Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Zucker

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In der Europäischen Union wird nicht nur weltweit der meiste Rübenzucker erzeugt, sondern auch der meiste Rohrohrzucker für die Raffination eingeführt. Zwar haben die EU-Länder eine gemeinsame Marktorganisation für Zucker, doch die EU hat auch mit anderen Ländern der Welt Abkommen über die Ein- und Ausfuhr von Zucker abgeschlossen.

In der EU wird der meiste Rübenzucker weltweit erzeugt, insgesamt ungefähr 50 % der Weltproduktion. An der weltweiten Zuckerproduktion macht Rübenzucker jedoch nur 20 % aus; die restlichen 80 % werden aus Zuckerrohr gewonnen.

Zuckerrüben werden vor allem in der Nordhälfte der EU angebaut, wo das Klima günstiger für ihr Wachstum ist. Am wettbewerbsfähigsten sind die Anbaugebiete in Nordfrankreich, Deutschland, Großbritannien und Polen. Außerdem wird in der EU Rohrohrzucker importiert und in Hochleistungsraffinerien verarbeitet.

Um Europas Zuckerrübenerzeuger und die verarbeitende Industrie zu unterstützen, gab es ursprünglich Produktionsquoten und Mindestpreise. Im Rahmen der Bestrebungen, die europäische Landwirtschaft marktorientierter zu gestalten, lief das Quotensystem am 30. September 2017 aus.

 

Europäische Zuckerpolitik

Die Zuckerproduktion ist Teil der zwischen den EU-Ländern vereinbarten gemeinsamen Marktorganisation. Deshalb können Zuckerrübenanbauer Einkommensstützung in Form von Direktzahlungen erhalten. Außerdem können die EU-Länder bestimmten Sektoren, die sich in Schwierigkeiten befinden, weitere Unterstützung anbieten. Das gilt auch für den Anbau von Zuckerrüben und Zuckerrohr. Elf EU-Länder vergeben diese sogenannte fakultative gekoppelte Stützung für den Anbau von Zuckerrüben, jedoch nicht für Zuckerrohr.

Die EU-Politik für den Zuckermarkt konzentriert sich auf zwei Hauptbereiche: Marktstützungsmaßnahmen und handelspolitische Maßnahmen.

 

  • Marktstützungsmaßnahmen in der EU

Die EU kann den Zuckersektor mit spezifischen Marktmaßnahmen unterstützen. Dazu zählen Beihilfen für die private Lagerhaltung und ein Tarifverhandlungssystem für Erzeuger.

Bei Beihilfen für die private Lagerhaltung müssen Marktpreise, Mindestpreise, Kosten und Gewinnspannen berücksichtigt werden. Die EU-Kommission kann diese Beihilfe gewähren, um im Falle schwerer Marktstörungen eine bestimmte Menge Zucker während eines festgelegten Zeitraums vom Markt zu nehmen. In den Vorschriften der gemeinsamen Marktorganisation sind zusätzliche Stützmaßnahmen bei Marktstörungen zum Beispiel aufgrund heftiger Preisschwankungen vorgesehen.

Die Kommission hat darüber hinaus ein weitreichendes Tarifverhandlungssystem eingerichtet, das die Verhandlungsposition der Zuckerrübenanbauer gegenüber anderen Akteuren der Lebensmittelkette stärkt. Der Zuckersektor ist der einzige Bereich, in dem derart weitreichende Abkommen mit Wertaufteilungsklauseln ohne wettbewerbsrechtliche Prüfungen zugelassen sind.

 

  • Handel mit Ländern außerhalb der EU

Für die Handelspolitik ist allein die EU zuständig – einzelne Mitgliedstaaten können nicht über Handelsfragen entscheiden oder internationale Handelsabkommen abschließen. Überdies wird der internationale Handel auch von der Welthandelsorganisation geregelt.

Als wichtiger Einführer von Rohrzucker räumt die EU Entwicklungsländern im Rahmen der Initiative „Alles außer Waffen“ und der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit den Staaten Afrikas, des karibischen und des pazifischen Raums (AKP) den zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt ein.

Bericht der Kommission: Entwicklung der Zuckereinfuhren in die Europäischen Union aus den am wenigsten entwickelten Ländern und den AKP-Staaten (31. Mai 2013)

 

Weitere Informationen

Marktbeobachtungsstelle für Zucker