Bildung und Migranten

Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Flüchtlingen und anderen Migranten aus Drittländern bei der Anpassung an ein neues Land und eine neue Kultur sowie bei dem Aufbau sozialer Beziehungen innerhalb ihrer Aufnahmegemeinschaften.

Bessere Integration von Migranten in die allgemeine und berufliche Bildung

Schüler/innen mit Migrationshintergrund haben oft Schwierigkeiten, sich an ein neues Lernumfeld anzupassen. Die Akteure der allgemeinen und beruflichen Bildung können Leitlinien und den Austausch bewährter Verfahren nutzen, um den Lernbedürfnissen der Schüler/innen in zunehmend diversen und mehrsprachigen Klassen gerecht zu werden. 

Seit 2016 unterstützt die Europäische Kommission die EU-Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen um die Integration von Migranten in ihre Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung – von der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung bis hin zur Hochschulbildung. Im Aktionsplan der Kommission für die Integration von Drittstaatsangehörigen werden drei Prioritäten für die Bildung genannt:

  • neu angekommene Migranten so früh wie möglich in die regulären Bildungsstrukturen integrieren
  • Bildungsrückstand bei Migranten verhindern
  • soziale Ausgrenzung verhindern und den interkulturellen Dialog fördern.

Im Rahmen des Aktionsplans durchgeführte konkrete Maßnahmen reichen von Instrumenten zur Bewertung der Kompetenzen und Qualifikationen von Migranten bis hin zu Kooperationsplattformen, die den Austausch von Informationen und Personal zwischen Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung fördern. 

Wie fördert EU die Integration von Migranten?

Um die Integration von Migranten zu erleichtern, fördert die Europäische Kommission den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten durch Maßnahmen des Voneinander-Lernens. Diese Aktivitäten fördern außerdem die Vernetzung politischer Entscheidungsträger und ermöglichen ihnen, aktuelle und künftige Herausforderungen besser zu meistern. Zwischen 2016 und 2018 wurden folgende Themen im Rahmen spezieller Peer-Learning-Veranstaltungen erörtert: 

  • Bewertung von Sprachkenntnissen und Integration unbegleiteter Minderjähriger durch Bildung 
  • Aufnahme neu angekommener Migranten und Bewertung der vorherigen Schulbildung
  • Anerkennung der Qualifikationen von Flüchtlingen
  • Interkultureller Dialog als Instrument zur Bewältigung der Themen Migration, Flüchtlinge und Asylbewerber im Bildungskontext
  • Sprachliche und kulturelle Vielfalt
  • Integrationsmaßnahmen für Migranten: Grundsätze, Herausforderungen und Praktiken

Darüber hinaus bietet die Kommission gezielte Expertenberatung durch Peer-Counselling an, um politische Reformen in den Mitgliedstaaten zu unterstützen, z. B. im Zusammenhang mit der Integration neu angekommener Schüler/innen mit Migrationshintergrund in Schulen. Jeder Mitgliedstaat kann um eine solche Veranstaltung bitten, an der politische Entscheidungsträger aus anderen nationalen Verwaltungen sowie unabhängige Experten teilnehmen, die in einem interaktiven Workshop gemeinsam nach Lösungen für nationale Herausforderungen suchen.

Im Rahmen des Programms Erasmus+ finanziert die Kommission Projekte und andere Aktivitäten für die Integration von Migranten in allen Bereichen des Bildungswesens. Strategische Partnerschaften sollen die Entwicklung innovativer Lehrmethoden fördern und zur transnationalen Zusammenarbeit beitragen. Erasmus+ fördert auch den Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich in Partnerländern, die von den Folgen der Migration besonders betroffen sind. 

Außerdem kofinanziert die Europäische Kommission das SIRIUS-Netz für die Bildung von Migranten. Dieses Netz unterstützt die Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch strategische Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene; es bringt Forschende, politische Entscheidungsträger und Beschäftigte im Bereich Migrantenbildung sowie Migranten und Flüchtlinge selbst zusammen. 

Über die von Erasmus+ geförderte Plattform School Education Gateway können Fachleute Informationen austauschen, Materialien (Artikel, Unterrichtspläne usw.) weiterreichen und Zugangsdienste (z. B. Online-Kurse) zu den Themen Inklusion, kulturelle Vielfalt und Integration neu angekommener Schüler/innen mit Migrationshintergrund im Unterricht austauschen. Die eTwinning-Plattform verbindet Schulen in ganz Europa über IKT-Instrumente und bietet Schulleitung und sonstigem Personal die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Unterstützung anzubieten. 

Die Kommission hat mehr als 100 000 Flüchtlingen und neu angekommenen Migranten Zugang zu Online-Sprachunterstützung geboten. Mit dieser Initiative sollen Menschen sich besser in die Aufnahmegesellschaft integrieren können, indem sie die dort gesprochene Sprache erlernen.