Mobilität und Verkehr

Berufskraftfahrer

Übermüdung und überhöhte Geschwindigkeit sind verbreitete Unfallursachen bei Fahrern von Lastkraftwagen, Reisebussen und Firmenwagen. Unter den berufsbedingten Unfällen mit Todesfolge stehen in Industrieländern Straßenverkehrsunfälle an der Spitze.


Lenkzeiten


Straße mit LkwMüdigkeit spielt bei rund 20 % aller Unfälle mit schweren Nutzfahrzeugen eine wichtige Rolle.


EU-Vorschriften begrenzen die Lenkzeiten für Berufskraftfahrer, wenn nicht die gesamte Fahrstrecke in einem einzigen Land zurückgelegt wird.


Die höchstzulässige Lenkzeit ist 9 Stunden pro Tag oder 56 Stunden pro Woche. Nach 4½ Stunden müssen die Fahrer eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen.


Aus- und Fortbildung von Berufskraftfahrern


In der Richtlinie 2003/59/EG sind die Anforderungen an die Grundqualifikation und Weiterbildung von Berufskraftfahrern mit Führerschein Klasse C oder D festgelegt.


Fahrer müssen ihre Grundqualifikation nachweisen


  • durch Ausbildung und eine theoretische Prüfung oder
  • durch eine theoretische und eine praktische Prüfung, wobei keine vorangegangene Ausbildung vorgeschrieben ist.

Alle fünf Jahre müssen die Fahrer 35 Stunden an einer regelmäßigen Weiterbildung teilnehmen, um ihre Fertigkeiten zu erhalten und aufzufrischen.


Die Kommission schlägt eine Überprüfung der Anforderungen an die Aus- und Fortbildung von Berufskraftfahrern vor.


Sie verfolgt damit folgende Ziele:


  • Abbau der Unstimmigkeiten zwischen der Berufskraftfahrer-Richtlinie und den EU-Vorschriften in Bezug auf Führerscheine
  • Verbesserung der Sicherheitsanforderungen
  • klarere Fassung der Richtlinie zum Erleichtern ihrer Auslegung

 


Beförderung gefährlicher Güter


In Bezug auf die Beförderung gefährlicher Güter im Straßenverkehr gelten EU-Rechtsvorschriften vorwiegend für:


  • Klassifizierung gefährlicher Stoffe und Gegenstände
  • Schulung der am Transport beteiligten Personen
  • Verpackung
  • Kennzeichnung
  • für die Beförderung gefährlicher Güter bestimmte Fahrzeuge

Die in der EU geltenden Bestimmungen stehen im Einklang mit den internationalen Vorschriften (Europäisches Abkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, unter der Schirmherrschaft der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa).


Navigationshilfe


Im Rahmen des Projekts Heavyroute hat die EU auch die Entwicklung eines Navigations- und Fahrerunterstützungssystems für schwere Nutzfahrzeuge finanziert.


Dieses System soll den Fahrern helfen, den effizientesten Weg im Hinblick auf Zeit, Straßeneignung, Brücken- und Tunnelnetze (nicht alle Brücken sind für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegt), Kraftstoffverbrauch und Umweltkosten zu finden.


Überladung


Die Überladung schwerer Nutzfahrzeuge gefährdet nicht nur die Sicherheit, sondern führt auch zu Straßenschäden, deren Behebung Kosten und Verkehrsbehinderungen verursacht.


Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts REMOVE wurde untersucht, wie Technologien zum Wiegen während der Fahrt zur Durchsetzung der Vorschriften gegen Überladung beitragen können.