Kompetenzentwicklung

Die EU hat zahlreiche Initiativen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten ergriffen, um der sich ändernden Nachfrage an Fertigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen gerecht zu werden.

Worum geht es?

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich ständig. Die Fertigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen, die die Menschen benötigen, ändern sich mit der Zeit. Um mit diesen Veränderungen Schritt halten zu können, müssen alle Menschen über Grundfertigkeiten in Lesen, Schreiben, Rechnen sowie über digitale Kompetenz verfügen. Doch sie benötigen auch eine breitere Palette von Kompetenzen – darunter kritisches Denken, Kreativität und Teamfähigkeit – um eine langfristige Berufslaufbahn aufzubauen und zu unabhängigen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu werden, die ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Die allgemeine und berufliche Bildung spielt eine wichtige Rolle bei der Befähigung junger Menschen, diese Fertigkeiten und Kompetenzen zu erwerben. Außerdem ermöglicht sie ihnen den bestmöglichen Start ins Leben.

Eine wirksame Abstimmung zwischen dem Arbeitsmarkt und dem Bildungs- und Ausbildungssektor ist notwendig, um das Angebot an Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen besser auf die Nachfrage abzustimmen und dadurch Qualifikationsdefizite und Missverhältnisse zu verhindern.

Was wurde bisher unternommen?

Europäische Initiativen für die Kompetenzentwicklung

  • Die neue europäische Agenda für Kompetenzen von 2016 enthält zehn Maßnahmen, mit denen die Menschen in der EU beim Zugang zu einer geeigneten Ausbildung und beim Kompetenzerwerb unterstützt werden sollen.
  • Im Mai 2018 legte der Europäische Rat eine Reihe von Schlüsselkompetenzen fest, die jeder für die persönliche Entfaltung und Entwicklung, eine aktive Bürgerschaft, die soziale Inklusion und für Beschäftigung benötigt.
  • Der Aktionsplan der Europäischen Kommission für digitale Bildung umfasst elf Maßnahmen zur besseren Nutzung digitaler Technologien für Lehre, Unterricht und die Entwicklung digitaler Kompetenzen.
  • Die Große Koalition für digitale Arbeitsplätze ist eine multilaterale Partnerschaft zur Behebung des Mangels an IKT-Kompetenzen und zur Besetzung Tausender freier Stellen im IKT-Bereich.
  • Der Aktionsplan Unternehmertum 2020 ist ein Konzept zur Freisetzung des unternehmerischen Potenzials Europas, zur Beseitigung bestehender Hindernisse und zum Anstoßen eines radikalen Wandels der unternehmerischen Kultur in Europa.
  • Die Empfehlungen des Europäischen Rates von 2017 zur Werdegang-Nachverfolgung haben die Mitgliedstaaten angeregt, auf nationaler Ebene umfassende Nachverfolgungssysteme für Hochschulabsolventen und -absolventinnen zu entwickeln, um die Verfügbarkeit vergleichbarer Daten zu verbessern und mehr vergleichende Analysen der Ergebnisse zu ermöglichen.

Europäische Initiativen zur Gewährleistung der Verfügbarkeit benötigter Kompetenzen

  • ESCO ist das europäische mehrsprachige Klassifikationssystem für Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe. Es beinhaltet eine in 25 europäischen Sprachen verfügbare Standardterminologie zur Klassifizierung von Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufen, die für den EU-Arbeitsmarkt und die allgemeine und berufliche Bildung relevant sind.
  • Das Europäische Kompetenzpanorama dient zur regelmäßigen Beobachtung und Antizipierung des Qualifikationsbedarfs sowie zur Kompetenzbewertung auf nationaler und europäischer Ebene. Es liefert Daten, Informationen und Erkenntnisse über Kompetenztrends auf nationaler und EU-Ebene.

Nächste Schritte

  • Laufende Aktualisierung von ESCO zur Berücksichtigung von Änderungen auf den Arbeitsmärkten und in der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Anwendung von ESCO im Europass-Lebenslauf, im EU-Kompetenzpanorama und in EURES
  • Laufende Beobachtung von Kompetenztrends und -nachfrage – EU-Kompetenzpanorama.