Mehrsprachige Klassen

Immer mehr Kinder in der Europäischen Union haben eine andere Muttersprache als die Hauptunterrichtssprache der Schule.

Angesichts der sprachlichen Vielfalt stellt sich die Frage, wie die Schulen dieses Potenzial optimal nutzen können.

Worum geht es?

Immer mehr Kinder in der Europäischen Union haben eine andere Muttersprache als die Hauptunterrichtssprache der Schule. Der Anteil variiert erheblich zwischen den EU-Ländern und reicht von 1 % in Polen bis 40 % in Luxemburg.

Migrantenkinder sprechen eine Vielzahl von Sprachen und bringen ihre Sprachkenntnisse in den Unterricht ein. Dies ist ein potenzieller Vorteil für den Einzelnen, die Schulen und die Gesellschaft insgesamt. Angesichts der sprachlichen Vielfalt stellt sich die Frage, wie die Schulen dieses Potenzial optimal nutzen können.

Wozu dient das?

Es gibt klare Hinweise darauf, dass Migrantenkinder bei den Grundfertigkeiten allgemein weniger gut abschneiden als ihre Altersgenossen. Die Schulen müssen ihre Unterrichtsmethoden anpassen, um konstruktiv und positiv mit den unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen der Kinder umzugehen und schulischen Erfolg für alle zu ermöglichen.

Bisherige Maßnahmen

Die Kommission hat gemeinsam mit den EU-Ländern erfolgreiche Strategien für den Spracherwerb im mehrsprachigen Kontext ermittelt und den Austausch bewährter Verfahren in diesem Bereich vorangetrieben. Ein konkretes Ergebnis dieser Zusammenarbeit und einer umfassenden Literaturrecherche zu diesem Thema ist der Bericht mit dem Titel Language teaching and learning in multilingual classrooms (Sprachunterricht und -erwerb in mehrsprachigen Klassen).

Im Anschluss an den ersten Bericht über mehrsprachige Klassen und als Beitrag zur Überarbeitung des Referenzrahmens der Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen wurde 2016 und 2017 eine Reihe von thematischen Workshops und Peer-Learning-Aktivitäten zur Integration von Migrantenkindern durch schulische Maßnahmen organisiert. Input-Papiere für die Diskussionen wurden von renommierten Fachleuten wie u. a. Emmanuelle le Pichon-Vorstmann, Dina Mehmedbegovic, Ellen-Rose Kambel und Teresa Tinsley eingereicht. Die Gruppe erstellte zwei Berichte: Rethinking language education and linguistic diversity in schools (Neue Denkansätze für den Sprachunterricht und die sprachliche Vielfalt in Schulen) und Migrants in European schools: Learning and maintaining languages (Migranten in europäischen Schulen: Sprachen lernen und pflegen).

Nächste Schritte

Das Programm Erasmus+ bietet neue Möglichkeiten, wie z. B. Erprobung politischer Strategien und weitreichende Partnerschaften, um neue Strategien für den Sprachunterricht und -erwerb in mehrsprachigen Klassen zu entwickeln.

Gemeinsam mit dem Europarat und dessen Europäischen Fremdsprachenzentrum wird die Kommission die Entwicklung und Verbreitung neuer Methoden für den Sprachunterricht in mehrsprachigen Klassen unterstützen.

Im Rahmen der umfassenderen Strategie der Kommission für die Lehrberufe werden Ressourcen und Unterstützung für Lehrkräfte entwickelt, die Klassen mit Schülern verschiedener Nationalitäten unterrichten.