Damit das Europäische Jahr des Kulturerbes auch über 2018 hinaus politisch nachwirkt, hat die Europäische Kommission gemeinsam mit ihren wichtigsten Partnern langfristige Projekte zu zehn Themen ins Leben gerufen: die zehn europäischen Initiativen. Inhaltlich geht es um die vier Grundsätze, die für das Europäische Kulturerbejahr 2018 maßgeblich sind: Engagement, Nachhaltigkeit, Schutz und Innovation.

Warum?

Hinter den zehn europäischen Initiativen stehen zwei Grundgedanken. Erstens, dass das Kulturerbe einen klaren europäischen Bezug hat und daher auch auf europäischer Ebene geschützt werden muss. Zweitens, dass Kulturerbe nicht nur Sache der Kulturpolitik ist, sondern auch andere EU-Politikbereiche wie Bildung, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, regionale Entwicklung, sozialer Zusammenhalt, Umwelt, Tourismus sowie Forschung und Innovation betrifft. Die zehn Initiativen bilden den Rahmen für ein europäisches, bereichsübergreifendes und integriertes Konzept des Kulturerbes.

Wie?

Jede EU-Initiative umfasst verschiedene Maßnahmen und Projekte. Neben den eigens für 2018 entwickelten Initiativen finden sich auch solche, die entsprechend angepasst oder ausgeweitet wurden. Die Initiativen befassen sich mit konkreten, abstrakten und digitalen Aspekten des Kulturerbes und richten sich an verschiedene Zielgruppen: vom Fachpublikum über die Bevölkerung vor Ort, junge Menschen, Randgruppen bis hin zur breiten Öffentlichkeit.

Mit wem?

Die Kommissionsdienststellen leisten innerhalb ihrer Politikbereiche mit ihren Initiativen und Förderprogrammen einen Beitrag zu den Kulturerbe-Initiativen, beispielsweise mit Erasmus+ und dem eTwinning-Programm, Horizont 2020, Europa für Bürgerinnen und Bürger, Natura 2000, European Destinations of Excellence (EDEN) und dem Kooperationsprogramm URBACT. Andere EU-Institutionen sind ebenfalls eingebunden: beratende Einrichtungen wie der Ausschuss der Regionen und der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss ebenso wie der Europäische Auswärtige Dienst. Innerhalb der einzelnen Initiativen arbeitet die Kommission auch eng mit Denkmalschutzverbänden zusammen und wird dabei von internationalen Organisationen wie UNESCO, Europarat und ICOMOS unterstützt.

Wofür?

Die zehn EU-Initiativen sind ein zentraler Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr und darüber hinaus. Wie das Kulturerbejahr auch über 2018 hinaus nachwirken kann, wird in einem Kulturerbe-Aktionsplan festgelegt.

Konkrete Ziele der zehn europäischen Initiativen:

• EI 2, Kulturerbe in der Schule: Gemeinsam mit der UNESCO entwickelt die Europäische Kommission Lehrmaterial für Schulen und stützt sich auf bewährte Methoden, um Fähigkeiten, Wissen und Kompetenzen im Bereich des Kulturerbes leichter in Europas Klassenzimmer zu tragen.
• EI 6, Wertschätzung des Kulturerbes: Die gemeinsam mit ICOMOS aktualisierten Qualitätsgrundsätze und Leitlinien für Kulturerbemaßnahmen in Europa sollen sicherstellen, dass größere Eingriffe an Kulturerbestätten erst nach sorgfältiger Feststellung ihrer historischen Bedeutung vorgenommen werden.
• EI 7, Bedrohtes Kulturerbe: Auf der Grundlage eines erstmalig EU-weit schriftlich fixierten Risikomanagements können die EU-Länder ihre Erfahrungen mit einem bestmöglichen Schutz des Kulturerbes vor natürlichen und vom Menschen verursachten Katastrophen austauschen und somit einer künftigen Zusammenarbeit den Weg bahnen.

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