Vertretung in Österreich

Die Europäische Investitionsinitiative

Die Investitionsoffensive für Europa, der sogenannte Juncker-Plan, wurde 2014 mit dem Ziel, Investitionen in Europa anzukurbeln, geschaffen. In den Jahren der Wirtschaftskrise stagnierte das Investitionsniveau in der EU, weshalb beschlossen wurde, gemeinsame Bemühungen in Gang zu setzen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und neues Wachstum zu generieren. Durch Unterstützung von innovativen Projekten, die Beseitigung von Investitionshindernissen und intelligente Nutzung von finanziellen Ressourcen werden nachhaltiges Wachstum, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der EU gefördert.

Der Europäische Fonds für Strategische Investitionen (EFSI)

Das zentrale Element des Juncker Plans ist der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI), aus dem Investitionen in Infrastruktur- und Innovationsprojekte, sowie in kleine und mittlere Unternehmen gefördert werden. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) mobilisiert der EFSI neue Finanzierungen und Kapital für Unternehmen, und soll bis 2020 zusätzliche Investitionen von 500 Mrd. Euro generieren.  Der EFSI setzt in verschiedenen Sektoren an, die für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind.  Und stellt Finanzmittel für wirtschaftlich tragfähige und innovative Projekte bereit, die in der Regel risikoreicher sind als die üblichen EIB-Finanzierungen.

Aktuelle Zahlen für die EIB-Gruppe: http://www.eib.org/efsi/efsi_dashboard_en.jpg

 

Auswahl der Projekte und Antragstellung

Der EFSI ist nachfrageorientiert und fördert Projekte in der ganzen EU, einschließlich grenzüberschreitender Projekte. Da es keine Länderquoten gibt, werden Projekte anhand ihrer individuellen Vorzüge bewertet. Die Anträge durchlaufen den üblichen Prozess der EIB, und werden darüber hinaus von dem EFSI Investitionsausschuss bewertet, wo sie auf technische und wirtschaftliche Gesichtspunkte geprüft werden. Der EFSI richtet sich zwar insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, jedoch können Unternehmen aller Größen um Unterstützung ansuchen.

Konkret müssen die EFSI-Projekte:

  • volkswirtschaftlich und technisch solide sein
  • unter mindestens einen der in Artikel 9 der EFSI-Verordnung genannten förderfähigen Sektoren fallenden EU-Zielen entsprechen und nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung fördern
  • soweit ausgereift sein, dass sie bankfähig sind
  • eine dem Risiko angemessene Rendite bieten

Die Antragstellung  für größere Projekte, bei denen sich die gesamten Investitionskosten auf mehr als 25 Mio EUR belaufen,  erfolgt über das übliche Antragsverfahren für ein EIB-Darlehen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)  gibt es EFSI-abgesicherte Finanzierungsprodukte (z.B. Kredite, Garantien), die über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) und in Österreich tätige Finanzintermediäre (z.B. Risikokapital-Fonds, Geschäfts- oder Förderbanken) vermittelt werden.

Darüber hinaus finden Sie Informationen zu anderen EU-Finanzierungshilfen und Förderprogrammen unter www.access2finance.eu/ .

 

Aktuelle Zahlen & Beispiele

Der EFSI zeigt bereits Wirkung: er hat die schwache Investitionstätigkeit in Europa nach der Finanzkrise nachhaltig gestärkt. So wird der EFSI voraussichtlich Investitionen in Höhe von 287 Mrd. Euro mobilisieren. Bis jetzt wurden bereits 384 Infrastruktur- und Innovationsprojekte und 398 Finanzierungsvereinbarungen für KMUs genehmigt. Insgesamt werden in etwa 611 000 kleine und mittelgroße Unternehmen von der Investitionsoffensive profitieren.

Grafik "Aktuelle Zahlen für die EIB-Gruppe"
 

Der EFSI in Österreich

Im Rahmen des Juncker Plans werden auch in Österreich bereits 11 Infrastruktur- und Innovationsvorhaben gefördert, für die 863 Millionen Euro zu Verfügung gestellt werden, und die 2,4 Milliarden an Folgeinvestitionen generieren sollen. Gleichzeitig gibt es schon 4 genehmigte Vereinbarungen mit Finanzintermediären für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die durch den EFSI besichert sind.

 

Sauberer Strom aus Bruck/Leitha 

/austria/file/windparkjpg_dewindpark.jpg

Windpark
EU

Durch ein Darlehen der EIB konnte der Bau und Betrieb von zwei Windparks und einer Windturbine im Windpark Bruch/Leitha ermöglicht werden.Windpark

  • Finanzierung unter EFSI: 40 Mio. EUR
  • Erwartete Gesamtinvestitionen: 65 Mio. EUR

 

 

Apeiron sagt Kinderkrebs den Kampf an

/austria/file/apeironjpg_deapeiron.jpg

Apeiron
EU

Die EIB unterstützt das österreichische Biotechnologieunternehmen Apeiron Biologics AG bei der Entwicklung neuer Arzneimittel für die Behandlung von seltenen Formen von Krebs.

  • Finanzierung unter EFSI: 25 Mio. EUR
  • Erwartete Gesamtinvestitionen: 50 Mio. EUR

 

 

Mechatronic aus Villach – Ohne Forschung keine InnovationMechatronic

Das KMU 'Mechatronic Systemtechnik' aus Villach entwickelt  und produziert Spezialmaschinen für das Handling von Dünnwafern in der Halbleiterindustrie, die vor Allem in Kameras und Handys eingesetzt werden. Dank einem Darlehen der Bank Austria, gestützt vom EFSI, kann das Unternehmen weiter investieren und seinen Platz am Weltmarkt absichern.

 

Der EFSI in der EU

Ein Blick auf die europaweit geförderten Projekte zeigt, dass darüber hinaus noch unzählige weitere Innovationsmöglichkeiten offen stehen. Mit Fördermitteln des EFSIs wurden beispielsweise in Irland 14 neue Gesundheitsversorgungszentren geschaffen, die Innovationskraft griechischer Nahrungsmittelproduzenten verbessert, sowie die Verknüpfung und Digitalisierung zahlreicher französischer Unternehmen vorangetrieben.

Einen Überblick über die europaweit geförderten Projekte erhalten Sie auf der Informationswebsite der EIB, sowie anhand dieser interaktiven Karte.

 

Weitere Möglichkeiten

Neben dem EFSI unterstützt die EU auch Projektträger, die potenzielle Investoren erreichen möchten, durch das Europäische Investitionsvorhabenportal (EIPP). Anhand dieses Tools können Projektträger ihr Projekt in einer Datenbank registrieren, auf die Investoren zugreifen können und so initiativ Kontakt mit interessanten Projekten aufnehmen können.

Des Weiteren gibt es die Europäische Plattform für Investitionsberatung (EIAH),  die Unternehmen, öffentlichen Instanzen und private Firmen dabei berät, wie sie ein Projekt aufstellen und vorantreiben können.

 

Informiert bleiben

Mehr Informationen zur Investitionsinitiative für Europa finden Sie unter www.ec.europa.eu/invest-eu und www.eib.europa.eu/invest-eu

Infoblatt:  "Der Juncker-Plan in Österreich"