EU-Politik im Bereich der Erwachsenenbildung

Der Begriff „Erwachsenenbildung“ bezeichnet formale, nicht formale und informelle Lernaktivitäten in der allgemeinen und beruflichen Bildung, die von Erwachsenen nach Abschluss der allgemeinen und beruflichen Erstausbildung absolviert werden.

Bedeutung der Erwachsenenbildung 

Für Erwachsenenbildung gibt es vielfältige Gründe: Verbesserung der Beschäftigungsaussichten, berufliche oder persönliche Weiterentwicklung und Erwerb von Querschnittskompetenzen wie beispielsweise kritisches Denken. Die Erwachsenenbildung fördert auch den sozialen Zusammenhalt und eine aktive Bürgerbeteiligung.

Um auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Erwerbstätige in ihrem Beruf kontinuierlich weiterentwickeln. Erwachsenenbildung ist daher von zentraler Bedeutung für Europa, und zwar nicht nur zur Überwindung der derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern auch zur Deckung der Nachfrage an neuen Kompetenzen und zur Gewährleistung langfristiger Produktivität in einer zunehmend digitalisierten Weltwirtschaft. 

Maßnahmen und Initiativen auf europäischer Ebene tragen zu einem besseren Verständnis der Herausforderungen in der Erwachsenenbildung und zur Lösungsfindung bei. Außerdem bieten sie Einrichtungen und Einzelpersonen Unterstützung und ermöglichen einen besseren Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern.

Wie fördert die EU die Erwachsenenbildung?

In der Entschließung des Rates über eine erneuerte europäische Agenda für die Erwachsenenbildung wird betont, wie wichtig eine deutlich stärkere Beteiligung an formaler, nicht formaler und informeller Erwachsenenbildung ist, sei es zum Erwerb neuer Qualifikationen, für eine aktive Bürgerbeteiligung oder zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung.

Die Agenda zeigt auf, wie sich die Erwachsenenbildung in Europa bis 2020 entwickeln soll, und setzt für den Zeitraum 2015–2020 folgende Schwerpunkte:

  • Verbesserung der Governance durch bessere Koordinierung der Politikbereiche, effizientere Abläufe und stärkere gesellschaftliche Relevanz 
  • wesentliche Erhöhung des Angebots und der Inanspruchnahme hochwertiger Lernmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Lesen und Schreiben, Rechnen und digitale Kompetenzen
  • wirksame Sensibilisierungs-, Betreuungs- und Motivationsstrategien zur Erreichung und Unterstützung erwachsener Lernender
  • flexiblere Lernmöglichkeiten für Erwachsene und verbesserter Zugang durch umfangreichere Lernangebote am Arbeitsplatz, die Nutzung von IKT und Programme für eine „zweite Chance“ zum Erwerb einer Qualifikation 
  • Verbesserung der Qualität der Erwachsenenbildung durch Überprüfung der Wirksamkeit von Strategien und Verbesserung der Ausbildung von Lehrkräften in der Erwachsenenbildung

Mit seiner Empfehlung für Weiterbildungspfade zielt der Rat außerdem darauf ab, Erwachsene beim Erwerb eines Mindestniveaus an Lese-, Schreib-, Rechen- und digitalen Kompetenzen und/oder eines breiteren Spektrums von Kenntnissen und Fertigkeiten zu unterstützen (Niveau 3 oder 4 des Europäischen Qualifikationsrahmens, EQR). Weitere Informationen zu Weiterbildungspfaden 

Die Kommission hat eine ET-2020-Arbeitsgruppe zur Erwachsenenbildung, bestehend aus nationalen Experten, Vertretern der EU-Sozialpartner und der Zivilgesellschaft zusammengestellt. Die Gruppe tauscht Informationen aus, analysiert diese und entwickelt auf der Grundlage bewährter Verfahren aus ganz Europa politische Leitlinien im Bereich der Erwachsenenbildung. Auf der elektronischen Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE) können Sie sich über die Arbeit der Arbeitsgruppe „Erwachsenenbildung“ informieren.

Ein Netz aus nationalen Koordinatoren für die Erwachsenenbildung berät und unterstützt politische Entscheidungsträger und ermittelt und verbreitet bewährte Verfahren. 

Über die mehrsprachige elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE) können bewährte Verfahren in der Erwachsenenbildung online vorgestellt, diskutiert und gefördert werden, um voneinander zu lernen. 

Verfolgen Sie die Fortschritte in den sozialen Medien unter #EUAdultLearning und #UPSkillEU