Klimapolitik

Emissionshandelssystem der EU

Strategie

Das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) ist ein Kernelement der EU-Politik zur Bekämpfung des Klimawandels und das wichtigste Instrument zur kostenwirksamen Verringerung der Treibhausgasemissionen. Es ist der weltweit erste bedeutende und bislang auch der größte Kohlenstoffmarkt.

Das EU-EHS

  • umfasst 31 Länder (alle 28 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen);
  • begrenzt die Emissionen von mehr als 11 000 energieintensiven Anlagen (in der Stromerzeugungs- und verarbeitenden Industrie) sowie von Luftfahrzeugbetreibern, die Verkehrsdienste zwischen diesen Staaten anbieten;
  • deckt rund 45 % der Treibhausgasemissionen in der EU ab.

Einen detaillierten Überblick finden Sie hier:
EU-EHS-Informationsblatt
EU-EHS-Handbuch

Handelssystem mit festen Emissionsobergrenzen

Das EU-EHS beruht auf dem Prinzip „Obergrenzen und Handel“.

Das Gesamtvolumen der Emissionen bestimmter Treibhausgase, die unter das EU-EHS fallende Anlagen ausstoßen dürfen, wird durch eine Obergrenze („Cap“) beschränkt. Die Obergrenze wird im Laufe der Zeit verringert, so dass die Gesamtemissionen zurückgehen.

Innerhalb dieser Obergrenzen erhalten oder erwerben Unternehmen Emissionszertifikate, mit denen sie nach Bedarf handeln können. Sie können auch in begrenzten Mengen internationale Gutschriften aus emissionsmindernden Projekten in der ganzen Welt erwerben. Durch die Begrenzung der Gesamtzahl der verfügbaren Zertifikate wird sichergestellt, dass diese auch einen Wert haben.

Jedes Unternehmen ist verpflichtet, am Jahresende genügend Zertifikate für seine gesamten Emissionen vorzulegen. Anderenfalls drohen hohe Strafgebühren. Hat ein Unternehmen seine Emissionen reduziert, so kann es die überzähligen Zertifikate für künftige Zwecke entweder behalten oder an ein anderes Unternehmen verkaufen, das Zertifikate benötigt.

Der Handel ermöglicht die nötige Flexibilität, um sicherzustellen, dass Emissionen dort verringert werden, wo dies die geringsten Kosten verursacht. Ein angemessener Preis für CO2-Emissionen fördert auch Investitionen in saubere, kohlenstoffarme Technologien.

Schwerindustrieanlage

Aspekte und Etappen von Phase 3 (2013–2020)

Das EU-EHS ist nun in seiner dritten Phase, die sich von den Phasen 1 und 2 erheblich unterscheidet.

Die wichtigsten Änderungen:

  • Anstelle des vorherigen Systems nationaler Obergrenzen gilt eine einzige EU-Obergrenze.
  • Anstelle der kostenlosen Zuteilung ist nun das Versteigern die Standardmethode für die Vergabe von Emissionszertifikaten, und für weiterhin kostenlos ausgegebene Zertifikate gelten harmonisierte Zuteilungsregeln.
  • Es werden mehr Industriezweige und Gase erfasst.
  • Zur Förderung der Einführung innovativer Technologien für erneuerbare Energieträger sowie der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung im Rahmen des Programms NER 300 kommen 300 Millionen Zertifikate in die Reserve für neue Marktteilnehmer.

Erfasste Sektoren und Gase

Das Emissionshandelssystem erstreckt sich auf die folgenden Industriezweige und Gase, wobei der Schwerpunkt auf Emissionen liegt, die mit großer Genauigkeit gemessen, erfasst und überprüft werden können:

  • Kohlendioxid (CO2) aus
    • Strom- und Wärmeerzeugung
    • energieintensiven Industriezweigen wie Ölraffinerien, Stahlwerken und Produktionsstätten von Eisen, Aluminium, Metallen, Zement, ungelöschtem Kalk, Glas, Keramik, Zellstoff, Papier, Karton, Säuren und organischen Grundchemikalien
    • gewerblicher Luftfahrt
  • Stickoxid (N2O) aus der Herstellung von Salpetersäure, Adipinsäure, Glyoxylsäure und Glyoxal
  • perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) aus der Aluminiumherstellung

Die Beteiligung am EU-EHS ist für Unternehmen der betreffenden Industriezweige obligatorisch, aber

  • in einigen Sektoren werden nur Anlagen einer bestimmten Mindestkapazität einbezogen;
  • bestimmte Kleinanlagen können ausgenommen werden, wenn die Regierungen steuerliche oder sonstige Maßnahmen treffen, die eine gleichwertige Senkung ihrer Emissionen bewirken;
  • im Luftverkehr gilt das EU-EHS bis 2016 nur für Flüge zwischen Flughäfen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Tatsächliche Verringerung der Emissionen

Das EU-EHS hat gezeigt, dass eine Bepreisung von Kohlendioxidemissionen und ein Handel mit entsprechenden Emissionsrechten funktionieren kann. Die Emissionen der vom System erfassten Anlagen gehen planmäßig zurück – gegenüber dem Beginn von Phase 3 (2013) um ca. 5 % (s. Zahlen für 2015).

Im Jahr 2020 werden die Emissionen der erfassten Sektoren 21 % unter dem Niveau von 2005 liegen.

Der Vorschlag der Kommission sieht bis 2030 eine Verringerung um 43 % vor.

Berichte über die Fortschritte der EU bei der Senkung der Emissionen

Entwicklung des Kohlenstoffmarkts

Das 2005 eingerichtete EU-EHS ist das weltweit erste und größte internationale Emissionshandelssystem, über das mehr als drei Viertel des internationalen Kohlenstoffhandels abgewickelt werden.

Das EU-EHS gibt auch der Entwicklung des Emissionshandels in anderen Ländern und Regionen Impulse. Die EU strebt eine Verknüpfung des EU-EHS mit anderen kompatiblen Systemen an.

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