Politik der Mehrsprachigkeit

Die Europäische Kommission fördert das Sprachenlernen und die Sprachenvielfalt in ganz Europa.

Warum ist Mehrsprachigkeit wichtig?

„In Vielfalt geeint“ – nicht zuletzt am Motto der EU wird die zentrale Bedeutung der Sprachenvielfalt und des Sprachenlernens für das europäische Projekt deutlich. 

Sprachen verbinden Menschen, machen andere Länder und ihre Kulturen zugänglich und stärken das interkulturelle Verständnis. Fremdsprachenkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität. Mehrsprachigkeit steigert auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft

Um international Erfolg zu haben und Beschäftigte im Ausland einsetzen zu können, müssen in Unternehmen die nötigen Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sein. In Europa verlassen aber immer noch zu viele junge Menschen die Schule ohne Fremdsprachenkenntnisse auf Arbeitsniveau. Aus diesem Grund ist die Verbesserung des Sprachunterrichts und des Fremdsprachenerwerbs eine Priorität der EU.

Was unternimmt die EU, um Mehrsprachigkeit zu fördern?

In den Schlussfolgerungen des Rates zur Mehrsprachigkeit und zur Entwicklung von Sprachenkompetenz verpflichteten sich die Mitgliedstaaten, im Bereich der Mehrsprachigkeit stärker zusammenzuarbeiten und die Wirksamkeit des Sprachunterrichts an den Schulen zu verbessern.

Die Europäische Kommission will gemeinsam mit den EU-Ländern ein ehrgeiziges Ziel erreichen: Alle Bürgerinnen und Bürger sollen mindestens zwei Fremdsprachen erlernen und bereits im frühen Kindesalter Fremdsprachenunterricht erhalten

In dem Vorschlag zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums wurde dieses Ziel aufgegriffen und von den EU-Staats- und Regierungschefs bestätigt. Mit den Schlussfolgerungen des Rates von Dezember 2017 erhielt es noch mehr Nachdruck.

Die Kommission folgt der Aufforderung der Mitgliedstaaten und stellt die Mehrsprachigkeit noch stärker in den Mittelpunkt des europäischen Projekts:

Diese Maßnahmen werden flankiert durch:

  • Zusammenarbeit mit dem Europarat und seinem Europäischen Fremdsprachenzentrum, dessen Schwerpunkt auf Innovation im Sprachunterricht liegt. Die einzelnen Bildungssysteme folgen oft unterschiedlichen Bewertungsmethoden. Deswegen sollte neben einer Verbesserung des Sprachunterrichts auch die Entwicklung moderner Bewertungsmethoden ins Auge gefasst werden;
  • die Initiative RELANG (Verknüpfung der Lehrpläne, Prüfungen und Bewertungen im Sprachunterricht mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen). Sie unterstützt die Bildungsbehörden bei der Angleichung ihrer Sprachprüfungen an die im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen vorgegebenen Kompetenzniveaus. Ebenfalls in diesem Rahmen werden mehrsprachige Klassen gefördert, um jungen Migranten die schulische Integration zu erleichtern, damit sie sich dort besser entfalten können;
  • Zusammenarbeit mit den Sprachendiensten der europäischen Institutionen, insbesondere mit der Generaldirektion Übersetzung und der Generaldirektion Dolmetschen der Kommission zur Förderung der Aus- und Fortbildung von Linguisten;
  • Vergabe des Europäischen Sprachensiegels an Bürger und Projekte zur Förderung innovativer Lehrmethoden im Sprachunterricht.

Das Programm Erasmus+ eröffnet jungen Menschen Möglichkeiten zur Verfeinerung ihrer Sprachkenntnisse in Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Ausland und unterstützt ihre berufliche Mobilität sowie ihre Bildungsmobilität.