Worum geht es?

Das Kulturerbe der Europäischen Union ist ein reiches und vielfältiges Mosaik kultureller und kreativer Werke, die uns Generationen von Europäerinnen und Europäern hinterlassen haben und die auch wir für künftige Generationen erhalten wollen.

Es umfasst Naturschutzgebiete, Kulturstätten und archäologische Ausgrabungsstätten, Museen, Denkmäler und Kunstwerke, historische Städte, literarische, musikalische und audiovisuelle Werke sowie Wissen, Gebräuche und Traditionen der europäischen Bürgerinnen und Bürger.

Warum müssen wir das Kulturerbe schützen?

Unser kulturelles Erbe bereichert unser Leben, ist Motor der Kultur- und Kreativwirtschaft und spielt eine Rolle bei der Schaffung und dem Ausbau von Europas Sozialkapital.

Es ist auch eine wichtige Quelle für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt und hat das Potenzial, städtische und ländliche Gebiete neu zu beleben und nachhaltigen Tourismus zu fördern.

Die Politik in diesem Bereich liegt vorrangig in den Händen der EU-Länder und der regionalen sowie lokalen Behörden. Die EU engagiert sich in zahlreichen Strategien und Programmen für die Erhaltung und Erweiterung des europäischen Kulturerbes.

Welche Rolle spielt die Kommission?

Die Rolle der Kommission leitet sich ab aus Artikel 3 Absatz 3 des Vertrags von Lissabon: „Die Union wahrt den Reichtum ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt und sorgt für den Schutz und die Entwicklung des kulturellen Erbes Europas.“

Laut dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union soll die Kommission einen Beitrag zur Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung ihrer Vielfalt sowie gleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen Erbes leisten (Art. 167 AEUV).

Die Rolle der Europäischen Union besteht also darin, die Maßnahmen der EU-Länder zum Schutz und zur Förderung des europäischen Kulturerbes zu flankieren.

Die Kommission hat zu diesem Zweck eine Reihe von Strategien und Programmen entwickelt und unterstützt und fördert die politische Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und einschlägigen Interessenträgern.

Bisherige Maßnahmen

Das europäische Kulturerbe wird durch verschiedene Strategien, Programme und Fördermittel der EU geschützt. In den Jahren 2007-2013 flossen 3,2 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in diesen Bereich, weitere 1,2 Milliarden aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, und rund 100 Millionen Euro wurden aus dem Forschungsrahmenprogramm für einschlägige Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt.

Drei EU-Maßnahmen sind ausschließlich dem Kulturerbe gewidmet: die Europäischen Tage des Kulturerbes, der Preis der EU für das Kulturerbe und das Europäische Kulturerbe-Siegel. Auch in anderen Bereichen trägt die EU dem Kulturerbe zunehmend Rechnung, zum Beispiel bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und staatlichen Beihilfen.

Im Mai 2014 riefen die Kulturminister der EU-Länder zur „durchgängigen Berücksichtigung des Kulturerbes in den nationalen und europäischen Politiken“ und zur „Entwicklung einer Strategie für das Vorgehen im Bereich des Kulturerbes“ auf.

Die Europäische Kommission nahm daraufhin im Juli 2014 eine Mitteilung an: „Für ein integriertes Konzept für das kulturelle Erbe Europas“ (siehe auch Pressemitteilung - bereit. Im Mapping-Report können Sie sich über konkrete Fördermöglichkeiten informieren.

Die politische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten wird über den Rat „Bildung, Jugend, Kultur und Sport“ sowie im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode fortgeführt. Unter belgischem, litauischem, griechischem und italienischem EU-Vorsitz wurde bereits wertvolle Vorarbeit geleistet.