Klimapolitik
Economic analysis

Wirtschaftsanalyse

Die EU-Klimaziele orientieren sich an den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bei der Erarbeitung zielgerichteter Strategien stützen wir uns auf die besten verfügbaren technologischen und wirtschaftlichen Daten.

Die GD Klimapolitik bewertet die potenziellen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer politischen Vorschläge anhand verschiedener mathematischer Modelle, Instrumente und Methoden (Folgenabschätzung).

EU-Referenzszenario

In ihrem Referenzszenario erstellt die EU eine Prognose der wirtschaftlichen Aktivität und der voraussichtlichen Entwicklungen in den Bereichen Energie, Verkehr und Emissionen in der EU und ihren Mitgliedsländern unter Fortschreibung der aktuellen Politik und derzeitigen Trends.

Das Szenario beschreibt detailliert und kohärent, welche Richtung die Wirtschaft unter bestimmten Annahmen einschlagen kann.

Solche Annahmen werden auf der Grundlage von Experteneinschätzungen, Modellen und wissenschaftlichen Peer-Reviews über folgende Faktoren gemacht:

  • makroökonomische Entwicklungen
  • Preise für importierte fossile Brennstoffe
  • technische Entwicklung

Da bei diesem Szenario von einer Fortführung der derzeitigen Politik ausgegangen wird, dient es auch als Vergleichsmaßstab zur Bewertung der Auswirkungen politischer Reformen.

Referenzszenario für den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 – Beispiele

  • Mit den derzeitigen politischen Maßnahmen lassen sich die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 44 % gegenüber dem Niveau von 1990 senken. Das langfristige Ziel von -80 % kann auf diese Weise jedoch nicht erreicht werden.
  • Selbst unter Berücksichtigung der aktuellen Strategien und Trends sind umfangreiche Investitionen erforderlich, um die Modernisierung der europäischen Energiewirtschaft zu ermöglichen.
  • Die Kosten für unser Energiesystem werden im Vergleich zu unseren Einnahmen kurz- bis mittelfristig steigen, langfristig jedoch sinken.

Referenzszenario 2013

Wirtschaftsmodelle

Wirtschaftsmodelle dienen der Beurteilung verschiedener Ziele und Auswirkungen politischer oder anderer Änderungen. Anhand dieser Modelle wird auch analysiert, wie langfristige Ziele möglichst kosteneffizient erreichbar sind. Sie sind daher eine wichtige Grundlage für strategische politische Entscheidungen.

Eine solche Analyse wurde für den Fahrplan für eine CO2-arme Wirtschaft bis 2050 erstellt. Die Tragfähigkeit der Kommissionsanalyse wurde zum Beispiel im Rahmen des Projekts AMPERE (2011–2014) bestätigt, bei dem Bewertungsmodelle geprüft wurden, die zur Ermittlung verschiedener Klimaschutzoptionen und der damit verbundenen Kosten dienen.

Modell für den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030

Das detaillierte Wirtschafts- und Umweltmodell umfasste

  • verschiedene Szenarien für Emissionsreduktionsziele, erneuerbare Energieträger und Energieeffizienzmaßnahmen,
  • eine Kosten-Nutzen-Analyse für die EU, ihre Mitgliedsländer und verschiedene Wirtschaftszweige,
  • eine Abschätzung der ökologischen Auswirkungen,
  • der Auswirkungen auf die Energieabhängigkeit sowie
  • der Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung.

Ergebnisse der Analyse:

  • Eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % bis 2030 ist bezahlbar, würde aber hohe Investitionen erfordern.
  • Die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sind beherrschbar.
  • In den unter das EHS fallenden Wirtschaftszweigen könnten kosteneffiziente Emissionssenkungen um 43 % und in allen anderen um 30 % (gegenüber 2005) erzielt werden.
  • EU-weite kostenwirksame Maßnahmen könnten in den Mitgliedstaaten mit geringerem Einkommen höhere Kosten und Investitionen im Verhältnis zum BIP verursachen.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen traf der Rat Entscheidungen über Emissionsreduktionsziele und Möglichkeiten zur Gewährleistung einer gerechten Lastenverteilung zwischen den EU-Ländern (siehe Schlussfolgerungen des Rates, beispielsweise Einrichtung eines Modernisierungsfonds für Investitionen in Ländern mit geringerem Einkommen), sowie zur Bewältigung etwaiger Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit (z. B. kostenlose Zuteilung von Zertifikaten im EU-Emissionshandelssystem).

Mathematische Modelle für die EU-interne Wirtschaftsanalyse

Das EU-Referenzszenario und die Folgenabschätzung für den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 stützen sich auf eine Reihe mathematischer Modelle, nämlich zu:

  • Treibhausgasemissionen insgesamt
  • Abbau von Treibhausgasemissionen
  • Möglichkeiten zur Senkung der Emissionen

Die Modelle sind miteinander verknüpft, um eine einheitliche Vorgehensweise bei der Erstellung der Szenarien zu gewährleisten (siehe nachstehende Grafik).

Verbindung zwischen den Modellen