Worum geht es?

Statistiken im Kulturbereich haben zwei wichtige Funktionen:

  • Bereitstellung einer verlässlichen, faktengesicherten Grundlage für die Entscheidungsfindung
  • Bereitstellung von Informationen für den Kulturbereich und potenzielle Geldgeber

In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, dass Statistiken zur Kultur- und Kreativwirtschaft sowie zu Kulturschaffenden für die Öffentlichkeit leicht zugänglich sind.

Wo liegt das Problem?

Die Europäische Kommission stützt sich bei ihrer Entscheidungsfindung auf Statistiken. Genaue Informationen über den Beitrag der Kulturindustrie zu Wirtschaft und Beschäftigung helfen ihr bei der Entwicklung wirksamer Strategien.

Auch für die Kultur- und Kreativwirtschaft sind Statistiken unerlässlich. Wie aus der Mitteilung „Kreatives Europa“ hervorgeht, behindert unter anderem der Mangel an verlässlichen Daten in der Branche den Zugang zu Finanzmitteln. Dieser Mangel erschwert es kleineren Organisationen, sich eine Finanzierung durch Investoren und Einrichtungen zu sichern.

Rolle der Kommission

Aufgabe der Kommission ist, verlässliche statistische Daten bereitzustellen, um

  • zur Politikgestaltung beizutragen und
  • Investitionen im Kultursektor zu fördern.

Dafür setzt sie insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Experten, die nach möglichen Lösungen für die ermittelten Bedürfnisse suchen, sowie auf die Zusammenarbeit mit den EU-Ländern, Organisationen wie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle und Eurostat, dem Statistischen Amt der EU.

Bisherige Maßnahmen

Die Kommission arbeitet seit mehreren Jahren an der Verbesserung der ihr zur Verfügung stehenden Kulturstatistiken. 2012 hat das Netzwerk „Kultur“ des Europäischen Statistischen Systems (ESSnet-Kultur) einen methodischen Rahmen für die Erstellung vergleichbarer Daten in der gesamten EU vorgeschlagen. Zuvor hatte Eurostat eine Sammlung von Informationen aus den Mitgliedstaaten im Taschenbuch „Kulturstatistik“ veröffentlicht.

Eurostat hat seine Arbeit zur Kulturstatistik jetzt wieder aufgenommen, und die ersten Daten über Beschäftigung im Kulturbereich, den internationalen Handel mit Kulturgütern, kulturelle Teilhabe und Kulturkonsum sind nun auf der Eurostat-Website verfügbar.

Ergänzt wird die Arbeit von Eurostat durch eine Machbarkeitsstudie zu Datenerhebung und ‑analyse in der Kultur- und Kreativwirtschaft in der EU im Rahmen des Programms „Kreatives Europa“. Darin werden Daten aus „alternativen“ Quellen wie Verwaltungsregistern, Berufsverbänden, Verwertungsgesellschaften, Unternehmensregistern, „Big Data“ aus dem Internet und kulturellen Beobachtungsstellen untersucht.

Nächste Schritte

Eurostat wird im Laufe des Jahres 2016 nach und nach weitere Daten zu Unternehmensstatistik, kulturelle Teilhabe, Ausgaben im Kulturbereich und kulturelle Dienstleistungen auf seiner Website veröffentlichen. Ein neues Taschenbuch zur Kulturstatistik erscheint im Frühjahr 2016.