Worum geht es?

Mobilität bei der Arbeit, im Studium, in der Forschung, bei Koproduktionen oder im Rahmen eines Residenzstipendiums oder Austauschprogramms gehört inzwischen zum normalen Alltag und zur Karriere von Künstlern und Kulturschaffenden dazu.

Einige von ihnen haben keine Wahl – sie müssen mobil sein, um beruflich überhaupt eine Chance zu haben.

Warum ist Mobilität erforderlich?

Die Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden ist aus mehreren Gründen unerlässlich:

  • Verbesserung der Karriereaussichten
  • Erschließung neuer Märkte
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs
  • Erschließung eines größeren und breiteren Publikums
  • Partnerschaften und neue Kontakte
  • Aufbau von Netzwerken

Künstler und Kulturschaffende sind oft sehr viel unterwegs, auf Tournee in mehreren Ländern oder sogar auf mehreren Kontinenten. Die Rahmenbedingungen der Künstlermobilität verbessern heißt also, ihren Lebensunterhalt sichern.

Welche Rolle spielt die Kommission?

Die Kommission unterstützt und ergänzt die Maßnahmen der Mitgliedstaaten, um Mobilitätshürden abzubauen, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und um sicherzustellen, dass Information und Beratung zu mobilitätsrelevanten Themen einfach zu finden, korrekt und umfassend sind.

Die Mitgliedstaaten erörtern dieses Thema bereits seit 2008 in der offenen Koordinierungsmethode (OMK), einem lockeren, aber dennoch strukturierten Rahmen für die Zusammenarbeit im Kulturbereich, der den Austausch bewährter Verfahren und das Lernen voneinander fördert.

Was wurde bislang erreicht?

Eine von der Europäischen Kommission einberufene Expertengruppe hat 2011 Leitlinien (Informationsstandards für die Mobilität) für gemeinsame Inhalte und Qualitätsstandards bei der Entwicklung oder Weiterentwicklung von Informations- und Beratungsdiensten für Künstler und Kulturschaffende veröffentlicht. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, diese Empfehlungen anzunehmen.

Eine Expertengruppe im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode hat einen Bericht veröffentlicht, in dem sie fünf Grundprinzipien für den Aufbau und die Aufrechterhaltung tragfähiger Rahmenbedingungen zur Förderung der Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden vorschlägt.

Eine weitere Expertengruppe der offenen Koordinierungsmethode hat im Dezember 2014 einen Strategieleitfaden für Künstler-Residenzprogramme fertiggestellt. Der Leitfaden analysiert den Wert von Residenzstipendien und nennt Beispiele für bewährte Verfahren aus der ganzen EU.

Er geht auch auf jüngste Entwicklungen, Vorteile und Erfolgsfaktoren der Stipendien ein, um Entscheidungsträgern und Praktikern Aufschluss darüber zu geben, wie Residenzprogramme in der heutigen Zeit am besten gefördert und entwickelt werden können.

Im April 2013 und Juni 2014 hat die Europäische Kommission zwei Seminare zum Thema Mobilität organisiert, in denen bürokratische Hürden analysiert wurden, die die Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden behindern. Seminarinhalte:

  • Schengen-Visa
  • soziale Sicherheit
  • grenzübergreifende Besteuerung

Bei den Veranstaltungen hatten Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten Gelegenheit, sich mit Kunst- und Kulturschaffenden auszutauschen und bewährte Verfahren zu erörtern.

Im Mai 2016 organisierte die Europäische Kommission ein Treffen zur Bestandsaufnahme der Folgemaßnahmen und Fortschritte bei der Beseitigung der Hürden für die Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden seit 2014. Bei dem Treffen kamen eine Reihe von Akteuren aus der Kultur- und Kreativbranche (darunter Kulturorganisationen, Festivals, Verbände oder Agenturen, die Mobilität unterstützen) und politische Entscheidungsträger (EU-, nationale und lokale Ebene) zusammen. Die Bestandsaufnahme ergab, dass trotz eines stärkeren Bewusstseins für die Faktoren, die die Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden behindern, zahlreiche Probleme weiterbestehen.

Nächste Schritte

Das EU-Programm Kreatives Europa fördert die Mobilität von Künstlern und Kulturschaffenden mit dem Ziel, kulturelle und kreative Werke und Akteure über Ländergrenzen hinaus zu verbreiten und entsprechende Kapazitäten aufzubauen.

Ein weiteres Ziel ist die Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für Künstler und Kulturschaffende sowie Kultureinrichtungen, damit diese über Grenzen hinweg zusammenarbeiten und ihre Arbeit einem größtmöglichen Publikum in Europa und darüber hinaus zugänglich machen können.

Die Kommission hat eine Mobilitätsmaßnahme für in der Kunst- und Kreativbranche Tätige in ihr Arbeitsprogramm für 2018 aufgenommen, in deren Rahmen ein Finanzierungsmodell getestet werden soll, das 2019 und 2020 ausgeweitet und nach 2020 fest in das vorgeschlagene künftige Programm „Kreatives Europa“ integriert werden soll.