Klimapolitik

CO2-arme Wirtschaft bis 2050

Strategie

Die europäische Wirtschaft soll umweltschonender und energieeffizienter werden. Die Europäische Kommission untersucht, wie dies möglichst kosteneffizient erreicht werden kann.

Aus ihrem Fahrplan für den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft geht Folgendes hervor:

  • Bis 2050 sollte die EU ihre Treibhausgasemissionen um 80 % gegenüber dem Stand von 1990 senken
  • Etappenziele sind bis 2030 Verringerung um 40 % und bis 2040 um 60 %
  • Alle Wirtschaftszweige müssen einen Beitrag leisten
  • Der Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft ist machbar und bezahlbar

80 % bis 2050

Die Verringerung der Emissionen in der EU um 80 % (gegenüber dem Stand von 1990) bis 2050 soll laut Fahrplan allein durch einheimische Emissionsreduktionen erreicht werden (anstatt durch internationale Gutschriften).

Dies steht auch im Einklang mit der Verpflichtung der EU-Staats- und -Regierungschefs zur Senkung der Emissionen um 80–95 % bis 2050 im Rahmen der erforderlichen Reduzierungen durch die Gruppe der Industrieländer.

Die EU muss kontinuierliche Fortschritte auf dem Weg zu einer emissionsarmen Gesellschaft machen, um dieses Ziel erreichen zu können. Dabei spielen „saubere“ Technologien eine wichtige Rolle.

Etappenziele

Je früher die EU tätig wird, desto niedriger sind die Kosten auf lange Sicht. Wenn wir die Maßnahmen aufschieben, werden zu einem späteren Zeitpunkt sehr viel drastischere Emissionssenkungen notwendig.

Der Fahrplan gibt einen kosteneffizienten Weg zur Erreichung dieses Ziels bis 2050 vor.

Wichtige Etappenziele:

Emissionssenkung nach Wirtschaftszweigen

Alle Wirtschaftszweige müssen im Rahmen ihres technologischen und wirtschaftlichen Potenzials zum Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft beitragen.

In allen emissionsintensiven Bereichen – Stromerzeugung, Industrie, Verkehr, Gebäude, Bauwesen und Landwirtschaft – sind Maßnahmen erforderlich, allerdings gibt es Unterschiede hinsichtlich des Reduktionspotenzials.

Mögliche Senkung der Treibhausgasemissionen in der EU um 80 % (100%=1990)

Mögliche Senkung der Treibhausgasemissionen in der EU um 80 % (100%=1990)

 1990199520002005201020152020202520302035204020452050
Non CO2 Agriculture11%10%10%9%8%7%7%7%7%7%6%6%6%
Transport15%16%18%19%19%20%19%18%16%14%10%8%6%
Industry25%22%21%20%18%17%17%16%15%13%10%6%4%
Non CO2 Other Sectors10%9%8%7%7%5%4%4%3%3%3%3%3%
Residential & Tertiary14%14%13%14%13%12%11%10%9%8%6%4%2%
Power sector25%23%23%24%23%22%17%12%9%6%3%1%0%
Current Policy0%0%0%0%0%2%3%10%11%17%25%35%41%

 

Stromerzeugung und -verteilung

Im Energiesektor gibt es das größte Reduktionspotenzial. Er könnte bis 2050 fast vollständig CO2-frei sein.

Die fossilen Brennstoffe im Verkehrsbereich und im Wärmesektor könnten teilweise durch Strom ersetzt werden.

Der Strom wird aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse oder anderen emissionsarmen Quellen wie Atomkraftwerken oder fossilen Kraftwerken mit Technologien zur Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid stammen. Dies erfordert hohe Investitionen in intelligente Netze.

Energiefahrplan 2050

Verkehr

Die Emissionen im Verkehrsbereich könnten bis 2050 um mehr als 60 % gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden.

Kurzfristig ließen sich Emissionssenkungen durch eine Verbesserung der Kraftstoffeffizienz benzin- und dieselbetriebener Fahrzeuge erzielen.

Mittel- bis langfristig bieten Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge die größte Aussicht auf Erfolg.

Im Luft- und Straßengüterverkehr werden verstärkt Biokraftstoffe eingesetzt, da sich der Schwerlastverkehr nicht vollständig auf Strom umstellen lässt.

Gebäude

Die Emissionen von Privat- und Bürogebäuden können fast vollständig wegfallen – sie ließen sich bis 2050 um rund 90 % senken.

Die Energieeffizienz von Gebäuden lässt sich durch folgende Maßnahmen erheblich steigern:

  • Passivhaus-Technologie bei Neubauten
  • zielgerichtete Renovierung von Altbauten
  • Ersetzung fossiler Brennstoffe für Heizung, Kühlung und Kochen durch Strom und erneuerbare Energieträger

Die Investitionen rentieren sich auf lange Sicht durch niedrigere Energierechnungen.

Industrie

Energieintensive Wirtschaftszweige könnten ihre Emissionen bis 2050 um mehr als 80 % senken.

Mit der Zeit werden sauberere und energieeffizientere Technologien eingesetzt.

So ließen sich durch die schrittweise Senkung der Energieintensität bis 2030 und darüber hinaus weitere CO2-Emissionssenkungen erzielen.

Nach 2035 würden Technologien zur Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid in Industriezweigen zur Anwendung kommen, in denen auf andere Art keine Emissionssenkungen möglich sind (Stahl, Zement). Dies würde deutlich höhere CO2-Einsparungen nach sich ziehen.

Andere industrielle Emissionen als CO2-Emissionen, die unter das EU-Emissionshandelssystem fallen, werden voraussichtlich auf ein sehr niedriges Niveau sinken.

Landwirtschaft

Mit der wachsenden weltweiten Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird der Anteil der Landwirtschaft an den Gesamtemissionen der EU bis 2050 auf rund ein Drittel ansteigen. Allerdings sind auch hier Emissionssenkungen möglich.

Die Landwirtschaft muss die durch Dünger, Stallmist und Viehhaltung verursachten Emissionen senken und kann außerdem einen Beitrag zur Lagerung von CO2 in Böden und Wäldern leisten. Der Übergang zu einer gesünderen Ernährung mit mehr Gemüse und weniger Fleisch kann ebenfalls eine Senkung der Emissionen begünstigen.

Nutzen

Der Fahrplan zeigt auf, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft machbar und bezahlbar ist, jedoch Innovationen und Investitionen erfordert.

Dieser Übergang würde

  • Europas Wirtschaft durch die Entwicklung sauberer Technologien und kohlenstoffarmer oder -loser Energieträger neuen Schwung geben und Wachstum und Beschäftigung ankurbeln,
  • Europa bei der Reduzierung seines Verbrauchs wichtiger Ressourcen wie Energie, Rohstoffe, Land und Wasser unterstützen,
  • die Abhängigkeit der EU von teuren Öl- und Gaseinfuhren reduzieren,
  • zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit beitragen, beispielsweise durch geringere Luftverschmutzung.

Für diesen Übergang sind über die nächsten vier Jahrzehnte 270 Milliarden Euro (oder im Durchschnitt 1,5 % des BIP jährlich) an zusätzlichen Investitionen erforderlich.

Dokumente
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Studien
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Fragen und Antworten
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