Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Fakultative Qualitätsangaben und freiwillige Zertifizierungsregelungen

Fakultative Qualitätsangaben und freiwillige Zertifizierungsregelungen

Qualitätspolitik
Fakultative Qualitätsangaben und freiwillige Zertifizierungsregelungen

Fakultative Qualitätsangaben erleichtern Landwirten die Vermarktung von Erzeugnissen, die unter erschwerten natürlichen Bedingungen erzeugt werden, wie Erzeugnisse aus Berggebieten oder Erzeugnisse aus den EU-Regionen in äußerster Randlage. Auch für die Insellandwirtschaft, die lokale Landwirtschaft und den Direktverkauf hat die Europäische Union überprüft, welche Optionen zur Verbesserung der Lage denkbar sind. Freiwillige Zertifizierungsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel gewährleisten zwar, dass ein Erzeugnis und seine Erzeugungsmethode bestimmten festgelegten Kriterien entsprechen, doch handelt es sich dabei um Regelungen auf privater oder einzelstaatlicher Ebene.

Derzeit werden insbesondere folgende Qualitätsangaben verwendet:

  • Erzeugnisse aus den EU-Regionen in äußerster Randlage (die französischen überseeischen Departements - Guadeloupe, Französisch-Guayana, Réunion und Martinique - sowie die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln): Die Regionen in äußerster Randlage sind durch ihre Abgelegenheit und Insellage sowie durch schwierige geografische und meteorologische Gegebenheiten gegenüber Gebieten auf dem europäischen Festland benachteiligt. Um den Bekanntheitsgrad und den Absatz naturbelassener oder verarbeiteter landwirtschaftlicher Qualitätserzeugnisse zu steigern, die für die Regionen in äußerster Randlage typisch sind, wurde 2006 ein Bildzeichen (Logo) eingeführt. In der Verordnung sind Sondermaßnahmen im Bereich der Landwirtschaft vorgesehen, um den Problemen abzuhelfen, die den Regionen in äußerster Randlage aufgrund ihrer besonderen Lage entstehen.
     

    Rechtsgrundlage: Verordnung (EU) Nr. 228/2013 undVerordnung Nr. 793/2006 der Kommission

 

Außerdem hat die EU denkbare Optionen zur Einführung einer Kennzeichnungsregelung für folgende Bereiche geprüft:

  • Lokale Landwirtschaft und Direktverkauf: Am 6. Dezember 2013 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Bericht zur Frage einer Kennzeichnungsregelung für die lokale Landwirtschaft und den Direktverkauf (COM(2013) 866 final). In dem Bericht werden die wichtigsten Merkmale der lokalen Landwirtschaft, kurzer Lebensmittelversorgungsketten und des Direktverkaufs in der EU herausgestellt und die Möglichkeiten der Einführung einer Kennzeichnungsregelung für die regionale Agrar- und Ernährungswirtschaft untersucht.
  • Insellandwirtschaft: Am 16. Dezember 2013 nahm die Europäische Kommission einen Bericht zur Frage der Einführung einer fakultativen Qualitätsangabe „Erzeugnis der Insellandwirtschaft“ an (KOM(2013) 888 final). In dem Bericht wird unter Herausstellung der Vor- und Nachteile untersucht, ob die Einführung eines neuen Begriffs „Erzeugnis der Insellandwirtschaft“ Erzeugnissen aus der Insellandwirtschaft gegenüber vergleichbaren Erzeugnissen einen Mehrwert verleihen könnte.

 

Freiwillige Zertifizierungsregelungen

Neben den EU-Regelungen gibt es eine Vielzahl privater und einzelstaatlicher Regelungen und Logos zur Lebensmittelqualität, die ein breites Spektrum an Initiativen wie den „Fairen Handel“ einschließen und auf den Handel zwischen Unternehmen (B2B) oder den Handel zwischen Unternehmen und Verbrauchern (B2C) abheben. Eine 2010 für die Europäische Kommission erstellte Bestandsaufnahme (PDF) erfasste 441 Regelungen für in der EU verkaufte landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel. In Konsultation mit den Interessengruppen hat die Europäische Kommission Leitlinien entwickelt, in denen empfehlenswerte Verfahren für die Funktionsweise solcher Systeme vorgestellt werden.