Bildung für ökologische Nachhaltigkeit

Bildungsstrategien und Investitionen für einen inklusiven grünen und digitalen Wandel helfen Europa, widerstandsfähiger zu werden und Wohlstand zu sichern.

Zur Förderung der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen den EU-Mitgliedstaaten im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung für den ökologischen Wandel wird die Europäische Kommission 2021 

  • einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zum Beitrag der Bildung zu ökologischer Nachhaltigkeit vorlegen 
  • einen europäischen Kompetenzrahmen zu Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung erstellen

Empfehlung und Kompetenzrahmen sollen die EU-Mitgliedstaaten bei folgenden Bemühungen unterstützen:

  • Ausstattung der Lernenden und Lehrkräfte mit dem nötigen Wissen, den Fertigkeiten und der richtigen Einstellung, um in ihrem Leben sowie durch ihre Arbeit und Handlungen zur ökologischen Nachhaltigkeit beizutragen
  • Unterstützung der Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen bei der Integration von Nachhaltigkeit in Lehre, Lernen und alle anderen Aspekte ihrer Tätigkeiten 
  • Einbeziehung des Konzepts Bildung für ökologische Nachhaltigkeit in das gesamte Bildungs- und Berufsbildungssystem

Die Empfehlung – eine Initiative im Rahmen des europäischen Bildungsraums und der EU-Biodiversitätsstrategie – kann den Mitgliedstaaten als Richtschnur dafür dienen, wie allgemeine und berufliche Bildung zu einer grüneren Zukunft beitragen kann. 

Die Kommission wird sich noch stärker in die laufenden Arbeiten der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung und in die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung für 2030 einbringen.

In einer ersten Analyse wurden mehrere Schlüsselbereiche ermittelt, die in der Empfehlung aufgegriffen werden könnten:

  • Das lebenslange Lernen ist für den multidisziplinären und sich rasch entwickelnden Bereich der Bildung für ökologische Nachhaltigkeit und für die Einbeziehung und Mobilisierung aller Bürgerinnen und Bürger unerlässlich. Ein Konzept für das lebenslange Lernen ökologischer Nachhaltigkeit und die Förderung der Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung sind also von entscheidender Bedeutung. 
  • Für den Erwerb der Nachhaltigkeitskompetenzen müssen interdisziplinäre und partizipative Lern- und Lehrmethoden sowie Methoden für eine gute Zusammenarbeit entwickelt werden.
  • Der Unterricht sollte im direkten Lernumfeld stattfinden, und es sollten Partnerschaften eingegangen und Gemeinschaften eingebunden werden, damit Bildung für ökologische Nachhaltigkeit auch gelebt wird. In einigen Mitgliedstaaten wird ein solcher ganzheitlicher Ansatz bereits umgesetzt; er ist jedoch noch nicht weitverbreitet. 

Kompetenzrahmen

Das Ziel des Kompetenzrahmens für Klimawandel und nachhaltige Entwicklung ist es, einen gemeinsamen Nenner und ein konzeptionelles Modell für die von den Lernenden zu erwerbenden Kompetenzen zu entwickeln. 

Für jeden Kompetenzbereich werden Ebenen festgelegt – von der Sensibilisierung bis zum Verständnis und zum Handeln. 

Durch gemeinsame Definitionen und praktische Leitlinien zum Kompetenzrahmen werden die Bildungsakteure in den Mitgliedstaaten in die Lage versetzt, Lernende und die Öffentlichkeit zu Verhaltensänderungen zu bewegen, die für einen erfolgreichen Übergang zur Klimaneutralität und für die nachhaltige Entwicklung erforderlich sind. 

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission hat eine Literaturrecherche zu Nachhaltigkeitskompetenzen durchgeführt, um die Ausarbeitung des Kompetenzrahmens zu unterstützen. 

Zeitrahmen 

Derzeit wird an der Ausarbeitung des Vorschlags für eine Empfehlung des Rates gearbeitet. Ab Juni 2021 werden über eine öffentliche Konsultation Beiträge eingeholt und die Ansichten interessierter Einzelpersonen und Organisationen erfasst. 

Außerdem werden gemeinsam mit Organisationen in den Bereichen Bildung und Umwelt eine Reihe von Konsultationsveranstaltungen organisiert. 

Gegen Ende 2021 wird der Vorschlag für eine Empfehlung des Rates von der Kommission angenommen werden; der Kompetenzrahmen wird Ende 2021 oder Anfang 2022 veröffentlicht. 

Nach Annahme durch die Kommission wird der Vorschlag an die Mitgliedstaaten weitergeleitet, dort erörtert und schließlich von den EU-Bildungsministern im Rat der Europäischen Union verabschiedet. 

Erasmus+ unterstützt Bildung für das Klima 

Das Thema Nachhaltigkeit sowie die Umwelt- und Klimaziele sind auch im neuen Erasmus+-Programm von zentraler Bedeutung. In alle Projekte werden grüne Arbeitsmethoden integriert, außerdem wird die Entwicklung grüner Fähigkeiten und Kompetenzen gefördert.