Vertretung in Österreich

Pommes Frites bleiben knusprig

Kein Verbot von Pommes Frites und ähnlichem, aber erhöhter Gesundheitsschutz durch Vermeidung krebserregender Substanzen, darum geht es der EU-Kommission. Wie heute in einigen Medien zu lesen ist, sollen zukünftig strengere Regeln zur Vermeidung des krebserregenden Stoffes Acrylamid gelten. Acrylamid kann entstehen, wenn stärkehaltige Lebensmittel zu heiß zubereitet werden. Dazu gehören etwa Erdäpfel, Getreideprodukte oder zu heiß gerösteter Kaffee. Für die Verbraucher bedeutet das ein vermindertes Gesundheitsrisiko. Denn Acrylamid steckt sowohl in frisch zubereiteten Speisen als auch in Fertigprodukten.

20/07/2017

"Wer isst schon gern verkohlte Pommes Frites oder Backwaren?" sagt Jörg Wojahn, Vertreter der EU-Kommission in Österreich. Die EU-Kommission setze sich für die Gesundheit und den Verbraucherschutz ein, dort wo es EU-weit Sinn mache. "Die Belastung von Lebensmitteln mit Krebserregern durch falsche Zubereitung ist vermeidbar. Daher haben wir mit großer Unterstützung der Mitgliedsstaaten einen Vorschlag ausgearbeitet, um zukünftig mehr Sicherheit zu gewährleisten", so Wojahn weiter.

Die EU-Kommission hat gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten einen Vorschlag erarbeitet, wie die Gefahr durch Acrylamid in Lebensmitteln eingeschränkt werden kann. Bis 9. Juli lief dazu eine öffentliche Anhörung, deren Ergebnisse in die weitere Diskussion mit den Mitgliedsstaaten einfließen werden. Der Vorschlag sieht unter anderem vor, dass die Lebensmittel-Wirtschaft die Entstehung von Acrylamid bei der Zubereitung von Lebensmitteln minimiert. Dabei sollten für kleine Unternehmen besonders einfache Regeln gelten, etwa durch alternative oder schonendere Zubereitungsmethoden. So macht es z.B. einen Unterschied, ob frische Erdäpfel oder mehrere Monate gelagerte Erdäpfel zum Einsatz kommen. Außerdem sollen Verbraucher auf das Entstehen von Acrylamid besser hingewiesen werden, da oftmals auch beim Kochen und Backen zu Hause der krebserregende Stoff unterschätzt wird. Die EU-Kommission möchte zudem in einem weiteren Schritt Grenzwerte für Acylamid einführen.

Der Krebserreger Acrylamid wurde erstmal 2002 in Lebensmitteln festgestellt. Acrylamid ist ein chemischer Stoff, der natürlicherweise in stärkehaltigen Lebensmitteln während der Zubereitung bei hohen Temperaturen entsteht, beim Braten, Backen und Rösten sowie der industriellen Verarbeitung bei über 120°C und geringer Feuchtigkeit. Die EU-Kommission hat gemeinsam mit der zuständigen EU-Lebensmittelbehörde EFSA und den Mitgliedsstaaten die Entstehung und Auswirkung von Acylamid untersucht. Die Kommission hatte daraufhin mit den Mitgliedsstaaten eine EU-weite Regelung diskutiert, die nun vorgestellt wurde. Die Regeln zu Acrylamid basieren auf den Lebensmittel-Hygiene-Verordnung der EU, die strenge Regeln für die Herstellung und Zubereitung von Lebensmitteln und Verbrauchersicherheit garantiert. Der Vorschlag muss, wenn er fertig ausgearbeitet ist, im ständigen Fach-Ausschuss der EU-Mitgliedsstaaten beschlossen werden.

Pressemitteilung

Die EU-Lebensmittelbehörfe EFSA zu Acrylamid