Worum geht es?

Auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft stehen Unternehmensgründer vor dem Problem, genügend Startkapital und Investitionen mobilisieren und einen Kundenstamm aufbauen zu müssen.

In der Regel werden die Mittel in Form von Investitionen oder Darlehen von Finanzinstituten bereitgestellt, und die Kunden werden durch Erschließung neuer Märkte oder Zielgruppen gewonnen.

Warum ist die Finanzierung ein Problem?

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist sehr heterogen: Das Unternehmensspektrum reicht von großen, gut ausgestatteten und vernetzten Konglomeraten bis hin zu verbindungslosen Mikrounternehmen mit schlechter Mittelausstattung. Für letztere ist der Zugang zu Finanzmitteln und damit auch zu den Märkten aus mehreren Gründen problematisch:

  • mangelnde Erfahrung der Finanzinstitute mit der Analyse von Geschäftsmodellen aus dem Kulturbereich
  • Unterbewertung des immateriellen Geschäftsvermögens durch die Finanzinstitute
  • Mangel an Daten und Statistiken
  • Komplexität der Geschäftspläne und -modelle im Kulturbereich

Darüber hinaus sind die Steuer-, Unternehmens- und Urheberrechtsvorschriften EU-weit nicht harmonisiert.

Welche Rolle spielt die Kommission?

Die Europäische Kommission nimmt in diesem Zusammenhang mehrere Aufgaben wahr: Sie sorgt für eine breitere und bessere statistische Grundlage, unterstützt die Entwicklung von Partnerschaften und Plattformen und entwickelt Ansätze zum Umgang mit dem Wandel, beispielsweise Änderungen im Publikumsverhalten.

Angesichts der verstärkten Nutzung digitaler Technologien und des elektronischen Handels bemüht sich die Kommission auch um eine Anpassung des Regulierungsrahmens , damit die Kultur- und Kreativwirtschaft davon uneingeschränkt profitieren kann.

Bisherige Ergebnisse

Die Kommission hat im Kulturbereich eine Reihe von Initiativen und Maßnahmen ergriffen und unterstützt ihn im Rahmen der Programme Kultur und MEDIA .

Darüber hinaus fördert sie über die Europäische Allianz der Kreativwirtschaft Partnerschaften, finanziert FAME und C-I Factor, beides Partnerschaften zur Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln, und führt ein Pilotprojekt für Partnerschaften im Modebereich durch.

In einem im März 2016 veröffentlichten Bericht (Zusammenfassung) wird dargelegt, wie innovative Finanzinstrumente der Kultur- und Kreativwirtschaft den Zugang zu Finanzmitteln erleichtern können. Der Bericht wurde im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode von Experten aus den EU-Ländern erstellt.

Nächste Schritte

Die Kommission wird die Kultur- und Kreativwirtschaft auch künftig unterstützen, indem sie

  • den Dialog über Regulierungsfragen intensiviert;
  • die Möglichkeit einer Finanzierung durch Fazilitäten mit Risikoteilung in Betracht zieht;
  • die Kultur- und Kreativwirtschaft zur Bündelung ihrer Ressourcen anregt, beispielsweise im Rahmen europäischer wirtschaftlicher Interessenvereinigungen.

Im Rahmen des Programms Kreatives Europa wird sie außerdem eine Bürgschaftsfazilität einrichten.