Worum geht es?

Die EU fördert Kultur in ihren internationalen Beziehungen und insbesondere die kulturelle Vielfalt in der EU wie dies im Vertrag über die Arbeitsweise der EU vorgesehen ist.

Der wichtigste einschlägige Rechtsakt ist das Übereinkommen der Vereinten Nationen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005), das die EU unterzeichnet hat.

Kulturförderung als grundlegendes Element in den internationalen Beziehungen der EU ist seit 2007 eines der drei Hauptziele der Europäischen Kulturagenda .

Am 8. Juni 2016 nahm die Kommission eine neue Strategie zur Verankerung der Kultur in den internationalen Beziehungen der EU an.

Warum ist das notwendig?

Europa entwickelt sich immer mehr zu einem multikulturellen Raum. In diesem Zusammenhang können kulturelle Beziehungen:

  • den Dialog zwischen Ländern intensivieren
  • zur Friedenskonsolidierung und Konfliktlösung beitragen
  • die Zivilgesellschaft stärken
  • demokratische Werte und Menschenrechte fördern

Durch die Beziehungen mit anderen Regionen können Europa und seine Partner voneinander lernen und Informationen und Ideen austauschen.

Welche Rolle spielt die Kommission?

Seit der Annahme der europäischen Kulturagenda im Jahr 2007 haben verschiedene Akteure einen stärker strategieorientierten Ansatz gefordert, und zwar:

Um eine wirksame Strategie für kulturelle Beziehungen zu entwerfen, hat die Kommission

  • eine Expertengruppe mit dem Auftrag eingesetzt, ein strategisches Konzept für kulturelle Beziehungen zu Nicht-EU-Ländern anhand des Beispiels China zu entwerfen. Die Arbeiten der Gruppe mündeten in einen Bericht über Kultur und Außenbeziehungen mit China (2012) ;
  • im Zeitraum 2013/2014 ausgehend von der vorbereitenden Maßnahme „Kultur in den Außenbeziehungen der EU“ mit Unterstützung von Kultureinrichtungen und ‑Organisationen eine umfassende Bestandsaufnahme und Konsultation in 54 Ländern in Gang gesetzt;
  • Konzepte, Strategien und Standpunkte zur Rolle der Kultur in internationalen Beziehungen erstellt, um Möglichkeiten zu erkunden, auf EU-Ebene einen stärker strategieorentierten Ansatz in Bezug auf Kultur zu verfolgen.
  • Die Ergebnisse wurden in einem Schlussbericht und in verschiedenen Länderberichten festgehalten, in denen Ansätze, Strategien und Sichtweisen hinsichtlich der Rolle der Kultur in internationalen Beziehungen erläutert und Empfehlungen dazu formuliert werden, wie auf EU-Ebene Kulturpolitik strategischer verwirklicht werden kann.
  • Die Kommission hat außerdem die wichtigsten Akteure zum Nutzen sowie zu den möglichen Zielen und Grundsätzen eines strategischeren Ansatzes zur Einbeziehung der Kultur in die EU-Außenbeziehungen befragt. Die Konsultationssitzung fand am 9. Juni 2015 in Brüssel statt.

Ausgehend von den Ergebnissen der Konsultationen verabschiedeten die Kommission und die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik am 8. Juni 2016 eine gemeinsame Mitteilung mit dem Titel „Künftige Strategie der EU für internationale kulturelle Beziehungen“.

Die Kommission sorgt auch dafür, dass kulturelle Aspekte bei Verhandlungen über Handels-, Kooperations- oder Assoziationsabkommen mit Nicht-EU-Ländern berücksichtigt werden und fördert im Rahmen des Programms Kreatives Europa 2014-2020 kulturelle und audiovisuelle Projekte mit Nicht-EU-Ländern.

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Die EU fördert die internationale kulturelle Zusammenarbeit mit Ländern außerhalb der EU, mit regionalen Ländergruppen und mit internationalen Organisationen, vor allem mit