Schulpolitik

Die Kommission arbeitet mit den EU-Mitgliedstaaten bei der Entwicklung der Schulbildungssysteme zusammen. Zwar ist jeder Mitgliedstaat für die Organisation und die Lehrpläne seiner Systeme und Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung zuständig, die Zusammenarbeit bei Themen von gemeinsamem Interesse auf EU-Ebene hat jedoch Vorteile.

EU-Unterstützung für die Schulpolitik

Die Europäische Kommission unterstützt die nationalen Bemühungen vor allem auf zwei Arten:

  • Sie arbeitet eng mit nationalen politischen Entscheidungsträgern zusammen, um sie bei der Entwicklung der Strategien und Systeme der schulischen Bildung zu unterstützen. Dazu gehört auch die Überwachung der Fortschritte im Rahmen des Europäischen Semesters. Die Kommission erhebt und verbreitet Informationen und Analysen und fördert den Austausch über politische Strategien und Konzepte. Dies geschieht unter anderem im Rahmen von ET2020-Arbeitsgruppen. Seit 2016 hat die Arbeitsgruppe „Schulbildung“ ein umfassendes Mandat, um die Governance der Systeme der schulischen Bildung mit dem Ziel weiterzuentwickeln, durch nachhaltige Innovation und Integration eine höhere Qualität zu fördern.
  • Die Kommission leistet mit ihrem Programm Erasmus+ einen wichtigen Beitrag zu europäischen Kooperationsprojekten, die die Mobilität von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern fördern.

Prioritäre Bereiche

Die Bildungsminister der EU-Länder haben die folgenden Prioritäten festgelegt:

  • Alle Schülerinnen und Schüler sollen Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen erwerben. Dies kann unterstützt werden durch die Neugestaltung der Lehrpläne und der Bewertung, die Weiterbildung des Lehrpersonal und den Ausbau der Verfügbarkeit und der Nutzung hochwertiger Lehrmittel und -ressourcen.
  • Allen Schülerinnen und Schülern sollten hochwertige Lernerfahrungen offenstehen, und die frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung sollte ausgeweitet werden.
  • Die Unterstützung von Lernenden mit sonderpädagogischem Förderbedarf, zum Beispiel Migranten in der EU, muss bereits in der Schule verbessert werden, und der vorzeitige Schulabgang sollte verringert werden.
  • Lehrkräfte, Schulleitungen und Lehrkräfteausbilder/-innen sollten stärker unterstützt werden ‚u. a. durch fortlaufende berufliche Weiterbildung und flexible, attraktive Laufbahnmöglichkeiten.
  • Die Qualitätssicherung sollte weiterentwickelt werden, um eine leistungsfähigere, gerechtere und effizientere Governance der Schulbildungssysteme zu gewährleisten und die Mobilität von Lernenden und Ausbildenden zu erleichtern.

Die Kommission hat die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) ins Leben gerufen, um die gemeinsame Entwicklung empfehlenswerter Verfahren im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung voranzutreiben. Sie erstellt außerdem regelmäßig Studien zur Lage in Europa, um die Fortschritte bei der Entwicklung und Reform der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu überwachen.

Die Zukunft der Schulpolitik in der EU

Die Mitteilung der Kommission mit dem Thema „Ein guter Start ins Leben durch Schulentwicklung und hervorragenden Unterricht“ liefert Fakten und stellt Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Inklusion in der Schulbildung sowie der Kompetenzen von Lehrkräften, Schulleitungen und Schulverwaltung vor. In der zugehörigen Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen werden die in der Mitteilung genannten Vorschläge durch Beispiele untermauert.

In ihrer Mitteilung „Ein stärkeres Europa aufbauen: Die Rolle der Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik“ hat die Kommission ein zweites Maßnahmenpaket vorgeschlagen, mit dem die Schlüsselrolle von Bildung, Jugend und Kultur für die Gestaltung der Zukunft Europas hervorgehoben wird.

Auch in der Mitteilung der Kommission "Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur" wurde die Vision eines europäischen Bildungsraums dargelegt. Mobilität, die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen und Studienzeiten im Ausland, das Erlernen von Fremdsprachen, frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, der Lehrberuf, Innovation und digitale Technologien werden darin als Schlüsselbereiche für die Zusammenarbeit der EU in der Schulbildung genannt.