Worum geht es?

Unser Kulturerbe verkörpert Werte wie Gegenstände, Orte und Traditionen, die uns wichtig sind, weil wir mit ihnen etwas verbinden, und weil sie einen Platz in unserem Leben innehaben. Im Sinne der Konvention des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft (Faro-Konvention) will diese Initiative das Kulturerbe zum öffentlichen Gut machen. Die Menschen sollen in den Mittelpunkt gerückt und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Alle sollen ihre Ideen einbringen und ihren Beitrag zur Erhaltung des Kulturerbes leisten. Wie dies konkret erreicht werden soll, ist Gegenstand dieser Initiative.

Zielgruppen

Fachleute im Bereich des Kulturerbes, Kultur- und Kreativbranche, Experten und Praktiker, Verbände und Interessengruppen, Laien- und Ortsverbände sowie Entscheidungsträger in lokalen, regionalen und nationalen Behörden

Worum geht es bei dieser Initiative?

Die Initiative „Kulturerbe für alle“ geht auf die Arbeit einer EU-Expertengruppe zurück, die sich mit der Frage beschäftigt hat, wie die Gesellschaft stärker am Kulturerbe teilhaben kann. Die Gruppe stellte Modellverfahren aus den EU-Ländern zusammen und veröffentlichte Anfang 2018 ihre Ergebnisse.

Die Initiative umfasst drei Komponenten:

Komponente 1: Verbesserung der Faktenlage/Forschung und Austausch bewährter Verfahren

Zwei im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizont 2020“ finanzierte Projekte befassen sich mit der Entwicklung, Erprobung und Verbreitung innovativer Modelle partizipatorischer Governance:

  • Die im Rahmen von Horizont 2020 mit 1,5 Millionen Euro dotierte Gesellschaftsplattform REACH soll erfassen, wie sich die Gesellschaft in die Erhaltung, Neu-Nutzung und Pflege des Kulturerbes einbringt, und einschlägige Forschungsergebnisse aufbereiten. Sie soll ferner die Grenzen und Möglichkeiten einer solchen Beteiligung ausloten und europäische Netzwerke schaffen, die den Communities die Zusammenarbeit ermöglichen.
  • Culturelabs, ein weiteres großes Forschungsprojekt im Rahmen von Horizont 2020 (mit einem Budget von 2,5 Millionen Euro) bewertet in Zusammenarbeit mit dem Europarat die derzeitige Situation von Kultureinrichtungen und untersucht, wie sie zu Anbietern kultureller Dienste und Zentren für soziale Innovation umfunktioniert werden können.

Darüber hinaus werden gelungene Beispiele für eine gesellschaftliche Teilhabe am Kulturerbe im Rahmen von EU-Programmen wie Kulturhauptstädte Europas, Europäischer Kulturerbepreis, Europäisches Kulturerbe-Siegel und Europäische Kulturerbetage zusammengestellt und gewürdigt.


WICHTIGE TERMINE:


• 20. März 2018
„Innovation und Kulturerbe“, hochrangige Konferenz der Europäischen Kommission in Brüssel (Belgien)


• 15.-16. November 2018
Messe der Innovatoren im Bereich des Kulturerbes, Brüssel (Belgien)

Komponente 2: Erprobung und politische Empfehlungen

In Zusammenarbeit mit dem Europarat führt die Europäische Kommission derzeit das Pilotprojekt STEPS durch, in dessen Rahmen die Einwohner Lissabons (Portugal) und Rijekas (Kroatien) eine Bestandsaufnahme des Kulturerbes in ihrem Umfeld vornehmen können. Modelle für eine gesellschaftliche Teilhabe werden daraufhin geprüft, ob sie sich dazu eignen, das Kulturerbe als Grundlage für ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu nutzen. Die daraus resultierenden Empfehlungen werden nationalen und regionalen Entscheidungsträgern bei verschiedenen Konferenzen im Jahr 2018 vorgestellt.

Vier weitere Pilotprojekte der REACH-Plattform beschäftigen sich mit dem Kulturerbe von Minderheiten (Roma), dem institutionellen Erbe, dem Kulturerbe im ländlichen Raum und dem Kulturerbe von Kleinstädten.


WICHTIGE TERMINE:


• 27. September 2018
Interkulturelle Städte – Jahrestagung der Koordinatoren in Rijeka (Kroatien)


Interkulturelle Städte – Präsentation der Bestandsaufnahme der Einwohner Lissabons und Rijekas vor 40 teilnehmenden Städten
• Oktober 2018
Abschlussveranstaltung des STEPS-Projekts mit Bürgern und dem Stadtrat von Rijeka (Kroatien)


• Oktober 2018
Abschlussveranstaltung des STEPS-Projekts mit Bürgern und dem Stadtrat von Lissabon (Portugal)


• 13. November 2018
Abschlusskonferenz des STEPS-Projekts mit dem Europarat, Straßburg (Frankreich)

Komponente 3: Würdigung der Konvention des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft (Faro-Konvention)

„The Faro Way“, eine Initiative von Kommission und Europarat, wurde im Juni 2018 gestartet, damit mehr Staaten der Faro-Konvention beitreten und sie entsprechend umsetzen. In einer Studie soll untersucht werden, ob sich die Maßnahme gelohnt hat, und inwiefern die Faro-Konvention schon umgesetzt wurde. Begleitend sind Leitfäden und Dokumentarfilme vorgesehen. Bis Ende 2019 sind drei Fachseminare geplant.


WICHTIGE TERMINE:


• Zweite Jahreshälfte 2018
Erstes Seminar mit Vertretern von Ministerien der Unterzeichnerstaaten und von Ländern, die der Konvention noch nicht beigetreten sind

Partner

  • Für Kultur, Innovation und Forschung zuständige Kommissionsdienststellen
  • Europarat

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