Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Direktzahlungen

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Direktzahlungen

Landwirtinnen und Landwirte in der Europäischen Union (EU) erhalten finanzielle Unterstützung in Form von Direktzahlungen, wenn sie strenge Vorschriften hinsichtlich Gesundheit und Wohlergehen der Tiere, Pflanzen- und Umweltschutz einhalten. Die Unterstützung ist nicht an die Menge der von ihnen erzeugten landwirtschaftlichen Produkte gebunden, sondern soll den Betrieben ein Sicherheitsnetz im Falle schwankender Marktpreise bieten. Es sind zusätzliche Finanzhilfen verfügbar, zum Beispiel für Bewirtschaftungsmethoden, die über den allgemein üblichen Umweltschutz hinausgehen, oder für Betriebsinhaber in Regionen mit naturbedingten Benachteiligungen.

Der größte Teil (72 %) des aktuellen EU-Agrarhaushalts ist für Direktzahlungen an europäische Landwirte bestimmt. Diese Mittel stammen aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL)

 

Grundregelung der Direktzahlungen ergänzt durch spezifische Unterstützung

Direktzahlungen werden Landwirten in Form einer Einkommensgrundsicherung gewährt, die nach der Anzahl der bewirtschafteten Hektare berechnet wird. Im Durchschnitt beträgt sie 267 Euro pro Hektar beihilfefähiger Fläche. Ergänzt wird diese Grundsicherung durch andere Förderprogramme, die bestimmte Ziele haben oder sich an eine bestimmte Art von Landwirten richten:

  • „grüne“ Direktzahlung für dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden
  • (wenn angewendet) eine Umverteilungsprämie zur Unterstützung kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe
  • (wenn angewendet) Zahlungen für Regionen mit naturbedingten Benachteiligungen, in denen Landwirtschaft besonders schwierig ist, z. B. Bergregionen
  • (wenn angewendet) ein Sondersystem für kleine Betriebe, das die anderen Systeme zusammenfasst und ersetzt
  • (wenn angewendet) fakultative, an die Produktion gekoppelte Unterstützung für bestimmte Sektoren in Schwierigkeiten

Direktzahlungen betragen im Durchschnitt 267 Euro pro Hektar.
 

Weitere Informationen

Die GAP erklärt – Direktzahlungen für Landwirte 2015–2020.
 

Ausführliche Informationen über die Unterstützungssysteme

Beschlüsse der Mitgliedstaaten zu Direktzahlungen 2015–2020

Kleinerzeugerregelung

Fakultative gekoppelte Stützung: Meistgestützte Bereiche – Unterrichtung über die Entscheidungen der Mitgliedstaaten zum 1. August 2014

Fakultative gekoppelte Stützung: andere gestützte Bereiche – Unterrichtung über die Entscheidungen der Mitgliedstaaten zum 1. August 2014

Finanzierungsmechanismen im neuen System

 

Beantragung von Direktzahlungen

Um Direktzahlungen zu erhalten, müssen die Landwirte jedes Jahr einen Antrag stellen, in dem sie alle landwirtschaftlichen Parzellen ihres Betriebs angeben. Für den Erhalt von Direktzahlungen sind auch Förderfähigkeitsbedingungen einzuhalten, zum Beispiel müssen die Empfänger als aktive Landwirte im EU-Hoheitsgebiet tätig sein.

Die Zahlungen sind nicht an die Produktionsmengen gekoppelt, was die Landwirte dazu anregen soll, ihr Unternehmen besser an den Marktbedürfnissen auszurichten. Überdies können die Zahlungen gekürzt werden, wenn die Landwirte sich nicht an genau festgelegte Vorschriften hinsichtlich Lebensmittelsicherheit, Gesundheit und Wohlergehen der Tiere oder Umweltschutz halten.

Diese Verknüpfung zwischen Zahlungen und Einhaltung von Vorschriften wird Cross-Compliance genannt.

 

Verwaltung und Kontrolle der Direktzahlungen durch die Mitgliedstaaten

Zwar sind die Vorschriften für Direktzahlungen auf EU-Ebene festgelegt, ihre praktische Umsetzung erfolgt jedoch direkt in jedem Mitgliedstaat gemäß der sogenannten geteilten Mittelverwaltung. Dies bedeutet, dass nationale Behörden für die Verwaltung und Kontrolle der Direktzahlungen an Landwirte in ihrem Land zuständig sind.

Außerdem verfügt jedes Land über einen gewissen Spielraum hinsichtlich der Art der Verteilung dieser Zahlungen, um landestypische Bedingungen und die großen Unterschiede innerhalb der Europäischen Union zu berücksichtigen.
 

Landwirtschaftsministerien in den EU-Mitgliedstaaten