Worum geht es?

Unser Kulturerbe hilft uns, andere und uns selbst besser zu verstehen. Es baut Brücken zwischen Menschen und Ländern, lässt sie aufeinander zugehen und weckt Verständnis füreinander. Die Zusammenarbeit im Bereich des Kulturerbes ist also nicht zufällig einer von drei Schwerpunkten der EU-Strategie für internationale Kulturbeziehungen (2016).

Das Europäische Kulturerbejahr ist ein konkretes Beispiel für die Umsetzung dieser Strategie und rückt das Kulturerbe stärker in den Fokus der EU-Außenbeziehungen.

So werden Initiativen gefördert und aufgelegt, in deren Rahmen die Zusammenarbeit der EU mit Partnerländern auf das Kulturerbe, die Bedürfnisse der Partnerländer in diesem Bereich und Europas Fachkompetenz ausgerichtet wird.

Zielgruppen

Bevölkerung vor Ort, Denkmalschützer und Kulturverbände in den Partnerländern, internationale Netzwerke im Bereich des Kulturerbes

Worum geht es bei dieser Initiative?

Die internationale Zusammenarbeit spielt bei vielen Initiativen des Kulturerbejahres eine Rolle. Das internationale Profil des Europäischen Kulturerbejahres wird vor allem anhand von drei Komponenten deutlich:

Komponente 1: Würdigung des weltweiten kulturellen Erbes

Mit Unterstützung der EU-Delegationen in der ganzen Welt ist das Europäische Kulturerbejahr auch international erfolgreich. Die Delegationen entwickeln eigene Initiativen, mobilisieren Partner vor Ort und bringen den Menschen in der ganzen Welt Europas Kulturerbe näher.

Einige Beispiele:

  • Die EU-Delegation in Mexiko hat in Partnerschaft mit der Stadtregierung eine großangelegte Fotoausstellung in der Innenstadt organisiert und damit über vier Millionen Menschen erreicht.
  • In den USA fand in Zusammenarbeit mit Europeana im Mai 2018 eine Veranstaltung zur digitalen Erhaltung des Kulturerbes statt.
  • In der Dominikanischen Republik wurden Wettbewerbe, Kulturveranstaltungen, Workshops und ein Europäisches Gastronomie-Festival organisiert.
  • Die EU-Delegation in der Türkei läutete das Kulturerbejahr im Februar 2018 vor tausenden Besuchern auf der Buchmesse in Ankara ein.
  • Die EU-Delegation in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien schrieb die Finanzierung von Projekten mit Bezug zum Kulturerbejahr aus.

Das Europäische Kulturerbejahr hat seinen Radius durch die Partnerschaften mit Nicht-EU-Ländern vergrößert. Ursprünglich war es nur für EU-Länder vorgesehen, entwickelte aber eine solche Dynamik, dass auch Partnerländer einbezogen werden konnten. Die Länder des westlichen Balkans (Albanien, Bosnien und Herzegowina, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro und Serbien) sowie Georgien, Island, Norwegen und die Schweiz sind assoziiert und haben nationale Koordinatoren für das Kulturerbejahr eingesetzt. Die assoziierten Länder beteiligen sich aktiv mit eigenen Programmen und Veranstaltungen.


WICHTIGE TERMINE:


• 23. April
Forum „Internationale Perspektiven des Europäischen Kulturerbejahres 2018“, EU-Plattform für Kulturdiplomatie, Brüssel (Belgien)
• Mai 2018
Weltweite Kulturerbejahr-Veranstaltungen rund um den Europatag


Über das gesamte Jahr 2018
Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Initiativen der EU-Delegationen und Kulturinstitute der EU-Länder sowie assoziierter Länder

Komponente 2: Förderung des Kapazitätsaufbaus im Kulturerbesektor weltweit

Drei Projekte unterstützen den Kapazitätsaufbau im Kulturerbesektor in der ganzen Welt:

  • Die „Kulturerbe-Route“ führt durch die Länder des westlichen Balkans und über verschiedene Veranstaltungen der EU-Delegationen und Kulturinstitute der EU-Länder, die diese in enger Abstimmung mit der Bevölkerung vor Ort organisieren, um ein dauerhaftes Netzwerk von Organisatoren im Bereich des Kulturerbes aufzubauen.
  • Die zum Kulturerbe zählenden Seidenstraßen-Korridore entlang von UNESCO-Kulturerbestätten im Iran, in Afghanistan und Zentralasien verfolgen konkrete Ziele wie die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Entwicklung und nachhaltigen Tourismus, den Erwerb von Kompetenzen, sozialen Zusammenhalt und Wissensaustausch. Die EU stellt für diese Initiative insgesamt 3,5 Millionen Euro bereit.
  • Ein gemeinsames Projekt mit der UNESCO ermöglicht die rasche Beurteilung von Bedrohungen des Kulturerbes im Irak, in Libyen, Syrien und im Jemen sowie die Einleitung von Sofortmaßnahmen.

Komponente 3: Würdigung von EU-Kulturerbe-Maßnahmen in der internationalen Zusammenarbeit

  • Die EU unterstützt in Form verschiedener Instrumente und Programme den Schutz des Kulturerbes in der ganzen Welt. Von 2007–2011 hat sie beispielsweise Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe 33 Millionen Euro für Kulturerbe-Projekte zur Verfügung gestellt. Auch das Europäische Nachbarschaftsinstrument und das Instrument für die Entwicklungszusammenarbeit sehen hierfür Mittel vor. Das Europäische Kulturerbejahr würdigt erfolgreiche Projekte, die auf diesem Wege finanziert wurden.
  • Anlässlich des Kulturerbejahres nimmt die Generaldirektion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEVCO) der Europäischen Kommission eine Bestandsaufnahme der laufenden Kulturerbe-Projekte in Nicht-EU-Ländern vor, um den Austausch und die Verbreitung bewährter Verfahren zu fördern. Dazu zählen Projekte für gesellschaftliche Aussöhnung durch Vergangenheitsbewältigung in Ruanda und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Kulturerbe in Äthiopien, Tansania und Tibet.

Partner

  • EU-Delegationen und Europäischer Auswärtiger Dienst 
  • Kulturinstitute der EU-Länder in der ganzen Welt und EUNIC
  • Mit dem Europäischen Kulturerbejahr assoziierte Länder
  • UNESCO und UNESCO-Nationalkommissionen in Ländern außerhalb der EU

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