Worum geht es?

Die harmonische Koexistenz vieler Sprachen in Europa ist ein kraftvolles Symbol für das Streben der EU nach Einheit in der Vielfalt, einem der Eckpfeiler des europäischen Aufbauwerks.

Sprachen sind Merkmal der persönlichen Identität, aber auch Teil des gemeinsamen Erbes. Sie können als Brücke zu anderen Menschen dienen und öffnen den Zugang zu anderen Ländern und Kulturen, fördern also das gegenseitige Verständnis. Eine erfolgreiche Mehrsprachigkeitspolitik kann den Bürgerinnen und Bürgern mehr Chancen eröffnen, indem sie ihre Beschäftigungsfähigkeit steigert, den Zugang zu Dienstleistungen und die Wahrnehmung von Rechten erleichtert und schließlich die Solidarität durch intensiveren interkulturellen Dialog und mehr sozialen Zusammenhalt stärkt.

Heute hat die EU 500 Mio. Einwohner, 28 Mitgliedstaaten, 3 Alphabete und 24 Amtssprachen, von denen einige weltweit verbreitet sind. Rund 60 weitere Sprachen sind ebenfalls Teil des Erbes der EU und werden in bestimmten Regionen oder von bestimmten Gruppen gesprochen. Außerdem haben Zuwanderer ein breites Spektrum von Sprachen mitgebracht: Schätzungen zufolge leben derzeit mindestens 175 Nationalitäten innerhalb der EU-Grenzen.

Die sprachliche Vielfalt ist verankert in Artikel 22 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union Übersetzung für diesen Link wählen  („Die Union respektiert kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt.“) und in Artikel 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) („Sie wahrt den Reichtum ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt und sorgt für den Schutz und die Entwicklung des kulturellen Erbes Europas.“).

Maßnahmen 

Jedes Jahr am 26. September, dem Europäischen Tag der Sprachen, fördern die EU, der Europarat, das Europäische Fremdsprachenzentrum, Sprachinstitutionen sowie Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa mit vereinten Kräften die Sprachenvielfalt und den Erwerb von Sprachkenntnissen durch vielfältige Veranstaltungen.

Sprachenlernprojekte wurden stets und werden auch künftig durch die EU-Bildungsprogramme gefördert. Ein Teilbereich des Programms für lebenslanges Lernen Übersetzung für diesen Link wählen  (2007–2013) war speziell dem Sprachenlernen und der sprachlichen Vielfalt gewidmet. Damit wurden Netze unterstützt, die zur Entwicklung der Sprachenpolitik und multilateralen Projekten zur Erarbeitung und weiten Verbreitung von sprachlichen Lernmaterialien beitragen. Auswahlergebnisse, Kompendien, Studien usw. können Sie hier einsehen.

Im laufenden Programm Erasmus+ (2014–2020) ist die Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt eine der übergreifenden Prioritäten.

Das EU-Kulturprogramm Kreatives Europa fördert Literaturübersetzungen mit dem Ziel, mehr Menschen den Zugang zu literarischen Werken zu verschaffen und die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der EU zu wahren.