Belgiens Breitbandstrategie ist Teil der umfassenden politischen Strategie „Digital Belgium – Plan for Ultrafast Internet in Belgium 2015-2020“, die langfristig darauf abzielt, die Ziele der Digitalen Agenda zu etablieren und zu übertreffen. Die Rahmenbedingungen des Belgischen Breitbandmarktes begünstigen einen marktgetriebenen NGN Ausbau. Ziel ist es, bis 2020 Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s für die Hälfte des Landes bereitzustellen, um einen flächendeckenden 4G- und LTE-Ausbau in ganz Belgien sicherzustellen und eine proaktive 5G-Einführung zu ermöglichen. Für die Senkung der Kosten und die Verringerung des Verwaltungsaufwands befürwortet Belgien einen marktgetriebenen Ausbau der Next Generation Access (NGA) Netzwerke.

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Zusammenfassung Breitbandentwicklung Belgien

Digital Belgium - Plan for Ultrafast Internet in Belgium 2015-2020 skizziert die digitale Langzeitvision für Belgien auf der Grundlage von vier Prioritäten und 17 Maßnahmen. Der Plan unterstützt den Ausbau von ultraschnellem Internet durch:

  • Bereitstellung eines kohärenten, stabilen Rahmens für die Förderung von Investitionen in Breitbandnetze;
  • Bereitstellung von NGA für alle über den Technologiemix,
  • Senkung der Kosten für den Breitbandausbau, und
  • Verbesserung der Dynamik im digitalen Ökosystem durch die Förderung von Innovation, Engagement, Vertrauen und Wettbewerb.

Nationale und regionale Breitbandstrategie und -politik

Zuständige Behörden:

  • Der FÖD Wirtschaft, K.M.B., Mittelstand und Energie ist der für die Wirtschaftspolitik in Belgien verantwortliche föderale öffentliche Dienst. Durch die Generaldirektion für wirtschaftliche Regulierung (Abteilung "Telekommunikation und Informationsgesellschaft") unterstützt der FÖD Wirtschaft die belgische Telekommunikationswirtschaft in der Entwicklung und Umsetzung von Regularien und bei der Förderung von Innovationen.
  • Der FÖD Wirtschaft arbeitet eng mit der Regulierungsbehörde, dem Belgischen Instituts für Postdienste und Telekommunikation (BIPT), zusammen.
  • Der stellvertretende Premierminister ist verantwortlich für die Themen Digitale Agenda, Telekommunikation und Postdienste.
  • Wallonien: Die Agence du Numérique (AdN) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung des öffentlichen Rechts. Sie folgte 2015 der Agence Wallonne des Télécommunications (AWT), die seit 1999 für die IKT-Entwicklung in Wallonien zuständig ist. Die Agence du Numérique ist damit beauftragt, die ehrgeizige Digitale Strategie Walloniens umzusetzen, die Ende 2015 von der wallonischen Regierung ins Leben gerufen wurde, um die Lücke in der digitalen Entwicklung - einschließlich der Breitbandnetze - zu schließen und der Region bei der digitalen Transformation zu helfen.

Hauptziele der Breitbandentwicklung

Digital Belgium – Plan for Ultrafast Internet in Belgium 2015-2020 erklärt, dass die Hälfte der Internetzugänge in Belgien bis 2020 Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s aufweisen müssen. Mobile Breitbandtechnologien wie 4G und LTE Advanced müssen so schnell wie möglich über das gesamte belgische Territorium ausgebaut werden. Darüber hinaus muss ein proaktives 5G-Framework geschaffen werden, um sicherzustellen, dass Belgien an der Spitze der Förderung des Internets der Dinge ist.

Digitales Wallonien: Die von der Agence du Numérique entwickelte digitale Strategie Digitales Wallonien (DW-Strategie) bildet den Rahmen für alle Maßnahmen der wallonischen Regierung im Hinblick auf die digitale Transformation von Wallonien. Mit über 500 Millionen Euro, die über vier Jahre für seine Umsetzung genutzt wurden, ist Digital Walloniens strategischer Plan für die Breitbandentwicklung Teil der Säule des digitalen Territoriums (eine der 5 Säulen der DW-Strategie, welche insgesamt 50 Aktionen umfasst). Die ehrgeizige digitale Planungspolitik im gesamten Gebiet hat zum Ziel, die Netzwerkinfrastruktur (FTTH-FTTB), aber auch die mobilen Breitbandtechnologien wie 4G und LTE (und 5G in Kürze) auszubauen. Auch hybride Lösungen sollen entwickelt werden, die eine vollständige Konnektivität gewährleisten und den Zugang zu Hochgeschwindigkeitsnetzwerken für weiße Flecken und Gewerbegebiete ermöglichen. Eine spezifische Kartierung der Breitbandanbindung der 286 öffentlichen Gewerbegebiete wurde von Digital Wallonien durchgeführt, um die regionale Regierung bei der Festlegung künftiger Investitionen in Bezug auf den Telekommunikationsbetreiber in den Bereichen Bildung, elektronische Gesundheitsdienste sowie Industrie und Bau zu unterstützen.

Hauptmaßnahmen der Breitbandentwicklung

Breitband-Mapping: Das belgische Institut für Postdienste und Telekommunikation (BIPT) stellt ein Mapping-System für Breitband (pro Technologie) zur Verfügung, welches aufzeigt, wo Internetzugänge mit bestimmten Geschwindigkeiten verfügbar sind. Auf diese Weise können die Bereiche, in denen Hochleistungsinfrastruktur noch nicht vorhanden ist (weiße Flecken) und entsprechend zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, identifiziert werden.

Um eine universelle NGA-Abdeckung bis 2020 zu erreichen, erstellt der Minister für die Digitale Agenda in Absprache mit den betroffenen Gemeinden, regionalen Behörden und Betreibern einen Aktionsplan für die „weiße Flecken". Zu den geplanten Maßnahmen gehören Initiativen zur Senkung der Kosten für den Breitbandausbau im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie 2014/61/EU, die Förderung von Investitionen in Bereichen, in denen noch keine Infrastruktur vorhanden ist, und die Kombination verschiedener Zugangstechnologien einschließlich Satellit und eine Erhöhung in den Anforderungen der Mobilfunkabdeckung. Was die Förderung von Investitionen anbelangt, schlägt das BIPT eine Lockerung der Regulierung der Breitbandmärkte vor, die es Betreibern, die noch kein 30-Mbit/s-Netz in den weißen Zonen erreicht haben, ermöglichen würde, ihr Netz einzurichten oder zu modernisieren, ohne in diesem Bereich reguliert zu sein.

Darüber hinaus kündigte die flämische Regierung Pläne an, in FTTH zu investieren, und bat die führenden Telekommunikationsbetreiber um Vorschläge für die Entwicklung ihrer Infrastrukturen zu einem langfristig zukunftssicheren Netzwerk.

Es existieren einige Mapping-Tools mit Infrastrukturinformationen auf regionaler Ebene. Ein Beispiel ist die Kabel en Leiding Informatie Portal Datenbank (KLIP) in Flandern, die relevante Informationen für Planung, Genehmigung, Antragstellung, Kabel-und Pipeline-Betreiber, sowie die öffentliche Verwaltung bietet. Ein ähnliches Portal existiert auf Bundesebene: KLIM-CICC Contact federal Information Câbles et Conduites. Durch diese kann bei der Planung entweder geprüft werden, ob es Installationen und Pipelines für den Transport von Gefahrgut gibt oder ob Hochspannungskabel sowie andere Kabel oder Leitungen in der Nähe vorhanden sind, oder ob alle notwendigen Informationen über Arbeiten an die Kabelnetzbetreiber bekannt sind.

Die wallonische Region verfügt auch über ein eigenes webfähiges Portal zur Unterstützung der Planung der Arbeiten: Powalco.

Die wallonische Regierung hat eine spezielle Vereinbarung mit dem nationalen Telekommunikationsbetreiber getroffen: „ToP“ -Vereinbarung (für die Besteuerung von Pylonen). Dank dieser Vereinbarung werden die Pylonen nicht mehr von der Region oder den lokalen Behörden besteuert. Im Gegenzug erklärte sich jeder Betreiber dazu bereit, von 2017 bis 2019 jeweils bis zu 20 Mio. EUR (insgesamt 60 Mio. EUR) für die folgenden Ziele zu investieren:

  • Erfüllung der Abdeckung des wallonischen Territoriums bei der Breitbandmobilfunkkonnektivität, insbesondere in Bezug auf die weißen Zonen,
  • Fokussierung auf Smart-Regional-Projekte, wie die Umsetzung des IoT-Netzwerkes und
  • Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Technologien (Hybridlösungen wie TESSARES).

Die wallonische Regierung hat außerdem ein Budget von 50 Mio. EUR speziell für den Anschluss von Gewerbegebieten in weißen Zonen an die Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetze bereitgestellt.

Daten zu Breitbandentwicklung und –technologien in Belgien

Für aktuelle Daten zu Breitbandabdeckung, Abonnenten und der Durchdringung sowie Abdeckung mit den verschiedenen Breitbandtechnologien und -kosten, stehen die Scoreboard Reports und Länderberichte des Digital Economy & Society Index (DESI) zur Verfügung.

Frequenzauktionen

In der Übersicht finden Sie Einzelheiten zu harmonisierten Frequenzzuteilungen und die Studie zu Frequenzzuteilungen in der EU.

Nationale Veröffentlichungen und Pressemitteilungen

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Kontaktinformationen

BCO Belgien (Nationales Kompetenzzentrum): Belgisches Institut für Postdienste und Telekommunikation (BIPT)

Adresse: Ellipse Building Bd. Du Roi Albert II, 35 - 1030 Brüssel, Belgien
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Tel.: +32 2 226 88 88
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FÖD Wirtschaft, K.M.B., Mittelstand und Energie – Generaldirektion Telekommunikation und Informationsgesellschaft

Adresse: City Atrium, Rue du Progrès 50, 1210, Brüssel, Belgien
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Tel.: + 32 2 277 77 59
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Agence du Numérique (Wallonie)

Adresse: Avenue Prince de Liège 133, 5100 Jambes-Namur, Belgien
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Tel.: +32 81 77 80 58
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