Organisation und einem verantwortlichen Unternehmensansatz “ funktionieren kann.