Hochschulpolitik

Die Maßnahmen der EU sollen Studium, Lehre, Forschung und Entscheidungsfindung in der Hochschulbildung um eine zusätzliche internationale Dimension bereichern.

Überblick

Bildung und Kultur sind für die Entwicklung eines inklusiveren, solidarischeren und wettbewerbsfähigeren Europa von entscheidender Bedeutung. Auf dem Göteborger Sozialgipfel 2017 stellte die Europäische Kommission ihre Vision eines europäischen Bildungsraums für 2025 vor, in dem die Freizügigkeit der Lernenden gewährleistet ist: „Ein Kontinent, auf dem es zur Norm geworden ist, dass man Zeit – zum Studieren, zum Lernen oder zum Arbeiten – in einem anderen Mitgliedstaat verbringt, und auf dem es außerdem gängig ist, dass man neben der Muttersprache zwei weitere Sprachen spricht. Ein Kontinent, auf dem sich die Menschen ihrer europäischen Identität, des kulturellen Erbes Europas und dessen Vielfalt voll und ganz bewusst sind.“

Um diesem Ziel im Bereich der Hochschulbildung näherzukommen, konzentriert sich die Kommission derzeit auf drei Schlüsselprioritäten, mit denen sie die Mobilität und den Austausch von Studierenden fördern möchte:

  1. Netz europäischer Universitäten
  2. Automatische gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen
  3. Europäischer Studierendenausweis

Warum ist die Hochschulbildung wichtig?

Die Hochschulbildung mit ihren Querverbindungen zu Forschung und Innovation spielt eine entscheidende Rolle für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung, aber auch wenn es darum geht, hochqualifiziertes Humankapital sowie kompetente Bürgerinnen und Bürger heranzubilden, die Europa braucht, um Arbeitsplätze zu schaffen, Wirtschaftswachstum zu erzielen und den Wohlstand zu sichern.

Somit sind Hochschuleinrichtungen überaus wichtige Partner bei der Umsetzung der EU-Strategie zur Förderung und Aufrechterhaltung nachhaltigen Wachstums. Die Strategie Europa 2020 enthält u. a. die Zielsetzung, dass im Jahr 2020 40 % der jungen Europäerinnen und Europäer über einen Hochschulabschluss verfügen sollen.

Wie unterstützt die Europäische Union die Hochschulbildung in Europa?

Damit Bildung zum Entwicklungsmotor werden kann, sind langfristige und erhebliche Investitionen nötig. Die Zuständigkeit für die Organisation und Vermittlung der Hochschulbildung in den einzelnen EU-Ländern liegt weiterhin bei den jeweiligen nationalen Behörden. Die Maßnahmen der EU sollen Studium, Lehre, Forschung und Entscheidungsfindung in der Hochschulbildung um eine zusätzliche internationale Dimension bereichern.

Durch die Programme Erasmus+ und Horizont 2020 unterstützt die EU internationale Austauschprogramme für Studierende, Dozenten und Forschende sowie die strukturierte Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen und Behörden in verschiedenen Ländern.

Damit sollen in der Hochschulbildung neue Gelegenheiten für das wechselseitige Lernen über nationale Grenzen hinweg und für die Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten eröffnet werden, um so bewährte Lehr- und Lernmethoden weiterzuentwickeln, exzellente Forschung zu betreiben und Innovation zu fördern.

Aktuelle Maßnahmen der Kommission

Im Einklang mit ihrer Strategie „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“ (ET2020) arbeitet die Kommission eng mit den politischen Entscheidungsträgern zusammen, um sie bei der Entwicklung der Hochschulpolitik in den einzelnen EU-Ländern zu unterstützen. Die im Mai 2017 von der Kommission angenommene erneuerte europäische Agenda für die Hochschulbildung sieht vier wesentliche Zielsetzungen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulbildung vor:

Dazu schlägt die Kommission für jede dieser Zielsetzungen spezifische Maßnahmen auf EU-Ebene vor, die sich in erster Linie auf die verschiedenen Komponenten der Programme Erasmus+ und Horizont 2020 stützen. Die Europäische Kommission unterstützt insbesondere:

  1. Vermeidung künftiger Missverhältnisse zwischen Kompetenznachfrage und -angebot sowie Förderung herausragender Leistungen bei der Kompetenzentwicklung
  2. Schaffung inklusiver und vernetzter Hochschulsysteme
  3. Einbindung von Hochschuleinrichtungen in die Innovationsförderung
  4. Förderung effektiver und effizienter Hochschulsysteme.

Dazu schlägt die Kommission für jede dieser Zielsetzungen spezifische Maßnahmen auf EU-Ebene vor, die sich in erster Linie auf die verschiedenen Komponenten der Programme Erasmus+ und Horizont 2020 stützen. Die Europäische Kommission unterstützt insbesondere:

  • den Austausch bewährter Verfahren zwischen verschiedenen Ländern im Rahmen der ET2020-Hochschularbeitsgruppe;
  • den Bologna-Prozess zur Förderung der Internationalisierung der Hochschulbildung in Europa durch mehr Mobilität, leichtere Anerkennung von Qualifikationen und gestraffte Qualitätssicherungsmechanismen;
  • die Entwicklung und Nutzung von Mobilitäts- und Anerkennungsinstrumenten wie dem ECTS-System und dem Diplomzusatz zur Verbesserung der Transparenz und Erleichterung des Austauschs in Europa.

Kürzlich hat die Europäische Kommission im Zusammenhang mit dem europäischen Bildungsraum eine Reihe von Initiativen eingeleitet:

  • Das Konzept der Netze europäischer Hochschulen bringt für die Hochschulen grundlegende Änderungen mit sich (integrierte Lehrpläne und Mobilität) wodurch Qualität, Exzellenz und Innovation gefördert werden;
  • die Empfehlung des Rates zur automatischen gegenseitigen Anerkennung von Hochschulabschlüssen und Schulabschlüssen hilft Hindernisse für die Mobilität von Studierenden und Schülern in Europa zu beseitigen;
  • der künftige europäische Studierendenausweis wird den sicheren Austausch von Informationen über Studierende erleichtern und dadurch den Verwaltungsaufwand der Hochschuleinrichtungen verringern. Gleichzeitig ist er ein konkretes Beispiel für den neuen europäischen Bildungsraum.