Europäische Nachbarschaftspolitik: FinanzierungBis zum 31. Dezember 2006 erfolgte die Unterstützung der EG für Länder der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) im Rahmen von verschiedenen geografischen Programmen, unter anderem TACIS (für unsere östlichen Nachbarn und Russland) und MEDA (für unsere Nachbarn im südlichen Mittelmeerraum) sowie im Rahmen von thematischen Programmen wie der Europäischen Initiative für Demokratie und Menschenrechte (EIDHR). Für den Programmplanungszeitraum 2000 bis 2006 wurden für MEDA ungefähr 5,3 Mrd. Euro und für TACIS 3,1 Mrd. Euro bereitgestellt. Außerdem gewährte die Europäische Investitionsbank MEDA-Empfängerländern Darlehen im Gesamtwert von ungefähr 2 Mrd. Euro und TACIS-Empfängerländern Darlehen im Gesamtwert von 500 Mio. Euro. Im Zuge der Reform der Außenhilfe der EG wurden ab 1. Januar 2007 die Programme MEDA und TACIS durch ein einziges Instrument ersetzt – das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument Auch die ENP-Partnerländer profitieren inzwischen von neuen Formen der technischen Hilfe. Mithilfe von Mechanismen, die in Übergangsländern erfolgreich waren, welche nunmehr EU-Mitgliedstaaten sind, werden Rechtsangleichung, Annäherung der Vorschriften und Institutionenaufbau unterstützt. Zu diesen Mechanismen gehören z. B. die zielgerichtete Unterstützung durch Sachverständige (TAIEX – Technical Assistance and Information Exchange), langfristig angelegte Partnerschaften ( „Twinning“) mit Verwaltungen der EU-Mitgliedstaaten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sowie die Teilnahme an einschlägigen Gemeinschaftsprogrammen und Beteiligung an Agenturen. Ein weiteres, neues Instrument ist die Fazilität für gute Regierungsführung (Governance-Fazilität). Vorerst mit Mitteln in Höhe von 50 Mio. Euro jährlich ausgestattet, bietet sie ergänzende Unterstützung für Partnerländer, die besonders gute Fortschritte bei der Durchführung ihrer in den Aktionsplänen vereinbarten Regierungsprioritäten gemacht haben. 2007 wurden die ersten Zuschüsse aus der Governance-Fazilität an Marokko und die Ukraine ausgezahlt. Die Nachbarschafts-Investitionsfazilität (NIF) schließlich wurde Ende 2007 eingerichtet und wird 2008 mit der Vergabe von Darlehen an ENP-Partner beginnen. Die Fazilität wird von der Kommission für 2007-2013 mit Mitteln in Höhe von 700 Mio. Euro ausgestattet. Die Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, ihren Beitrag schrittweise auf dasselbe Niveau anzuheben, um die Wirkung der Fazilität zu maximieren. Aus dieser Fazilität werden vor allem Projekte von allgemeinem Interesse in den Bereichen Energie, Umweltschutz und Verkehr finanziert. Im Rahmen der aktuellen und zukünftigen Instrumente werden die Prioritäten der Außenhilfe der EU gemeinsam mit dem begünstigten Land und den anderen einschlägigen Akteuren in allgemein gefassten Länderstrategiepapieren (LSP), die einen Zeitraum von sieben Jahren abdecken, in detaillierten „Mehrjahresrichtprogrammen“, die auf drei Jahre angelegt sind, und in Jahresprogrammen festgelegt. Ferner können die gemeinsam mit den Behörden der jeweiligen Länder in den Aktionsplänen festgelegten Prioritäten bei der Programmierung von Hilfeprogrammen auch anderem Gebern und internationalen Finanzinstitutionen (IFI) als Anhaltspunkte dienen. Für Ausschreibungen im Rahmen von EG-Hilfsprogrammen können Unternehmen aus den 27 Mitgliedstaaten der EU, den Kandidatenländern (1), den potenziellen Kandidatenländern (2) und den Nachbarstaaten selbst Angebote abgeben. Die Auftragsvergabe erfolgt gemäß den standardisierten Vergabevorschriften der EG.
1 Kroatien, Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien
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