Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung

Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung reicht von der Geburt bis zum schulpflichtigen Alter. Das Angebot kann EU-weit variieren.

Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung

Die frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung reicht von der Geburt bis zum schulpflichtigen Alter. Das entsprechende Angebot kann EU-weit variieren: Kindertagesstätten- und Familienbetreuung, private und öffentliche Angebote sowie vorschulische Betreuungs- und Bildungsangebote. Hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung kann den Grundstein legen für ein erfolgreiches Leben im Hinblick auf Bildung, Wohlbefinden, Beschäftigungsfähigkeit und soziale Integration, insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien. Sie ist daher eine effiziente und wirksame Investition in die allgemeine und berufliche Bildung. 

Was unternimmt die EU?

Auf der Grundlage eines Vorschlags der Kommission hat der Rat im Mai 2019 eine Empfehlung zu Systemen für hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung angenommen, mit der die Mitgliedstaaten darin unterstützt werden sollen, die Qualität ihrer frühkindlichen Betreuungs- und Bildungssysteme zu verbessern und sie zugänglicher zu machen.

Unter anderem wird ein Qualitätsrahmen vorgestellt, der fünf wichtigen Aspekten Rechnung trägt:

  • Zugang zur frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung
  • Ausbildung und Arbeitsbedingungen des für die Betreuung, Bildung und Erziehung zuständigen Fachpersonals
  • Entwicklung entsprechender Lehrpläne
  • Governance und Finanzierung
  • Beaufsichtigung und Bewertung der Systeme

Einige Länder haben sich bei ihren Reformen bereits durch den Qualitätsrahmen leiten lassen und dadurch ihr Angebot frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung verbessert.

Insgesamt wurde die EU-Benchmark „95 % Kinder über 4 Jahren in frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung“ erreicht. Zwischen einzelnen Ländern und Regionen bestehen allerdings erhebliche Unterschiede. Die Europäische Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten in diesem Zusammenhang bei der Ermittlung und Bewältigung von Problemen.

Die Kommission stellt außerdem Daten und Analysen zu aktuellen Entwicklungen in Europa bereit und erleichtert dadurch die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

Von 2018 bis 2020 kamen Vertreter/innen nationaler Ministerien und europäischer Organisationen in einer Arbeitsgruppe zusammen und veröffentlichten unlängst ihre Ergebnisse:

  • Toolkit für inklusive frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung
  • Leitlinien für die Rekrutierung, Ausbildung und Motivation qualifizierten Fachpersonals
  • Abschlussbericht mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zum Toolkit und zu den Leitlinien

Nächste Schritte

In der Entschließung des Rates zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung mit Blick auf den europäischen Bildungsraum und darüber hinaus (2021–2030) haben sich die Mitgliedstaaten auf ein neues Ziel von 96 % für die Teilnahme von Kindern zwischen drei Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter an frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung geeinigt.

Die Kommission wird die Mitgliedstaaten weiterhin darin unterstützen, die Zugänglichkeit und Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung zu erhöhen.

Die Finanzierung von Projekten, die zur Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung beitragen, insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung des in diesem Bereich tätigen Personals, wird ebenfalls fortgeführt. Die Finanzierung dieser Projekte wird über Erasmus+ erfolgen.