Klimapolitik

Emissionsobergrenzen und ‑zertifikate

Strategie

Das Gesamtvolumen der Treibhausgasemissionen, die von unter das Emissionshandelssystem der EU (EU-EHS) fallenden Kraftwerken, Fabriken und anderen ortsfesten Anlagen ausgestoßen werden dürfen, wird durch eine Obergrenze („Cap“) für die Zahl der Emissionszertifikate beschränkt. Eine gesonderte Obergrenze gilt für den Luftverkehrssektor. Innerhalb dieser europaweiten Obergrenzen erhalten oder erwerben Unternehmen Emissionszertifikate, mit denen sie wie erforderlich handeln können.

Verringerung der CO2-Emissionen © iStockphoto

Jeder Inhaber eines Emissionszertifikats hat das Recht zur Freisetzung

  • von einer Tonne Kohlendioxid (CO2), des wichtigsten Treibhausgases, oder
  • der entsprechenden Menge von zwei noch umweltschädlicheren Treibhausgasen – Stickstoffdioxid (NO2) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC).

Einige Zertifikate werden speziell Luftfahrzeugbetreibern zugeteilt oder an sie versteigert. Luftfahrtunternehmen können zur Erfüllung der Auflagen beliebige Zertifikate nutzen; ortsfeste Anlagen hingegen dürfen keine Luftverkehrszertifikate verwenden.

Obergrenze für ortsfeste Anlagen sinkt von Jahr zu Jahr

Die Obergrenze für Emissionen aus ortsfesten Anlagen im Jahr 2013 wurde auf 2 084 301 856 Zertifikate festgelegt. Während der Phase 3 des EU-EHS (2013-2020) wird diese Obergrenze jährlich um einen linearen Faktor von 1,74 % der durchschnittlichen Gesamtzahl der Zertifikate verringert, die zwischen 2008 und 2012 jährlich ausgegeben wurden. Dies entspricht einer Reduzierung um 38 264 246 Zertifikate jährlich.

Mit dem linearen Verringerungsfaktor wird das Tempo der Emissionssenkungen im EU-EHS vorgegeben. Für diese Regelung besteht kein Auslaufdatum. Investoren erhalten dadurch Sicherheit in Bezug auf die Rendite der Investitionen in Emissionssenkungen.

Dank der sinkenden Obergrenze wird die Zahl der Zertifikate, mit denen die Emissionen von ortsfesten Anlagen kompensiert werden können, im Jahr 2020 21 % geringer sein als im Jahr 2005.

Um das Ziel zu erreichen, die EU-Emissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken, auf das sich die EU-Staats- und Regierungschefs im Rahmen der Klima- und Energiepolitik bis 2030 geeinigt haben, muss die Obergrenze ab 2021 jährlich um 2,2 % herabgesetzt werden.

Dies würde die Emissionen von ortsfesten Anlagen bis 2030 um rund 43 % gegenüber dem Stand von 2005 reduzieren. Bis 2050 würden die Emissionen gegenüber 2005 um rund 90 % gesenkt.

Obergrenze für Luftverkehr: 210 Millionen Zertifikate für Zeitraum 2013-2020

Während der Handelsperiode 2013-2020 bleibt die jährliche Obergrenze im Luftverkehrssektor gleich.

Sie wurde vorläufig auf 210 349 264 Luftverkehrszertifikate im Jahr festgesetzt, d. h. 5 % unter der Jahresdurchschnittsmenge der im Zeitraum 2004-2006 durch den Luftverkehr verursachten Emissionen.

Die Obergrenze wird angepasst, um die zusätzlichen Luftverkehrstätigkeiten durch die volle Integration Kroatiens in den entsprechenden Teil des EU-EHS am 1. Januar 2014 zu berücksichtigen.

Weitere Informationen zu Luftverkehrszertifikaten

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