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Credit-Mobilität
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Mobilität zum Erwerb von Credits (Credit-Mobilität)

ECTS wurde entwickelt, um die Studierendenmobilität zwischen Hochschulen für kürzere Studienperioden zu ermöglichen („Credit-Mobilität“). Wie dem vorliegenden Leitfaden zu entnehmen ist, hat sich ECTS zu einem System für die Akkumulierung von Credits entwickelt und ist so angenommen worden. Doch es spielt auch noch immer eine wesentliche Rolle bei der Studierendenmobilität und erleichtert die Übertragung und Anerkennung von Leistungen mobiler Studierender.

Im ECTS unterstützen die folgenden unterstützenden Formulare die Anerkennung von Credits zum Zweck der Studierendenmobilität:

Diese Dokumente bieten Informationen über die erreichten Lernergebnisse und bilden die Grundlage, auf der die Einrichtung, die die Abschlüsse vergibt, eine Entscheidung zur Anerkennung und Übertragung von Credits treffen kann. Weitere Informationen sind dem Kapitel 7 des europäischen Handbuchs für Hochschulen zur Anerkennung von Studienleistungen (European Recognition Manual for Higher Education Institutions) (2014) zu entnehmen. Der Abschnitt umfasst ein nützliches Flussdiagramm zur Anerkennung von Studienaufenthalten im Ausland.

Nota Bene

Anerkennung der Credits durch Mobilität

Die goldene Regel für die Anerkennung von im Ausland absolvierten Studienleistungen im Rahmen von interinstitutionellen Vereinbarungen besagt Folgendes:

Alle während einer Studienperiode im Ausland oder während einer virtuellen Mobilitätsphase erworbenen Credits sollen – wie in der Lernvereinbarung festgelegt und in der Leistungsübersicht bestätigt – unverzüglich übertragen und auf den Abschluss des Studierenden ohne zusätzliche Leistungen oder Benotung des Studierenden angerechnet werden.

Vor der Credit-Mobilität

Zur Erleichterung der Mobilität zum Erwerb von Credits und deren Anerkennung sollten sich die drei beteiligten Parteien – der Studierende, die Heimat- und die Gasthochschule oder Organisation/Unternehmen – auf das Studienprogramm im Ausland einigen. Dieses sollte im Rahmen einer Lernvereinbarung formalisiert werden, die von den drei Parteien vor Antritt der Mobilitätsperiode unterzeichnet wird. Mit der Lernvereinbarung wird dem Studierenden bestätigt, dass die Credits, die der Studierende während der Mobilitätsperiode erfolgreich erwirbt, anerkannt werden. Das Erasmus+ Programm bietet für die am Programm teilnehmenden Einrichtungen Formulare für die Lernvereinbarung für Studium und Praktikum. Das Programm enthält zudem eine Anleitung zur Verwendung der Formulare für Einrichtungen und informiert über die speziellen Fristen und Termine, die von den Einrichtungen zu beachten sind.

Die während der Mobilitätsmaßnahme zu absolvierenden Lerneinheiten sollten in der Regel nicht aufgrund ihrer Äquivalenz (Gleichwertigkeit) mit einzelnen Lerneinheiten der Heimathochschule gewählt werden. Die Lernergebnisse der gesamten Studienphase im Ausland, deren Anerkennung nach dem Auslandsaufenthalt zu gewähren ist, sollten mit den Lernergebnissen des Studiengangs an der Heimathochschule kompatibel sein oder diese ergänzen. Damit ist es einfacher, mit den an der Gasthochschule erworbenen Credits flexibel eine gleichwertige Anzahl von Credits des Studiengangs an der Heimathochschule zu ersetzen. Es gibt auch die Möglichkeit, die Mobilitätsmaßnahme als Ganzes anstatt der jeweiligen Lerneinheiten anzurechnen.

Die Lernvereinbarung sollte eine Reihe von an der Gasthochschule zu absolvierenden Lerneinheiten festlegen und erläutern, wie diese in den Studiengang der Heimathochschule integriert werden. Die Anzahl der an der Gasthochschule zu erwerbenden Credits sollten im proportionalen Verhältnis zur Studiendauer im Ausland stehen. Es wird von dem Studierenden erwartet, Lern- einheiten, die 60 ECTS pro akademisches Jahr im Vollzeitstudium entsprechen, zu absolvieren.

Die Gasthochschule verpflichtet sich, den Gaststudierenden für die geplanten Lerneinheiten anzumelden, und bestätigt, dass diese während der vorgesehenen Mobilitätsmaßnahme verfügbar sind.

Auch nach der Unterzeichnung durch alle drei Parteien kann die Lernvereinbarung bei Bedarf überarbeitet werden. Hierzu ist die Zustimmung aller drei beteiligten Parteien erforderlich.

Nota Bene

Virtuelle Mobilität

Neue Formen des IKT-gestützten Lernens ermöglichen Studierenden, auf Kurse außerhalb ihrer eigenen Hochschule zuzugreifen und diese zu absolvieren (virtuelle Mobilität). Solchen Studierenden sollte eine klare Studienberatung angeboten werden und eine Lernvereinbarung sollte zwischen der „Heimathochschule“ und dem Studierenden unterzeichnet werden.

Bei gemeinsamen Studiengängen werden Mobilitätsprogramme zwischen Partnerinstitutionen vereinbart, die die Regeln für die Anerkennung von Credits umfassen. Lernvereinbarungen sind bei gemeinsamen Studiengängen nicht erforderlich: Die an der Partnerinstitution erworbenen Credits werden automatisch anerkannt, solange die vereinbarten Regeln eingehalten und alle Bedingungen erfüllt werden. Dennoch sollte sich der Studierende über den geplanten Lernweg bewusst sein, Lernvereinbarungen sind hierbei bewährte Verfahren.

Nach der Credit-Mobilität

Die Gasthochschule stellt der entsendenden Hochschule und dem Studierenden innerhalb einer angemessen kurzen Frist (nach Vorgabe der beiden Einrichtungen) eine Leistungsübersicht aus, sobald die Ergebnisse des Studierenden an der Gasthochschule bekannt gegeben wurden.

Nach erfolgreichem Abschluss der in der Lernvereinbarung beschriebenen und von der Gasthochschule bestätigten Leistungsübersicht sollte die Heimathochschule die vereinbarte Anzahl von ECTS Credits voll anerkennen, diese in den Studiengang des Studierenden übertragen und sie auf die Anforderungen für den Abschluss anrechnen. Die Heimathochschule sollte genau angeben, wie die im Ausland absolvierten Lerneinheiten in den Heimatstudiengang integriert wurden. Falls erforderlich, werden die Noten umgerechnet (siehe Notenverteilung). Diese Informationen sollten dem Studierenden in der Leistungsübersicht (oder einem vergleichbaren Dokument bzw. in der Datenbank) zur Verfügung gestellt werden.

Es sollten einheitliche Verfahren an der Heimathochschule zur Beurteilung von Lerneinheiten definiert werden, falls Studierende diese an der Gasthochschule nicht erfolgreich abschließen. Solche Verfahren sind den Studierenden vor Antritt mitzuteilen.

Mit dem Diplomzusatz erhalten Studierende eine transparente Dokumentation ihrer Leistungen. Deshalb werden alle im Ausland erfolgreich absolvierten Lerneinheiten mit ihrer Originalbezeichnung (sowie in der Übersetzung in die Sprache(n) des Diplomzusatzes) in der Leistungsübersicht aufgeführt, die dem Diplomzusatz als Anhang beigefügt wird. Ferner wird die Einrichtung aufgeführt, an der die Lerneinheiten absolviert wurden, sowie auch die erzielten Credits und Noten. Bei Praktika im Ausland wird die Übertragung der Credits in das Praktikumszertifikat sowie in den Diplomzusatz oder den Europass-Mobilitätsnachweis dokumentiert. Im Fall von Praktika von kürzlich qualifizierten Absolventen wird die Verwendung des Europass-Mobilitätsnachweises sehr empfohlen, da das Praktikum erst nach dem HochschulAbschluss stattfindet und alle anderen genannten Dokumente hierfür nicht mehr maßgeblich sind.

Institutionelle Regeln und Verordnungen

Die Erfahrung hat gezeigt, dass mit den folgenden bewährten Verfahren die Organisation der Mobilität zum Erwerb von Credits und deren Anerkennung vereinfacht werden.

Institutionelle Verpflichtung

Es sollten spezielle hochschulspezifische Regeln für die Anerkennung anderer Lern- erfahrungen entwickelt werden, um die Akkumulierung und Übertragung von Credits durch unterschiedliche Mobilitätsaktivitäten (auch diejenigen unabhängiger Mobilitätsteilnehmer, oder „free movers“), wie Berufspraktika, virtuelles Lernen sowie früheres und informelles Lernen zu erleichtern.

Die Einrichtung sollte die Zuständigkeiten für die Implementierung und die Begleitung der Mobilität zum Erwerb von Credits klar definieren. Zudem hat sie sicherzustellen, dass die Bewerbungsverfahren und die Auswahlkriterien für die Mobilität transparent und fair sind und dass ein Einspruchsverfahren etabliert wird. Für jeden Fachbereich oder jedes Studienfach sollte ein Mitarbeiter ernannt und formal autorisiert werden, das geplante Auslandsstudienprogramm mit dem Studierenden zu besprechen. Ferner muss der Mitarbeiter dazu befugt sein, vor Beginn der Mobilitätsperiode die Lernvereinbarung im Auftrag der Heimathochschule sowie die Leistungsübersicht nach der Mobilitätsperiode zu genehmigen und zu unterzeichnen [4]. Studierenden sollten die Anerkennung ihrer Studienleistungen nicht mit dazu nicht befugten Hochschulmitarbeitern oder vor einem Ausschuss vor oder nach ihrem Studienaufenthalt im Ausland verhandeln müssen. Auch sollten Studierende nach der Rückkehr aus dem Ausland keine zusätzlichen Prüfungen ablegen oder weitere Arbeiten anfertigen müssen.

Wahl der Partnereinrichtungen

Es wird empfohlen, Austauschvereinbarungen mit Hochschulen abzuschließen,

  • die transparente Beschreibungen ihrer Studiengänge bieten, einschließlich Lernergebnissen, Credits, Lehr- und Lernmethoden sowie der Beurteilungsverfahren;
  • deren Lern-, Lehr- und Beurteilungsverfahren von der Heimathochschule ohne zusätzliche Arbeiten oder Prüfungen akzeptiert werden können;
  • die einer angemessenen Qualitätssicherung gemäß dem jeweiligen nationalen System unterliegen.

Solche Vereinbarungen sollten jedoch nicht nur mit Einrichtungen geschlossen werden, die ähnliche Studiengänge anbieten, sondern auch mit Einrichtungen, deren Programme das eigene Studienangebot ergänzen.

Einbindung der Credit-Mobilität in Studiengänge

Die Integration von Mobilität in den Lehrplan vereinfacht die Anerkennung. Hochschulen können

  • ein Semester oder Studienjahr innerhalb des Studiengangs bestimmen, das für einen Auslandsaufenthalt besonders geeignet ist (Mobilitätsfenster);
  • für dieses Semester/Studienjahr Lerneinheiten vorsehen, deren Lernergebnisse im Ausland einfach erreicht werden können (z. B. internationale oder vergleichende Kurse, zusätzliche/fakultative Kurse, Vorbereitung einer Abschlussarbeit, Sprachkurse, Praktika);
  • Partnereinrichtungen identifizieren, an denen kompatible/ergänzende Lernergebnisse erzielt werden können.
Nota Bene

Chartas für die Hochschulbildung

Beim Erasmus+ Programm bilden mehrere Chartas, wie die Erasmus Charta für die Hochschulbildung (institutionelle Verpflichtung), die Europäische Qualitätscharta für Mobilität, die Erasmus+ Charta für Studierende (Europäische Leitlinien bewährter Verfahren für Studierende im Erasmus+ Programm) den Rahmen für die Organisation der Credit-Mobilität und der Anerkennung.