Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen Verkehrsraum

Auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Verkehrssektor

Mann im Anzug auf FahrradDer Verkehr ist in hohem Maße auf Ölimporte angewiesen. Während die meisten Sektoren ihre CO2-Emissionen gesenkt haben, nimmt der Ausstoß des Verkehrssektors immer weiter zu. Bis 2050 müssen die CO2-Emissionen deutlich gesunken sein. Außerdem gilt es, dem hohen Verkehrsaufkommen und der Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten. Wenn das Ziel Europas, die CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 1990 um 80 % zu senken, erreicht werden soll, dann muss der Ölverbrauch des Verkehrssektors ab sofort um etwa 70 % schrumpfen. Das setzt radikale Änderungen bei der Brennstofftechnik und den Fortbewegungsmodi voraus.

  • Über 96 % des Energiebedarfs im EU-Verkehrssektor werden durch Öl und ölbezogene Produkte gedeckt.

    Quelle: Energy and Transport in Europe – Statistical Pocketbook 2010 English (en) (Energie und Verkehr in Europa – Statistisches Handbuch 2010)

  • Europa deckt etwa 84 % seines Rohölbedarfs durch Importe. 2010 beliefen sich die EU-Ölimporte auf 210 Mrd. €.

    Quelle: Eurostat; eigene Berechnungen der Europäischen Kommission

  • Zwischen 1990 und 2008 stiegen die Treibhausgasemissionen durch den Verkehrssektor, einschließlich derer des internationalen Luftverkehrs und des Seeverkehrs, um etwa 34 %. Im gleichen Zeitraum reduzierte die Energieindustrie ihre Emissionen um etwa 9 %.

    Quelle: Europäische Umweltagentur

  • Der Verkehr verursacht etwa ein Viertel der Treibhausgasemissionen der EU. 12,8 % entfallen dabei auf den Luftverkehr, 13,5 % auf den Seeverkehr, 0,7 % auf den Schienenverkehr, 1,8 % auf die Binnenschifffahrt und 71,3 % auf den Straßenverkehr (2008).

    Quelle: Europäische Umweltagentur

  • In London, Köln, Amsterdam und Brüssel verbringen Autofahrer jedes Jahr über 50 Stunden in Verkehrsstaus. In Utrecht, Manchester und Paris sind es sogar über 70 Stunden.

    QuelleINRIX European National Traffic Scorecard 2010 (Umfassende Analyse der Verkehrsverdichtung in Europa)

  • Etwa 33 % des Ferngüterverkehrs innerhalb der EU werden über die Straße abgewickelt, wohingegen weniger als 20 % über Schienenstrecken und Binnenwasserstraßen erfolgen. Dass die Umweltbilanz des Verkehrs so schlecht ausfällt, ist darauf zurückzuführen, dass die generell umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Binnenwasserstraßen versäumt haben, ihr Potenzial über mittlere und längere Strecken auszuschöpfen.

    Quelle: TRANSTOOLS-Verkehrsmodell pdf - 2 MB [2 MB] English (en)  (Anhang 5 der Folgenabschätzung zum Weißbuch, SEK [2011] 358).

  • Autos sind in der EU das beliebteste Verkehrsmittel für die Personenbeförderung. So beträgt ihr Anteil an allen Fahrgastkilometern etwa 72 %. Gleichwohl stellen private Kraftfahrzeuge in den seltensten Fällen das energieeffizienteste Fortbewegungsmittel dar. Nach Angaben aus dem Vereinigten Königreich befindet sich in 60 % aller Fahrzeuge nur ein Insasse. Im Pendelverkehr bzw. bei Geschäftsreisen steigt dieser Anteil auf etwa 85 %.

    Quelle: Energy and Transport in Europe – Statistical Pocketbook 2010 English (en) (Energie und Verkehr in Europa – Statistisches Handbuch 2010).

    United Kingdom Department for Transport, 2008, Transport Trends: 2008 edition.

  • Ein Bus kann so viele Menschen befördern wie 30 Autos, benötigt jedoch nur den Platz von drei Autos.

    Quelle: International Road Transport Union

  • Wer von London nach Brüssel mit dem Zug fährt, verursacht etwa neunmal weniger Emissionen pro Passagierkilometer als mit dem Flugzeug.

    Quelle: Eurostar-Zahlen laut EEA, TERM 2007, Climate for a transport change (TERM 2007, Ein klimafreundlicher Verkehrssektor).

  • Umweltfreundliche Technologien bieten den europäischen Unternehmen ein großes Wirtschaftspotenzial. Wer Emissionen senken will, muss in Technologien investieren. Doch gerade da hinkt Europa hinterher. Bei Hybridfahrzeugen haben beispielsweise die Japaner die Nase klar vorn. Der Markt für Umwelttechnologien wächst: Lag das Volumen 2007 noch bei 1 200 Mrd. €, dürften es 2020 schätzungsweise 3 100 Mrd. € sein. 2020 werden Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität ein globales Marktvolumen von 300 Mrd. € aufweisen (ggü. derzeit 200 Mrd. € ).

    Quellen: BMU, 2009, GreenTech made in Germany 2.0 (Umwelttechnologie-Atlas für Deutschland)

    JRC, 2009, 2009 Technology Map of the European Strategic Energy Technology Plan (JRC, 2009, 2009 Plan für Ausbau und Verbreitung kostengünstiger kohlenstoffemissionsarmer Technologien)

  • Die Verbraucher sind nach eigenen Angaben dazu bereit, die Emissionen durch Änderungen des eigenen Verhaltens zu senken. Die Mehrheit der Automobilnutzer (66 %) würde sich einen kleineren Wagen zulegen, um die Emissionen zu verringern. 62 % sagen dies auch bezüglich der Reichweite eines Autos, d.h. der zurücklegbaren Distanz, bis das Auto aufgeladen bzw. aufgetankt werden muss. Über die Hälfte (60%) würden sogar mehr für ihr Auto bezahlen, wenn dies zur Senkung der Emissionen beitrüge.

    Quelle: Eurobarometer survey on the future of transport pdf - 2 MB [2 MB] English (en) (Eurobarometer-Umfrage zur Zukunft des Verkehrssektors).

  • Wenn die Verbraucher ihr Verhalten ändern sollen, muss die Qualität öffentlicher Verkehrsmittel und der Verkehrsverbindungen deutlich besser werden. Eine große Mehrheit (71 %) der Automobilnutzer ist der Auffassung, dass öffentliche Verkehrsmittel weniger praktisch sind als das Auto. Ein vergleichbarer Anteil der Befragten (72 %) erklärt, öffentliche Verkehrsmittel aufgrund unzureichender Verbindungen nicht zu nutzen (49 % der „sehr wichtigen Antworten“). 64 % beklagen eine unzureichende Abdeckung und 54 % bemängeln die Zuverlässigkeit.

    Quelle: Eurobarometer survey on the future of transport  English (Eurobarometer-Umfrage zur Zukunft des Verkehrssektors).

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Letzte Aktualisierung: 23/06/2011 | Seitenanfang