Europäischer Bildungsraum

Der europäische Bildungsraum soll die EU-Länder beim Aufbau krisenfester und zukunftsfähiger Systeme für die allgemeine und berufliche Bildung unterstützen. 

Students of all ages studying

Einrichtung eines europäischen Bildungsraums bis 2025

Mit dem europäischen Bildungsraum soll die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern gefördert werden, um Qualität und Inklusivität der nationalen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung weiter zu verbessern.

Es ist vor allem vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie unerlässlich, strukturellen Hindernissen für das Lernen und die Entwicklung von Kompetenzen vorzubeugen, da sich dies negativ auf die Beschäftigungsaussichten und die gesellschaftliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger auswirken könnte.

Der europäische Bildungsraum steht daher im Einklang mit den Zielen von NextGenerationEU, dem COVID-19-Aufbauplan der EU, mit dem die EU aus der Krise und hin zu einer modernen und nachhaltigen Union geführt werden soll, die den digitalen und ökologischen Wandel meistern kann.

Mit dem europäischen Bildungsraum soll ein ganzheitlicher Ansatz für EU-Maßnahmen im Bereich allgemeine und berufliche Bildung entwickelt und ein wirklicher europäischer Raum des Lernens gestaltet werden, der Lernenden, Lehrkräften und Bildungseinrichtungen gleichermaßen zugutekommt.

Auf dem Sozialgipfel 2017 in Göteborg (Schweden) kam die Idee eines europäischen Bildungsraums zum ersten Mal zur Sprache. In den Jahren 2018 und 2019 wurden die ersten Maßnahmenpakete verabschiedet.

In ihren „Politischen Leitlinien für die künftige Europäische Kommission 2019–2024“ verpflichtete sich Kommissionspräsidentin von der Leyen, bis 2025 den europäischen Bildungsraum zu verwirklichen.

Ehrgeiziges Konzept für die Vollendung des europäischen Bildungsraums

Am 30. September 2020 wurde eine neue Mitteilung der Kommission über die Vollendung des europäischen Bildungsraums bis 2025 veröffentlicht. 

In dieser Mitteilung wird ein ehrgeiziges Konzept vorgestellt, mit dem der europäische Bildungsraum bis 2025 verwirklicht werden soll. Die Mittel und Etappenziele zur gemeinsamen Verwirklichung der Ziele des Bildungsraums mit den EU-Mitgliedstaaten und den Interessenträgern werden darin genau erläutert.

Die Vision der Kommission für einen europäischen Bildungsraum ist in sechs Dimensionen aufgeteilt:

  • Verbesserung der Grundfertigkeiten, darunter digitale und Querschnittskompetenzen wie Unternehmergeist, Kreativität und bürgerschaftliches Engagement
  • Erleichterung der Mobilität von Lernenden und Lehrenden sowie der internationalen Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen
  • Förderung des Sprachenlernens und der Mehrsprachigkeit; Unterstützung und Management kultureller Vielfalt
  • Bereicherung der Bildung durch eine europäische Perspektive, Förderung des Verständnisses und des kritischen Denkens darüber, was Europa für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger bedeutet
  • Gewährleistung, dass Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung sicher, inklusiv und frei von Desinformation sind
  • Entkopplung der Bildungserfolge und -leistungen vom sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Status zur Förderung der sozialen Mobilität
  • Förderung einer inklusiven Bildung und der Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen und in allen Sektoren der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Verbesserung der Geschlechtersensibilität durch beispielsweise Bekämpfung von sexistischem Verhalten und sexueller Belästigung in der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an den ökologischen und digitalen Wandel und Einführung zukunftsfähiger Strategien für das lebenslange Lernen
  • Stärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in Jugendarbeit, Sport und Kultur zur Förderung des nichtformalen Lernens
  • Förderung eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses in Führungspositionen auch in Hochschulen sowie Öffnung von Berufen, in denen Männer und/oder Frauen dominieren, für das jeweils andere Geschlecht
  • Hinterfragen von Geschlechterstereotypen bei Ausbildungsentscheidungen und in Bildungsmethoden und -materialien
  • Mobilisierung von Fachwissen und Ressourcen zur Änderung der Verhaltensweisen hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit durch Einrichtung einer Koalition „Bildung für den Klimaschutz
  • Investitionen in grüne Infrastruktur für die allgemeine und berufliche Bildung 
  • Integration der ökologischen Nachhaltigkeit in die Natur- und Geisteswissenschaften und Förderung des Austausches ihrer Kenntnisse, Methoden, Verfahren und Kulturen
  • Gewährleistung, dass alle über die Fertigkeiten verfügen, die in der künftigen grünen Wirtschaft erforderlich sind, zum Beispiel digitale Kompetenzen und Unternehmergeist
  • Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Behebung des Lehrermangels und bei der Förderung von Diversifizierung und Attraktivität von Lehrberufen
  • Gewährleistung ausreichender Gelegenheiten zur Fortbildung für Lehrkräfte und Ausbilder 
  • Verbesserung der Qualität und Quantität der Mobilitätsaufenthalte von Lehrkräften während ihrer Ausbildung und darüber hinaus
  • systematische Einbindung der Mobilität in die Ausbildung von Lehrkräften
  • Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen, vor allem durch internationale Allianzen von Hochschulen
  • Beteiligung an der vollständigen Einführung der Initiativen Europäische Hochschulen und Europäischer Studierendenausweis
  • Aufstellung einer Agenda für die Umgestaltung der Hochschuleinrichtungen in Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und Interessenträgern
  • Entwicklung eines europäischen Ansatzes hinsichtlich Micro-Credentials, um die Lernmöglichkeiten zu erweitern und die Rolle der Hochschul- und Berufsbildungseinrichtungen im Zusammenhang mit dem lebenslangen Lernen zu stärken
  • Förderung der Fokussierung auf spezielle Programme für fortgeschrittene digitale Kompetenzen im Zusammenhang mit Spitzentechnologien wie künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen
  • Verstärkung des EU-Einsatzes für weltweite Herausforderungen und zur Förderung der europäischen Interessen und Werte auf internationaler Ebene, darunter die Verwirklichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung von 2020
  • Förderung der Internationalisierung der europäischen Bildung auf der Primar-, Sekundär- und Tertiärstufe sowie in Berufsbildung und Jugendarbeit
  • Anregung der internationalen Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, um die besten Talente für Europa zu gewinnen sowie Peer-Learning und gemeinsame internationale Forschungs- und Innovationsprojekte zu fördern
  • Unterstützung von Reformen der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Forschung in den Ländern der Europäischen Nachbarschaft

Am 18. Februar 2021 verabschiedete der Rat die Entschließung zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung mit Blick auf den europäischen Bildungsraum und darüber hinaus (2021–2023). 

Was unternimmt die Kommission zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums? 

In der Mitteilung über die Vollendung des europäischen Bildungsraums bis 2025 werden verschiedene Mittel und Meilensteine für die sechs Dimensionen festgelegt. 

In den Abschnitten dieser Website zum europäischen Bildungsraum und zu den einzelnen Strategien finden Sie weitere Informationen über die einschlägigen Politikbereiche und Initiativen.

Der europäische Bildungsraum wird in Synergie mit der Europäischen Kompetenzagenda, der neuen Politik für die berufliche Aus- und Weiterbildung und dem Europäischen Forschungsraum gemeinsames Wissen nutzbar und zur Grundlage für die Erholung und den Wohlstand Europas machen.

Damit der europäische Bildungsraum bis 2025 Wirklichkeit werden und die Fortschritte nachverfolgt werden können, schlägt die Kommission einen Unterstützungsrahmen für die Zusammenarbeit mit und Einbeziehung von Mitgliedstaaten und anderen Interessenträgern vor.

Die Kommission wird eng mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um einen umfassenden Steuerungsrahmen für den europäischen Bildungsraum zu gestalten.

Sie wird außerdem dauerhaft eine öffentlich zugängliche Plattform für den europäischen Bildungsraum und dessen Maßnahmen und Dienste einrichten, um die Transparenz und den Zugang zu Informationen über den europäischen Bildungsraum und die Ergebnisse der strategischen Zusammenarbeit zu gewährleisten.