Bologna-Prozess und Europäischer Hochschulraum

Der Bologna-Prozess ist eine zwischenstaatliche Zusammenarbeit von 48 europäischen Ländern im Bereich der Hochschulbildung.

Worum geht es?

Der Bologna-Prozess ist eine zwischenstaatliche Zusammenarbeit von 48 europäischen Ländern im Bereich der Hochschulbildung. Über diesen Prozess werden gemeinsame Anstrengungen von Behörden, Hochschulen, Lehrkräften, Studierenden, Interessenverbänden, Arbeitgebern, Qualitätssicherungsagenturen, internationalen Organisationen und anderen Einrichtungen, einschließlich der Europäischen Kommission, koordiniert.

Schwerpunkte sind

Warum ist er erforderlich?

Da sich die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa erheblich voneinander unterscheiden, war es bisher schwierig, die in einem Land erworbenen Qualifikationen für eine Bewerbung oder ein Studium in einem anderen Land zu nutzen. Durch die verbesserte Kompatibilität der Bildungssysteme können sich Studierende und Arbeitssuchende jetzt einfacher innerhalb Europas bewegen.

Gleichzeitig tragen die Bologna-Reformen dazu bei, europäische Hochschulen wettbewerbsfähiger und für den Rest der Welt attraktiver zu machen.

Der Bologna-Prozess unterstützt auch die Modernisierung der Bildungs- und Ausbildungssysteme, um diese auf die Bedürfnisse eines Arbeitsmarkts im Wandel auszurichten. Dies ist um so wichtiger, als der Anteil an Arbeitsplätzen, die einen Hochschulabschluss voraussetzen, steigt und die Nachfrage nach Innovation und Unternehmergeist zunimmt.

Was wurde bisher unternommen?

Aus den regelmäßigen Berichten geht hervor, dass bei der Umsetzung der Reformen große Fortschritte gemacht wurden.

Im Mai 2018 kamen die Bildungsminister in Paris zusammen und verabschiedeten ein Kommuniqué über ihre Prioritäten für die kommenden Jahre.

Im Kommuniqué der Pariser Bologna-Konferenz sprachen sich die 48 Minister für mehr Ehrgeiz für den Europäischen Hochschulraum nach 2020 aus und forderten

  • einen inklusiven und innovativen Ansatz für das Lernen und die Lehre,
  • eine integrierte transnationale Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation, 
  • die Gewährleistung einer nachhaltigen Zukunft für unseren Planeten mithilfe der Hochschulbildung.

Eine weitere Forderung des Kommuniqués ist mehr und bessere Unterstützung für unterrepräsentierte und gefährdete Gruppen beim Zugang zur Hochschulbildung und für ihren Erfolg im Bildungswesen.

Diese ehrgeizigen Ziele entsprechen denjenigen der EU, die sich durch die Schaffung eines europäischen Bildungsraums stärker für die Menschen einsetzt, die ehrgeiziger und schneller die Ziele der „Anerkennung für alle“ und der „Mobilität“ erreichen wollen.

Genauere Informationen zum Bologna-Prozess und zu den Fortschritten im Europäischen Hochschulraum seit 2015 finden sich in der Broschüre „The EU in support of the Bologna Process“ (nur EN). Die nächste Ministerkonferenz findet im Juni 2020 in Rom statt.

Wer nimmt teil?

Auf der Website des Europäischen Hochschulraums findet sich eine Liste der teilnehmenden Länder.