ET-2020-Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen sollen die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die zentralen Herausforderungen ihrer Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie gemeinsame, auf europäischer Ebene vereinbarte Prioritäten anzugehen.

Was sind Arbeitsgruppen?

Die Arbeitsgruppen werden im Rahmen der politischen Zusammenarbeit der EU auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung eingesetzt, um gemeinsame politische Ziele zu unterstützen. 

Die Gruppen unterstützen die Politikgestaltung auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten und bieten ein Forum für den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren zu der Frage, wie die zentralen Herausforderungen für die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung angegangen werden können. 

Die Mitglieder der Arbeitsgruppen sind von den EU-Mitgliedstaaten und anderen teilnehmenden Ländern ernannte Regierungsbeamte. Auch Vertreter von Interessenverbänden und Sozialpartnern werden zu den Gruppen entsandt. 

Die sieben Arbeitsgruppen wurden im Juli 2018 eingesetzt und werden ihre Tätigkeit bis zum Ablauf ihres derzeitigen Mandats im Juni 2020 fortsetzen. 

Die Gruppen wurden nach folgenden Themen gebildet: Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, Schulen, berufliche Aus- und Weiterbildung, Hochschulbildung, Erwachsenenbildung, gemeinsame Werte und inklusive Bildung sowie digitale Bildung: Lernen, Lehren und Bewerten. 

Die Sitzungsberichte können über das Register der Expertengruppen der Europäischen Kommission eingesehen werden. Weitere Informationen zu den Arbeitsgruppen sind nach vorheriger Registrierung auf der Plattform Yammer erhältlich.

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Frage, wie qualitativ hochwertige Systeme der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung (FBBE) für ganz Europa entwickelt werden können. Dabei stützt sie sich auf die Ergebnisse der vorherigen Arbeitsgruppe (2012–2014), die den Europäischen Qualitätsrahmen für diesen Sektor ausgearbeitet hat. Ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche sind:

  • Professionalisierung des Personals als zentrales Element der Schaffung eines attraktiven, nachhaltigen und von Kompetenz geprägten Berufsbilds. Gegenstand dieser Arbeitskomponente sind vor allem Erstausbildung und kontinuierliche berufliche Weiterbildung, Berufswege und Aufstiegsmöglichkeiten, personelle Vielfalt (z. B. Überwindung des geschlechtsspezifischen Gefälles, Gewährleistung der Vielfalt der ethnischen Herkunft) sowie Arbeitsbedingungen.
  • Soziale Inklusion, insbesondere zur Förderung einer umfassenden Beteiligung an frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung mit dem Ziel, das Kompetenzgefälle zwischen Kindern mit unterschiedlichem Hintergrund (einschließlich Kindern mit besonderen Bedürfnissen) zu verringern, den sozialen Zusammenhalt zu verbessern und Kinder aus neu zugezogenen Migranten- oder Minderheitengruppen bei einem frühzeitigen Spracherwerb zu unterstützen.

Zudem wird die Arbeitsgruppe Überlegungen zu Möglichkeiten der Messung der Qualität auf verschiedenen Ebenen der FBBE-Systeme anstellen.

Weitere Informationen zur Arbeit der Kommission in diesem Bereich:Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung.

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Steuerung der Systeme der Schulbildung im Hinblick darauf, qualitativ hochwertige und inklusive Bildungsangebote in einem Europäischen Bildungsraum bereitzustellen. Ihre derzeitigen Schwerpunktbereiche sind: 

  • Qualitätssicherung: Wie kann das System der Schulbildung die Herausbildung umfassender Kompetenzen bei jungen Menschen unterstützen und ein ganzheitliches Schulkonzept fördern, das alle am schulischen Leben beteiligten Menschen einbezieht?
  • Berufswege von Lehrkräften und Schulleitern: Wie können attraktive und nachhaltige Berufswege gestaltet und unterstützt werden, insbesondere was die Personalbeurteilung, die erforderlichen Kompetenzen, die berufliche Weiterbildung und Führungsqualitäten betrifft?

Die politischen Kernbotschaften der vorherigen Arbeitsgruppe Schulen (2016–18) gehen aus dem Bericht der Kommission European ideas for better learning: The governance of school education systems hervor. 

Weitere Informationen zur Arbeit der Kommission im Bereich Schulbildungspolitik finden sich auf den Seiten zur Schulpolitik.

Aktuelle europäische Nachrichten, Veröffentlichungen, Videos, Angebote für Schulen im Rahmen von Erasmus+ und Weiterbildungskurse der Teacher Academy können über das Portal School Education Gateway eingesehen werden.

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Rolle und dem Potenzial von Innovationen mit Schwerpunkt auf Digitalisierung. Ziel ist es, flexiblere, nachhaltige und qualitativ hochwertige Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu schaffen. Betrachtet werden Innovationen und Digitalisierung innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung und ihre Verknüpfung mit anderen Bildungswegen, aber auch die Auswirkungen allgemeiner Innovations- und Digitalisierungstrends in den Volkswirtschaften und Arbeitsmärkten auf die Berufsbildung (z. B. Industrie 4.0, Automatisierung, künstliche Intelligenz). 

Letztlich geht es darum, die Beschäftigungsfähigkeit und persönliche Entwicklung junger Lernender und Menschen im erwerbsfähigen Alter in der Berufsbildung zu verbessern und so zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie zu nachhaltigem Wachstum und sozialem Zusammenhalt beizutragen. 

Ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche sind: 

  • Entwicklung innovativer Unterrichtsmethoden für Lehrkräfte und Ausbilder
  • Stärkung wesentlicher Kompetenzen durch Anpassung der Lehrpläne und/oder Ausbildungsprogramme und -regelungen, damit sie den sich rasch verändernden Arbeitsmärkten gerecht werden
  • Einführung neuer Lernumfelder und organisatorischer Neuerungen in Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen
  • Gewährleistung des Einsatzes moderner Lerntechnologien in der Berufsbildung und höheren Berufsbildung
  • Förderung proaktiver und flexibler Berufsbildungssysteme zur Unterstützung von Strategien für intelligente Spezialisierung und der Zusammenarbeit durch Industriecluster
  • Förderung von Qualität und Exzellenz in der Berufsbildung
  • Stärkung der Steuerung und Finanzierung durch Kostenteilung und Investitionen in die Infrastruktur
  • Förderung der Lernmobilität in der Berufsbildung, eines Berufswegs ohne Grenzen und der Internationalisierung der Berufsbildung

Weitere Informationen sind nach vorheriger Registrierung auf der Plattform Yammer und über #ET2020VET auf Twitter erhältlich.

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Frage, wie eine möglichst große Zahl von Angeboten einer qualitativ hochwertigen Hochschulbildung bereitgestellt werden kann, die die Absolventen auf sich verändernde Arbeitsmärkte und Gesellschaften vorbereiten. Darüber hinaus ist sie bestrebt, die Innovationsfähigkeit Europas und seinen Beitrag zu nachhaltigem Wachstum und inklusiven Gesellschaften zu erhöhen. 

Die Arbeitsgruppe setzt die Prioritäten um, die in der erneuerten Agenda der EU für die Hochschulbildung und in der Mitteilung über die Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur festgelegt wurden.
Ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche sind: 

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit den politischen Optionen für die Entwicklung moderner Systeme der Erwachsenenbildung, die eine kontinuierliche Neu- und Höherqualifizierung unterstützen, ohne die sich die Menschen im heutigen Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft nicht entfalten können. Ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche sind: 

  • Befähigung der Menschen zur Neu- und/oder Höherqualifizierung 
  • Förderung der Entwicklung einer Kultur des kontinuierlichen Lernens am Arbeitsplatz (im privaten wie im öffentlichen Bereich)

Weitere Informationen finden sich auf der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE).

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit politischen Lösungen zu zentralen Fragen, die Gegenstand der Erklärung von Paris zur Förderung von Politischer Bildung und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung von 2015 sind. Zudem fördert sie gemeinsame Werte, insbesondere vor dem Hintergrund der Empfehlung des Rates zur Förderung gemeinsamer Werte, inklusiver Bildung und der europäischen Dimension im Unterricht

Ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche sind:

  • Förderung gemeinsamer Werte und interkultureller Kompetenzen, darunter staatsbürgerliche Bildung und digitale Bürgerschaft
  • Förderung einer inklusiven Bildung für alle Lernenden
  • Förderung einer europäischen Dimension der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Unterstützung des Lehrpersonals bei der Förderung von Vielfalt und der Schaffung eines offenen Lernumfelds

Weitere Informationen sind nach vorheriger Registrierung auf der Plattform Yammer erhältlich.

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit dem zweckdienlichen und innovativen Einsatz digitaler Technologien in der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Entwicklung digitaler Kompetenzen. Sie untersucht, wie die Bildungssysteme am besten auf Veränderungen in der Gesellschaft und einem vom digitalen Wandel geprägten Arbeitsmarkt reagieren können, fördert bewährte Verfahren und wirkt auf die gemeinsame Entwicklung politischer Lösungen hin. 

Im Einklang mit dem Aktionsplan für digitale Bildung sind ihre wichtigsten Schwerpunktbereiche:

  • Bessere Nutzung digitaler Technologien im Unterricht, zu Lernzwecken und zur Bewertung
  • Entwicklung relevanter digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen
  • Bessere Bildung durch aussagekräftigere Datenanalysen und Prognosen

Dabei konzentriert sich die Arbeitsgruppe auf folgende Kernthemen:

  • Überwachung und Messung der Wirkung
  • Lehrerausbildung, Unterrichtspraxis und Lernverhalten
  • Bewertung und Anerkennung
  • Paradigmenwechsel und nachhaltiger Wandel
  • Digitale Bildung zur Förderung des lebenslangen Lernens
  • Partnerschaften (Privatsektor und Dritter Sektor) und Zusammenarbeit